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216. Julius II. 1503-1513 31.10. 1503 - 21.2.1513
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Giuliano della Rovere. * am 5. Dez. 1443 in Albisola bei Savona - Piemont in Italien. Sohn des Raphael, † 1477, einem Bruder von Papst Sixtus IV. Politiker, König, Regent, Feldherr, kein Geistlicher. Kardinal. Neffe Papst Sixtus IV., ein Titan an geistiger u. körperlicher Leistungsfähigkeit, ohne Nepotismus. - Erster Bartträger unter den Päpsten. - Größter Gegner von Papst Alexander VI. Papstwahl am 1. Nov. 1503. Er stürzte den mächtigen Cäsar Borgia u. vertrieb die Franzosen aus Italien. Die schismatische allgemeine Synode zu Pisa wurde von dort vertrieben. Ihre Fortsetzung in Mailand, Sati u. Lyon wurde versucht, setzte sich aber nicht durch. Papst Julius II. berief die 18. ökumenische Synode im Juli 1511 nach Rom. Eröffnung am 19. April 1512 bzw. am 3. Mai 1512 im Lateran (das 5. Lateran-Konzil) u. wurde auch von Kaiser Maximilian I. angenommen. Das Konzil sollte die Reformation der Kirche einleiten, den Türkenkrieg u. den Frieden mit den christlichen Fürsten behandeln. Im Krieg mit Frankreich führte der Papst das Heer an, stellte den Kirchenstaat wieder her, rettete das Papsttum vor dem Untergang u. befreite Italien von aller Fremdherrschaft. - Bedeutender Papst - Begründer des neuzeitlichen Kirchenstaates - Für das große Vorhaben, dem Abbruch der alten konstantinischen Basilika u. dem Neubau der Peterskirche, wurde ein Ablass ausgeschrieben, der Anlass für Luthers Auftreten werden sollte. 1506 wurde mit dem Bau begonnen, der insgesamt von 20 Päpsten ausgeführt wurde u. erst unter Papst Urban VIII. 1626 vollendet u. geweiht werden konnte. Er gründete auch die Schweizer Garde. Seine Förderung von Künstlern wie Raffael, Bramante u. Michelangelo führte zu großen Aufträgen u. großartigen Leistungen. In seinem Auftrag schuf Raffael die Sixtinische Madonna 1512/13. Papst Julius II. ist in dem namengebenden Heiligen Sixtus dargestellt. Dieses Bild war für die neuerbaute Klosterkirche San Sisto in Piacenza bei Mailand bestimmt. Mit dem Deckengemälde der Sixtinischen Kapelle beauftragte der Papst da Vinci. Seine Mätresse: Lucrezia (3 Töchter). Seine Heiratspolitik mit zwei natürlichen Töchtern schuf Verbindungen zu den Familien Colonna u. Orsini. † am 21. Febr. 1513, beigesetzt in einem schlichten Grab im Petersdom (Grabmahl in San Pietro in Vincoli, mit der Moses-Statue). |
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217. Leo X. 1513-1521 11.3. 1513 - 1.12. 1521
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Giovanni di Medici (Johannes von Medici). * am 11. Dez. 1475 in Florenz. Sohn des Lorenzo il Magnifico (des Erlauchten) Medici, Schwager von Johannes (dem Sohn von Papst Innozenz VIII. ?). Diakon. Kardinal. Erster Medici-Papst, seit dem 9. März 1513. - Lutherpapst - Auf Betreiben seines Vaters hatte er als 14jähriger die Kardinalswürde von Papst Innozenz VIII. erhalten. Unter Papst Julius II. trat er als Legat an die Spitze eines Heeres gegen die Franzosen. Er war gebildet u. prachtliebend. Vor seiner Erhebung zum Papst wurde er zum Priester u. Bischof geweiht. Sein Einzug in Rom kostete 100.00 Dukaten. Er zog viele Künstler u. Gelehrte an den Hof, denn er liebte Luxus u. Scherz, die Jagd, Konzerte, Festtafeln, Dichterrunden. u. förderte die Künstler (Leo da Vinci, Michelangelo, Raffaello Santi). Er war Staatsmann u. Diplomat u. praktizierte den Nepotismus! Er ernannte seinen Bruder Giuliano zum obersten Feldherrn u. Bannerträger der römischen Kirche. Am 21. April 1517 wird eine Kardinalsverschwörung aufgeklärt u. der 27jährige Kardinal Alfonso Petruci hingerichtet. Drei Mitverschworene erkauften sich ihre Verzeihung. Das von Papst Julius II. eröffnete Konzil wurde fortgesetzt u. Leo X. erhielt die Titel“ Papst, Fürst u. König“ Ein Konkordat mit Frankreich wurde 1516 angenommen, das Konzil im Lateran aber ohne jegliche Reformen am 16. März 1517 geschlossen. Der Papst begriff den Ernst der Zeit nicht. Die Begünstigungen durch den Ablass, besonders der Peterspfennig, der die Vollendung des Peterdoms gewährleisten sollte, führte zur Glaubensspaltung durch die Angriffe Luthers. Wittenberger u. Schweizer Reformation ! Der Papst widmete seiner eigenen Person u. der Nachfolge des deutschen Kaisers mehr Aufmerksamkeit als dem theologischen Zeitgeschehen besonders um Luther. Am 3. Jan. 1521 verkündet er die Bannbulle gegen Luther. Der Reichstag in Worms wird am 28. Jan. 1521 eröffnet. Maximilian I. wurde durch seinen Tod im Bemühen aufgehalten, in der Zeit Papst Julius II. u. Leo X. die kaiserliche u. päpstliche Krone auf sich zu vereinigen. Seine Brüder: Giuliano de`Medici, 1479-1516, dessen Mätresse war Isabella Gualandi, eine verwitwete Neapolitanerin, bekannt als Leo da Vincis „Mona Lisa“. Peter. Sein Zeremonienmeister war Paris de Grassis, sein Sekretär Kardinal Bembo. † am 1. Dez. 1521, vergiftet. Bestattet in der römischen Kirche Santa Maria sopra Minerva. Ende des Renaissancepapsttums |
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218. Hadrian
VI. 1522-1523 9.1. 1522 - 14.9.1523 Letzter deutscher Papst
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Adrian Florensz d` Este (holl. Adrian Florisz Boeyens) aus Utrecht. Niederländer, ein Deutscher von Geburt. * am 2. März 1459 in Utrecht als Sohn eines Ütrechter Schiffszimmermanns od. Tuchmachers. Student seit 1476 u. Dominikaner. Seit 1489 Prof. für Theologie in Löwen u. Rektor der Universität. Lehrer u. Erzieher des Enkels von Kaiser Maximilian I., des späteren Kaisers Karl V. u. dessen Vertrauter. Seit 1516 Erzbischof v. Tortosa in Spanien. Seit 1517 Kardinal. Großinquisitor u. Statthalter für Kaiser Karl V. in Spanien. Hadrian wurde als abwesender Kardinal am 9. Jan. 1522 nach einem schwierigen Konklave von 39 anwesenden Kardinälen (3 Nichtitaliener) gewählt, da sich zwei Hauptparteien nicht auf einen Kandidaten einigen konnten. Als „der papabile“ galt der aus der Schweiz stammende Matthäus Kardinal Schiner. Hadrian nahm seine Wahl am 8. März 1522 an, blieb aber noch 4 Wochen in Saragossa u. wurde erst am 31. Aug. 1522 in St. Peter als Hadrian VI. gekrönt. Als einziger Papst nach vielen Jahrhunderten behielt er seinen Taufnamen Hadrian. - Absoluter Gegensatz zu Papst Leo X.- Er war bürgerlich, fromm, sittenstreng, einfach u. sparsam. Seine Krönung feierte er in Rom am 31. Aug. 1522. Er sprach kein italienisch, leitete aber nach dem prunkvollen Leben seines Vorgängers sofort Reformen ein. Er wünschte eine Reformation u. schickte seinen Nuntius Chieregati als Legaten auf den Nürnberger Reichstag, der für den 1. Sept. 1522 einberufen worden war, wo er die Welt aufhorchen lässt, als er ein mit erstaunlicher Offenheit vorgetragenes Schuldbekenntnis am 3. Jan. 1523 vor versammelten Reichsständen ablegte. Der Päpstliche Nuntius verlas folgende Sätze: “Wir bekennen aufrichtig, dass Gott diese Verfolgung seiner Kirche geschehen lässt wegen der vielen Sünden der Menschen, besonders der Priester u. Prälaten. Wir wissen wohl, dass auch bei dem Heiligen Stuhl schon seit Jahren viel Verabscheuungswürdiges vorgekommen ist. Missbräuche in geistlichen Dingen, Übertretungen der Gebote, dass alles sich zum Ärgeren verkehrt hat. So ist es nicht zu verwundern, dass die Krankheit sich vom Haupt auf die Glieder, von den Päpsten auf die Prälaten verpflanzt hat. Wir alle, Prälaten u. Geistliche, sind vom Wege abgewichen...“(Gesch. d. kath. Kirche v. Schrader, § 108, S.329 f). Das Wormser Edikt gegen Luther wurde aber auch auf diesem Reichstag aus Furcht vor einem Bürgerkrieg aufgeschoben. Von den Intrigen u. dem Unverständnis seiner Umgebung wurde er zerrieben u. musste zwei Mordversuche überstehen. Mit dem Vertrauten Wilhelm Enckevoirt hatte er seinen einzigen Kardinal kreiert. Der Papst erkrankte am 5. Aug. 1523. † am 14. Sept. 1523 in Rom. Überführung der sterblichen Überreste am 11. Aug. 1522 in die noch nicht vollendete Kirche S. Maria dell’ Anima in Rom. Letzter Nichtitaliener bis auf Papst Johannes-Paul II. |
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219. Klemens
VII. 1523-1534 19.11. 1523 - 25.9.1534
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Giulio de` Medici. * am 26. Mai 1478 in Florenz. Natürlicher Sohn des im Jahr 1478 ermordeten Giuliano (Julian) Medici, des Bruders von Lorenos il Magnifico. Italiener. Neffe u. Nepot seines Onkels Papst Leo X., einst Freund des Kaisers. Kardinal, Vicekanzler unter Leo X., Politiker. Unheilvollster aller Päpste ! Ursache zur -Glaubensspaltung - (Ranke) Bei der Wahl Hadrian VI. konnte sich Papst Klemens VII. noch nicht t durchsetzen. Seine Papstwahl dauerte 50 Tage. Unter seinem Pontifikat löste sich der Nordische Bund, England, Deutschland u. die Schweiz von der katholischen Kirche. Die geforderte Einberufung eines allgemeinen Konzils wurde vom Papst immer wieder verzögert. 1524 sandte er Legaten auf den Nürnberger Reichstag u. erreichte eine Vereinigung der katholischen Fürsten, die das Wormser Edikt verteidigten. Der Glaubensstreit löste den Bauernkrieg aus, dessen Anstifter der Augustinermönch Martin Luther war. 1526 schloss Klemens VII. mit dem König v. Frankreich u. dem Dogen von Venedig die „Liga von Cognac“ gegen Kaiser Karl V. u. der Reichstag zu Speyer beendete das Wormser Edikt. Politische Intrigen mit dem französischen König u. dem Römischen Kaiser führten 1527 zum Krieg gegen Kaiser Karl V. mit dem Ergebnis des „Sacco di Roma“, der schonungslosen Plünderung Roms 1528 mit den grauenvollen Morden durch die protestantischen Landsknechte. Der Papst konnte sich noch in die Engelsburg retten, von wo aus ihm die anschließende Flucht nach Bracciano u. Orvieto gelang. Der 29. Juni 1528 brachte den Friedensschluss mit Kaiser Karl V. zu Barcelona. Der Einzug des Papstes in Rom fand am 6. Okt. 1528 statt. Noch im Oktober wurde der Kaiser aufgefordert, sich der Religion wider den Protestantismus anzunehmen. 1529 wurde der Reichstag in Speyer abgehalten. Am 24. Febr. 1530 wurde die letzte Kaiserkrönung eines deutschen Königs vom Papst in San Petronio von Bologna gefeiert. Auf dem Reichstag in Augsburg 1530 wurde der Bann über alle verehelichte Priester verhängt. Im März 1531 bilden die Protestanten den Schmalkaldischen-Bund wider die Katholiken. Sein Neffe Hipolyt Medici zog 1532 mit Kaiser Karl V. gegen die Türken. 1533 kam es in Marseille zur Übereinkunft mit König Franz I. v. Frankreich über die Eheschließung seiner Nichte Katharina v. Medici am 28. Okt. 1533 in Marseille mit Prinz Heinrich, später König Heinrich II. v. Frankreich. Der 10jährige Odet de Coligny wurde zum Kardinal erhoben (später verheiratet). Sein natürlicher Sohn: Alessandro de`Medici, seit 27. April 1532 Herzog v. Mailand, ermordet, Ehe am 19. Juni 1536 mit Margarethe, der natürlichen Tochter Kaiser Karl V., spätere Statthalterin der Niederlande (Margarethe v. Parma). Margarethe in 2. Ehe mit Ottavio, Enkel von Papst Paul III. † am 25. Sept. 1534, bestattet in der römischen Kirche Santa Maria sopra Minerva |
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220. Paul
III. 1534-1549 13.10. 1534 - 10.11. 1549
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Alesandro Farnese. * am 2. Febr. 1468 in Canino, aus altem Adelsgeschlecht. Er war gebildet u. klug, verdankte dem ehebrecherischen Umgang seiner Schwester Julia Orsini, geb. Farnese, mit Papst Alexander VI. vor 40 Jahren seine Ernennung zum Kardinal u. war Anwärter auf den Papstthron seit der Wahl Papst Leo X. Die Erneuerung des Kardinalskollegiums ist seine bedeutungsvolle Reformtat. Er erhob eine Reihe humanistisch gebildeter,. reformfreudiger Prälaten zu Kardinälen. So nahm die Reform Eingang in den Senat der Kirche. Er berief ein Konzil für den 2. Juni 1536, dass aber von den protestantischen Teilnehmern ignoriert wurde. Der Papst wurde von Luther als Antichrist definiert, eine Bekenntnisschrift stellte die Unüberwindlichkeit zwischen der katholischen u. lutherischen Kirche fest. Durch die Schmalkaldener wurde im Febr. 1537 eine Teilnahme abgelehnt. Das für 1537 nach Mantua einberufene Konzil wurde verschoben u. dann vertagt. Das Konzil 1546 in Trient war durch den Schmalkaldener Krieg nur schwach besetzt, erklärt aber die Vulgata v. Hieronymus für authentisch. Am 21. Juli 1542 wurde die Bulle für die Errichtung des Inquisitionstribunal zur Unterdrückung des Protestantismus gegeben. Der Zwist mit Kaiser Karl V. leistete in Deutschland der Neuerung durch Luther Vorschub u. führte zur Auflösung des Konzils am 11. März 1547. Der Papst leitete den Ausbau der Peterskirche in Rom. Bestätigung des Jesuiten-Ordens am 27. Sept. 1540. König Heinrich VIII. v. England wird von Papst Paul III. exkommuniziert. Ungezügelter Nepotismus (2 Enkel, zwischen 14 u. 16 Jahren, Söhne des Pier Luigi u. ein Sohn seiner Tochter Constanza wurden zu Kardinälen ernannt). 4 Kinder: Pier Luigi, sein ältester Sohn, Herzog v. Castro seit 31. Okt. 1537, Herzog v. Parma u. Piacenza seit 26.8. 1545, Gonfaloniere der Kirche, † am 10. Sept. 1547, ermordet. Constanza, seine Tochter. 2 natürliche Kinder: Sohn u. Tochter. Seine Schwester Giulla (genannt wegen ihrer Schönheit „La Bella“) verheiratete Orsini, Mätresse des Kardinals Rodrigo de Borgia, spätere Ehe mit Papst Alexander VI. Enkel Ottavio Farnese, Sohn des Pier Luigi, seit 5.11.1540 Herzog v. Camerino u. seit 26.8.1545 Herzog v. Castro. Ehe mit Margarethe v. Österreich, natürliche Tochter Kaiser Karl V. u. Witwe durch Alessandro de`Medici. Enkel Orazio Farnese, Bruder des Ottavio, Ehe am 14.2.1553 mit Diana, Tochter König Heinrich II. v. Frankreich. Enkel Alesandro Farnese, Herzog v. Parma, von Papst Paul III. zum Kardinal berufen, war Statthalter Spaniens in den Niederlanden. Aus früher Jugend 4 natürliche Kinder. † am 10. Nov. 1549, sein Grabmahl in der Peterskirche von Michelangelo |