Austrasien

 

Franken - Deutsches Germanenvolk, östlicher Teil des Frankenreiches.

Im 3. Jahrhundert nach Chr. gründeten die Franken ihre Niederlassung im mittel- u. niederrheinischen Raum u. entstand aus der Eroberung Galliens durch den Stammverband der salischen Franken aus dem Geschlecht der Merowinger. Der Aufstieg der Franken vollzog sich unter den Merowingern zur beherrschenden Großmacht. 531 errangen sie einen Sieg über Thüringen. Die Mainlande wurde Kernraum der Franken mit den Landesteilen:

- Austrasien mit der Hauptstadt Reims, später (nach Chlodwig I.) Metz.

- Neustrien mit der Hauptstadt Paris, später (nach Chlodwig I.) Soisson.

- Aquitanien mit der Hauptstadt Toulouse (seit 629 selbständig).

Grenzherzogtümer des Fränkischen Königreiches: Alemannien, Bayern, Thüringen.

Ausübung der Herrschaft durch Merowinger u. Karolinger.

Franken bis Hugo Capet (987) germanischer Abstammung.

 

 

Salier

 

König

Gildebert

Childebert ?

1. König ?

 

König

Pharamund

420 - 428

(Faramund)

 

 

 

König

Chlodio

428 - 448

um 460

Salierkönig. Hofhaltung im Land der Thoringer bei Dispargum (Duysborg bei Brüssel oder Duisburg ?). Eroberung von Cambrai u. Ausdehnung des Reiches bis an die Somme.

um 460

 

 

König

(Gibich)

Sein Vetter war Hagen (Held der Deutschen Sagen).

Sein Sohn:

Gunther, sein Nachfolger.

 

König

(Gunther)

S. u. N. des Königs Gibich.

?

 

 

Merowinger

 

König

Merowech

448- 457

um 483

(Merowig - Merowing). Sein Name ist nur durch den Geschichtsschreiber Gregor v. Tours überliefert. In den Kämpfen dieser Zeit wird dieser Name nicht erwähnt. Nachfolger des Königs Chlodio. Ein Feind der Kirche.

Sein Sohn:

Childerich I., sein Nachfolger in Austrasien.

um 483

 

 

König

Childerich I.

457 - 481

* 436

481

* 436. S. u. N. des Königs Merowech.

Gründer des Merowinger-Reiches (457-751) mit 31 Königen.

Ehe mit Basina, vordem Gemahlin des König Bisino v. Thüringen. Kinder:

Chlodwig I. (Chlodowech), sein Nachfolger in Austrasien.

Albofleda. 1. Tochter.

? (2. Tochter).

481, sein Grab wurde 1653 in Tournai an der Schelde entdeckt.

 

 

König

Chlodwig I. d. Gr.

481 - 511

* 466

27. 11. 511

(Chlodowech). * 466. S. u. N. des Königs Childerich I. u. Basina. Merowinger.

Begründer des Frankenreiches. Seit 482 Kleinkönig eines salfränkischen Stammes. Chlodwig I. unterwarf 486 Syagrius, den römischen Statthalter von Gallien, von 496 bis 498 die Alemannen u. 507 die Westgoten in Aquitanien. Chlodwig I. entledigte sich aller fränkischen Mitkönige u. erreichte die Ausdehnung des Reiches bis an die Seine, später bis zur Loire. Residenz in Metz.

1. Germanenfürst der sich dem westlichen Glaubensbekenntnis anschloß. Erster Christ durch den Übertritt zur katholischen Konfession. Am 25. Dez. 497 wurden mit König Chlodwig I. ca. 3000 Franken in Reims durch den hl. Bischof Remiqius getauft.

Nach seinem Tod 511 Reichsteilung unter seinen Söhnen.

Ehe 493 mit Chlothilde (Chrotechilde), hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund. Kinder:

Ingomar, der Erstgeborene (nach der Taufe verstorben).

Theuderich I., (1. natürlicher Sohn des Königs Chlodwig I.), König v. Austrasien, sein Nachfolger, 534.

Chlodomer (2. Sohn des Königs Chlodwig I.), König v. Burgund, 524, gefallen.

Von König Godomar v. Burgund besiegt u. getötet. Ehe mit Gundeuca. Söhne:

Theodebald (von seinem Oheim Chlotar I. ermordet).

Gunthar (von seinem Oheim Chlotar I. ermordet).

?, (einen dritten Sohn schickte Chlotar I. ins Kloster).

Childebert I., (3. Sohn des König Chlodwig I.), Herzog v. Burgund, 558.

Chlotar I. (4. Sohn des König Chlodwig I.), Herzog v. Soisson, 561.

Chlothilde (eventuell Tochter des König Chlotar I. der Franken), Ehe mit König Amalarich der Westgoten, ein Sohn des Königs Alarich. Chlothilde wurde von ihrem arianischen Gatten zu Tode gemartert. Tochter:

Brunhilde, Ehe mit König Sigibert I. v. Austrasien.

am 27. Nov. 511 in Paris, bestattet in der Apostelkirche zu Paris.

 

511 Reichsteilung

 

König

Theuderich I.

511 - 533

* um 485

533

(Theoderich). * um 485. Ältester natürlicher S. u. N. des Königs Chlodwig I.

König v. Austrasien seit 27. Nov. 511 mit Sitz in Reims, später in Metz. Bezwingt 531 König Hermanfried v. Thüringen u. erobert das Land.

1. Ehe mit Eustera, Tochter des Königs Alarich der Westgoten, ein Sohn des Königs Eurich (Euricus). Sohn:

Theudebert I., sein Nachfolger in Austrasien.

2. Ehe mit Tochterkind des Königs Sigismund v. Burgund. Tochter:

Theodelind, Ehe mit Hermenegiselo v. Vanorum, in 2. Ehe mit Stiefsohn Radigero, von ihm verstoßen u. 563.

Ehe mit Radegunde, Tochter des Fürsten Berchtachar v. Thüringen.

Ehe ? eventuell ? mit Audefleda, Tochter des Chlotar I. u. Ingunda.

Ende 533

 

 

König

Theudebert I.

533 - 548

548

(Theodobert). S. u. N. des Königs Theuderich I. u. Eustera, Tochter des Königs Alarich der Westgoten.

Von seinem Onkel König Childebert I. 534 adoptiert.

König v. Austrasien in Reims seit Ende 533. Regierte später zu Metz.

1. (u. 3.) Ehe mit Wisigardis, Tochter des Königs Wachonis der Langobarden, wurde 534 verlassen u. mußte 540 auf Druck der Kirche wieder angenommen werden.

2. Ehe mit Deuteria, als verehelichte Frau gefangen weggeführt u. 540 verstoßen, da sie aus Eifersucht ihre Tochter aus 1. Ehe ermordet hatte. Sohn:

Theodobaldum, sein Nachfolger in Austrasien (Metz).

548

 

 

König

Theodebald

548 - 555

* 535

Nov./Dez. 555

(Theodobaldum). * 535. S. u. N. des Königs Theudebert I. u. Deuteria.

König v. Austrasien in Reims seit 548. Mit seinem Tod fiel das Reich an König Chlotar I.

Ehe mit Valroda (Valdrade), Schwester der Wisigardis, der ersten Gemahlin seines Vaters. In 2. Ehe als Witwe mit König Chlotar I.

im Nov./Dez. 555

 

 

König

Chlotar I.

555 - 561

* um 466

Nov. / Dez. 561

* um 466. 4. Sohn des Königs Chlodwig I. u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

Herzog in. Soisson seit 511, teilte sich das Herzogtum Burgund mit seinem Bruder Childebert I., Alleinherrscher nach dem Tod seiner Brüder u. seines Neffen Theudebert (558-bis 561). Nach seinem Tod abermals Reichsaufteilung unter seine Söhnen u. Verfall des Reiches.

6 Ehen:

Ehe mit Valdrade (Valdroda), Witwe des König Theudobald (Theodebald, 555).

Ehe mit der Gefangenen Radegunde (Radegonda), * 519, im Krieg 531 von König Chlotar I. gefangen genommen, am 13. Aug. 587 im Kloster, Tochter des Königs Berchtachar (Betthari) v. Thüringen u. Nichte des König Hermanfried v. Thüringen. Nach der Ermordung ihres ebenfalls in Gefangenschaft geratenen Bruders, Auflösung der Ehe u. Eintritt ins Kloster.

Ehe mit Harigunda (Aerigunda). Sohn:

Chilperich I., sein Nachfolger in Neustrien (Soisson), 584, ermordet, vermutlich von Fredegunde.

Ehe mit Ingunda, Schwester der Harigunda. 6 Kinder:

Sigibert, * 535, sein Nachfolger als König v. Austrasien, 575, ermordet, vermutlich von Fredegunde. Ehe mit Brunhilde. Kinder:

Childebert II., * 570, 595.

Ingunde.

Clodosinde.

Guntram, König v. Burgund (Orleans), 592.

Charibert, 3. S. u. N. des König Chlotar I. u. Ingunde. König in Paris, 570.

? Sohn ?, ins Kloster gesperrt u. nach mißlungenem Racheakt getötet.

Lautildis, im Kloster.

Audefleda, Ehe mit Theoderich (vermutlich ältester natürlicher Sohn des Königs Theuderich I. v. Austrasien).

Chlothilde, Ehe mit König Amalerich der Westgoten, Sohn des Königs Alerich II., (eventuell eine Tochter des Königs Chlodwig I.).

Nov. / Dez. 561

561 Reichsteilung

 

König

Sigibert I.

561 - 575

* 535

575

* 535. S. u. N. des König Chlotar I. u. Ingunde, Schwester der Harigunda. Bruder des König Charibert.

Seit 561 König v. Austrasien in Reims u. Metz.

Ehe 568 mit Brunhilde, Tochter des Königs Athanagild der Westgoten u. Goswintha. Sie versuchte das Merowinger-Reich zu einigen u. zog gegen Fredegunde zu Felde. Sie unterlag dem Adel u. wurde 613 durch König Chlotar II. hingerichtet (zu Tode geschleift). Kinder:

Childebert II., sein Nachfolger in Austrasien, * 571, 595. Ehe mit Faileuba. Kinder:

Theudebert II., sein Nachfolger in Austrasien, * 586, 612, von seinem Bruder Theuderich erschlagen.

Theuderich II., Nachfolger seines Bruders, * 587, 613.

Ingunde, Ehe mit Prinz Hermenegildi.

Clodosinde, Ehe mit König Flavio Authari der Langobarden. (Sie war dem König Reccaredo v. Spanien versprochen, dieser aber vor der Eheverbindung).

575, vermutlich von Fredegunde während einer Volksversammlung in Paris ermordet.

 

 

König

Childebert II.

575 - 595

* 571

595

* 571. S. u. N. des König Sigibert I. u. Brunhilde, Tochter des Königs Athanagild der Westgoten u. Goswintha.

König v. Austrasien seit 25. Dez. 575 u. seit 592 König v. Burgund.

Ehe mit Faileuba. Kinder:

Theudebert II., sein Nachfolger in Austrasien mit der Hauptstadt Metz, * 586, 612, von seinem Bruder Theuderich erschlagen.

Theuderich II., sein Nachfolger in Burgund mir Sitz in (Aurilianes) u. Nachfolger seines vom ihm erschlagenen Bruders, * 587, 613.

Theudelane.

595

 

 

König

Theudobert II.

595 - 612

* 586

612

* 586. Ältester S. u. N. des König Childebert II. u. Faileuba.

König v. Austrasien u. Burgund. Er folgte seinem Vater in der Regierung.

Vormund ist seine Großmutter Brunhilde, welche gegen Fredegunde zu Felde zog, um das Merowinger Königtum gegen den erstarkenden Adel zu festigen. Sie unterlag dem Adel u. wurde 613 durch König Chlotar II. hingerichtet (zu Tode geschleift).

611 wurde von seinem Bruder im Feld geschlagen, gefangen genommen u. 612 ermordet.

1. Ehe mit Bilichilden, einer junge Sklavin, 609 ermordet. Kinder:

Chlotar, von Brunichilde (Brunhilde) ermordet.

Meroveus, in der letzten Schlacht seines Vaters 611 erschlagen.

Tochter ?, eine geplante Ehe mit Agilulptus, Sohn des Adaloaldum der Langobarden u. Theodorico, seines Vaters Bruder, wurde von Brunhilde hintertrieben.

2. Ehe mit Theudichilden.

612, ermordet

 

 

König

Theuderich II.

612 - 613

587.

nach 23. 8. 613

(Theoderich). * 587. Sohn des König Childebert II. u. Faileuba. Nachfolger seines Bruders König Theudobert II.

König v. Austrasien u. Burgund. Hatte seinen Bruder Theudobert II. 612 erschlagen.

Nach dem Tod seines Vaters wurde er 595 von seiner Großmutter Brunhilde, die auch für ihn Vormund war, zu Untaten verleitet. Er schlug 599-603 König Chlotar II. v. Soisson. Ließ 606 Bischof Desiderium steinigen. Seinen Bruder König Theudebert II. nahm er nach einer Schlacht im Feld gefangen u. ließ ihn zusammen mit dessen kleinen Sohn ermorden.

Ehe 606 mit Eremberga, Tochter des Königs Witterich der Westgoten, 607 verstoßen, keine Erben.

Mehrere natürliche Kinder, davon 4 Söhne:

Sigibert II., * 601 u. Corbus, * 603, wurden 613 von König Chlotar II. ermordet.

Meroeus, * 606 u. Patenkind des König Chlotar II., 613 gefangen gesetzt.

Childebert, * 602 ,war 613 unbekannt entflohen.

nach dem 23. Aug. 613 in Metz während eines Feldzuges gegen König Chlothar (an Durchfall), vermutlich von Brunhilde vergiftet.

 

 

König

Sigibert II.

613

* 601.

613

* 601. Ältester S. u. N. des König Theuderich II.

Urenkel der Königin Brunhilde u. von ihr zum König erhoben.

613 (12jährig ermordet)

 

 

 

König

Chlotar II.

584 - 628

* 584

629

* 584. S. u. N. des König Chilperich I. u. Fredegunde.

König Chlotar II. d. Junge od. d. Gr. König v. Neusten seit 584 (z. Z. der Ermordung seines Vaters erst vier Monate). Seit 613 König Austrasien.

Vormundschaft u. Regierung ging 584 an seine Mutter Fredegunde. Sie nahm 595 Paris mit Heeresmacht u. griff die Söhne des König Childebert II. an.

Alleinherrscher im Frankenreich (613-623). Brunhilde wurde nach dem Tod des Königs Theuderich II. u. der ihr nachgewiesenen Schuld am Mord von zehn Frankenkönigen, 613 ermordet (zu Tode geschleift). 625 mußte er seinen Sohn Dagobert I. zum Mitregenten einsetzen.

1. Ehe mit Haldetrude.

2. Ehe mit Bertrude, um 620.

3. Ehe mit Sichilde, ohne Kinder.

Seine Söhne:

Charibert II. v. Aquitanien, ältester Sohn, einfältig, 630. Sein Sohn:

Chilperich, kurz nach seinem Vater.

Dagobert I., sein Nachfolger, seit 622 Regent in Austrasien.

im Herbst 629, bestattet in der Kirche des hl. Vincentius vor Paris.

 

 

König

Dagobert I.

629 - 638

(Deodericus). S. u. N. des König Chlotar II.

König v. Austrasien u. nach dem Tod des Vaters 629 Alleinherrscher im Frankenreich.

Nach ihm regierten mehrere minderjährige Könige.

Hausmeier u. Majordomus war Pippin I. d. Ältere.

Ehe mit Nanthilde, sie regierte in Neustrien u. Burgund für ihren Sohn:

Chlodwig II., König v. Neustrien u. Burgund, Ehe mit Bathilde,* in Engl.,. in einem Kloster u. dort am 30. Jan. 685, hl. Söhne:

Chlotar III., * 652 ?, ältester Sohn u. sein Nachf. in Neustrien, 673.

Childerich II., * 653 ?, König in Austrasien (656-675), 675, ermordet.

Theuderich III. (Theodoricus), * 653 ?, König in Neustrien u. Burgund, 690.

Ehe mit Imnichilde. 2 Kinder:

Dagobert II., * 636, am 23. Dez. 679, ermordet.

Blitilden (Bilichildis), Ehe mit König Childerich II. v. Austrasien u. Burgund.

Natürlicher Sohn:

Sigibert III., * 630, König v. Austrasien seit 633, am 1. Febr. 656

 

vergl. unten

 

König

Sigibert III.

638 - 656

* 630.

1. 2. 656

* 630. S. u. N. des Königs Dagobert I. v. Austrasien.

Mitregent seit 633. König v. Austrasien seit 638. Die Regierung führte sein Hausmeier Pippin d. Ältere bis 640, danach dessen Sohn Grimoald I. bis 656.

Ehe mit Ragnetrude.

? Ehe mit ? Elmhilde ? (führte die Regentschaft für Childerich II.).

am 1. Febr. 656

 

 

König

Childerich II.

656 - 675

* 653 ?

675

* 653 ? Sohn des König Chlodwig II. u. Bathilde.

König in Austrasien, Neustrien u. Burgund.

Die Regentschaft führte Elmhilde, die Witwe des Königs Sigibert III.

Sein Bruder Theuderich III. u. Hausmeier Ebroin wurden zu Klosterhaft verbannt.

Alleinherrscher seit 673. Grimoald I. war bis zu seiner Gefangennahme 662 Hausmeier.

Danach führte die Regierung Pippin II. d. Mittlere. Alleinherrscher seit 673.

Ehe mit Bilichildis, Tochter des Königs Dagobert I. u. Imnichilde, ermordet. Sohn:

Dagobert, ermordet

Chilperich II., König d. Franken (716-720). Nachfolger des König Dagobert III.

im Herbst 675, auf der Jagd ermordet.

 

 

Childebert

660 - 662

Childebert adoptivus.

 

 

König

Dagobert II.

675 - 679

* 646

23. 12. 679

Dagobert II. d. Jüngere. * 636. Sohn des König Dagobert I. u. Imnichilde.

König seit 2. Febr. 656. Abgesetzt 660/661. 2. Reg. seit 676.

König v. Neustrien u. Austrasien. Pippin II. d. Mittlere regiert als Hausmeier.

am 23. Dez. 679, ermordet

 

 

König

Theoderich III.

679 - 691

* 653 ?

691

(Theodoricus). * 653 ? Jüngster Sohn des König Chlodwig II. u. der hl. Bathilde.

Nach dem Tod seines ältesten Bruders König Chlotar III. wurde er durch den Majordomus Ebroin zum König v. Neustrien u. Burgund ausgerufen. Auf den Thron kam aber durch eine Verschwörung gegen Ebroin sein mittlerer Bruder König Childerich II. Dieser schickte beide, Ebroin u. ihn ins Kloster. Nach König Childerich II. gewaltsamen Todes u. dessen Sohnes, war er König v. Neustrien. Seit 24. Dez. 679 Alleinherrscher in Franken.

Sein Hausmeier Ebroin wurde 687 nach 20jähriger Schreckensherrschaft in Neustrien vom Hausmeier Pippin d. Mittleren, der Hausmeier in Austrasien war, bezwungen u. er selbst gefangen genommen.

Ehe mit Grotilde (Doda). 2 Söhne:

1. Chlodwig III. (Clodoveum), * 676.

2. Childebert III., * 676, 711 (beide Söhne wurden nacheinander König der Franken).

691, 39jähr.

 

 

König

Chlodwig III.

691 - 694

* 676.

694

* 676. Ältester S. u. N. des Königs Theoderich III. u. Grotilde.

Hausmeier war Pippin II. d. Mittlere, die Regierung führte aber sein Oberhofmeister Grimoaldus, Sohn des Hausmeiers Pippin d. Mittleren.

Ende 694

 

 

 

König

Childebert III.

694 - 711

* 676

14. 4. 711

* 676. Childebert III. d. Gerechte. Sohn des Königs Theoderich III. u. Grotilde u. Nachfolger seines Bruders König Chlodwig III.

König seit Ende 694. Hausmeier war Pippin II. d. Mittlere, die Regierung führte aber sein Oberhofmeister Grimoaldus, Sohn des Hausmeiers Pippin d. Mittleren.

Sein Sohn:

Dagobert III., sein Nachfolger, sein Sohn:

Theodor I. ?

am 14. April 711, 35jährig

 

 

König

Dagobert III.

711 - 716

716

S. u. N. des Königs Childebert III.

König vor dem 2. März 711. Sein Hausmeier Pippin II. d. Mittlere bis 714.

Sein Sohn:

Theodor IV. (Theuderich), * 714, König v. Frankreich.

716

 

 

König

Chlotar IV.

716 - 719

719

Gegenkönig des Karl Martell.

König v. Austrasien. Sein Hausmeier Karl Martell.

719

 

 

König

Chilperich II.

716 - 721

721

Sohn des Königs Childerich II. u. Bilichildis. Nachfolger des Königs Dagobert III.

Eigentlich Geistlicher namens Daniel. Nach dem Tod König Dagobert III. ließ man sein Haupthaar wieder wachsen, wählte ihn auf den Thron u. nannte ihn „Chilperich“

Chilperich II. mußte sich gegen Karl Martell behaupten.

Sein Sohn:

Childerich III., * 734 ?, der letzte Merowinger, unfähig, 754.

Zum Nachfolger wurde Theuderich, Sohn des König Dagobert III., erwählt.

721

 

 

König

Theuderich IV.

721 - 737

* 714

Febr. 737

* 714. Sohn des König Dagobert III. u. Nachfolger des König Chilperich II.

König v. Frankreich. Wegen seiner Minderjährigkeit beim Tod seines Vaters bestieg Chilperich II den Thron. Er war zuvor im Kloster erzogen worden.

Durch den die Regierung führenden Karl Martell wurde er zum König v. Austrasien, Neustrien u. Burgund erklärt. König seit 721.

im Febr. 737, 23jährig

 

 

 

Interregnum 737 - 743

 

König

Childerich III.

743 - 751

* 734

754

Childerich d. Faule, der Ungeschickte. * 734. Sohn des König Chilperich II.

König seit Febr./März 743. - Der letzte Merowinger - Unfähig. Schattenkönig.

 

Durch Pippin III. u. dessen Bruder Karlmann wurde Childerich III. eingesetzt u. zum König der Franken ernannt, aber mit Hilfe des Papstes auch wieder abgesetzt. Nach der Erhebung Pippin III. zum König der Franken, Schur der Königslocken u. Verbannung ins Kloster. Absetzung im Dez. 751.

754 im Kloster, 20jährig

 

 

 

Karolinger

 

Pippin I. d. Ä.

629 ? - 640

640

Pippin I. d. Ältere v. Landen. Hausmeier. Beginn des Geschlechts der Karolinger.

Er war Hausmeier od. Majordomus schon unter König Dagobert I. in Austrasien u. nach ihm in diesem Amt sein Sohn Grimoald. Dieser versuchte seinen Sohn Childebert auf den Thron zu heben, wofür Grimoald u. sein Sohn in einem Volksaufstand von 656 mit dem Leben bezahlen mußten.

Ehe mit Ida. Kinder:

Gertrud v. Nivelles, * 626, am 17. März 659, Äbtissin, hl.

? Grimoald I., sein Nachfolger als Hausmeier, 662 durch Volksaufstand gefangen gesetzt u. 656, hingerichtet. Sein Sohn:

Childebert, 656, durch Volksaufstand hingerichtet.

? Begga, eine Tochter:

?, Ehe mit Ansegisel, Sohn des Bischofs Arnulf v. Metz. Sohn:

Pippin II. d. Mittlere.

640

 

Pippin II. d. M.

640 - 714

* um 635

714

Pippin II. d. Mittlere v. Heristall. * um 635. Enkel des Hausmeiers Pippin d. Älteren.

Sohn des Hausmeier Ansegisel u. Begga, Tochter des Hausmeiers Pippin I. d. Älteren.

Er nannte sich Fürst u. Hausmeier in Austrasien u. errang die Stellung eines Herzogs in Austrasien. Nach dem Sieg über die Hausmeier in Neustrien 687 (Ebroin wurde 681 nach 20jähriger Schreckensherrschaft ermordet) war die Herrschaft über ganz Frankreich erreicht. Majordomus über ganz Frankreich.

Ehe mit Chalpaida. Sohn:

Karl Martell, * 688, 741.

Ehe mit Plektrudis. Stiefmutter des Karl Martell. Söhne:

Drogo, Herzog v. Champagne.

Grimoald, Majordomus in Neustrien.

Sein Sohn:

Graf Hildebrand (Childebrand). Sohn:

Graf Nibelung

714

 

 

Karl Martell

714 - 741

* 688

22. / 29. 10. 741

(Der Hammer). * 688. Sohn des Hausmeiers Pippin II. aus einer Nebenehe mit Chalpaida. Hausmeier in Austrasien u. seit dem Sieg am 21. März 717 auch in Neustrien.

Karl Martell siegte 732 über die Araber bei Tours u. Poitiers. Damit brachte Karl Martell das Vordringen der Araber zum Stillstand. König Childerich III. führte nur noch ein Schattendasein. Die Könige waren in ihrem Machtbereich erheblich eingeschränkt. Seit 737 waltete er als ungekrönter König. Er vererbte durch Reichsteilung an seine Söhne.

Das Geschlecht der Arnulf u. Pippiniden führte zur Entwicklung der Karolinger.

Ehe mit Chrotrude. Söhne:

1. Karlmann, älterer Bruder von Pippin III., Mönch. Fürst u. Herzog d. Franken. Er war von seinem Vater mit Austrasien u. Schwaben belehnt, was seit dieser Zeit Alemannia genannt wurde, sowie mit Thüringen. Als er 746 ins Kloster von Monte-Cassino eintrat hatte er die Regierung u. seinen Sohn Droho an seinen Bruder Pippin III. übergeben, 754.

2. Pippin III. d. Jüngere, d. Kurze, * 714, Hausmeier u. war von seinem Vater mit Burgund, Neusten u. der Provinz belehnt, 768.

Seine Tochter:

Chiltrud, Ehe mit Herzog Odilo v. Bayern.

Sein Sohn:

Gryfo, als Halbbruder Pippin III. u. Karlmann wurde er von Ihnen in der Nachfolge ausgeschlossen, 753

am 22. Okt. 741 zu Quircy. Bestattet in der Kirche des hl. Dionysius zu Paris.

 

 

König

Pippin III.

741 - 768

* 714

24. 9. 768

Pippin III. d. Jüngere, d. Kurze. * 714. S. u. N. des Hausmeiers Karl Martell u. Chrotrude. Hausmeier in Neustrien seit 741 u. bis 747 zusammen mit seinem Bruder Karlmann. Hausmeier in Austrasien seit 747. König seit Nov. 751.

Kämpfte (743-746) gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Herzöge v. Schwaben u. Bayern. Das Herzogtum der Alemannen wurde 746 nach letztem Adelsaufstand aufgelöst u. dem Frankenreich einverleibt. 746 hatte er die Ansprüche seines Bruders Karlmann übernommen u. damit seine Macht bedeutend erweitern können. Danach Zerschlagung des bayrischen Herzogtums. Pippin III. beseitigte die Scheinherrschaft der Merowinger. Ihre Könige hatten 270 Jahre geherrscht u. waren zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken (die Majordomus regierten für sie). 751 ließ sich Pippin III. mit päpstlicher Zustimmung zum König wählen. Die Salbung mit Chrisam nach biblischem Vorbild erfolgte am 19. Nov. 751 zusammen mit Bertrada durch Bonifatius (Winfried). Die Krönung zum König der Franken in Frankreich vollzog Papst Stephan II. am 25. Juli 754 zu Saint-Denis. Zweite Salbung mit seinen beiden Söhnen am 28. Juli 754. Er bekämpfte (754-756) König Aistulf der Langobarden zur Unterstützung von Papst Stephan II. u. schenkte das dabei eroberte Land dem Papst (Stiftung des Kirchenstaates). Der Papst wiederum legte die Übertragung der römischen Schutzherrschaft auf den Frankenkönig Pippin III.

Der letzte Merowinger, König Childerich III., wird ins Kloster verbannt. Aquitanien wird 768 in Besitz genommen.

Reichsteilung unter seinen Söhnen:

Karl erhält Austrasien u. Neustrien.

Karlmann erhält Burgund, Aquitanien, Elsaß, Alemannien u. Provence.

Ehe mit Bertrada (Berta). Kinder:

Karlmann, * am 2. Dez. 751, Krönung am 9. Okt. 768 in Soisson, am 4. Dez. 771

Ehe mit Gerberga (Abstammung ?), Tochter des Königs Desiderius der Langobarden. Kinder:

Pippin.

Siagrium.

Gertrud v. Neville, hl., Ehe mit Graf Charibert v. Laon ?

Gisela, Ehe mit Adalgis, Sohn des Königs Desiderius der Langobarden u. Bruder der Desiderata.

Ältester u. natürlicher Sohn:

Karl, später Karl I. d. Gr., sein Nachfolger.

am 24. Sept. 768

siehe: Gesch. d. kath. Kirche v. Lenzenweger u. Stockmeier, S. 192

 

 

König

Karl

788 - 811

* 772

4. 12. 811

* 772. Sohn des Kaisers Karl I. d. Großen.

König v. Neustrien u. Austrasien seit 788. Am 25. Dez. 800 in Rom zum fränkischen König gekrönt. 806 war er zum Nachfolger im römischen Kaisertum vorgesehen.

am 4. Dez. 811, bestattet vermutlich in Aachen.

 

 

König u. Kaiser

Karl I. d. Gr.

768 - 814

* 2. 4. 742.

28. 1. 814

 

Kaiser Karl d. Gr.

* am 2. April 742. Ältester u. natürlicher S. u. N. des Königs Pippin III. d. Jüngeren, 768. Karolinger. Seit 9. Okt. 768 Teil-König d. Franken.

- 1. Kaiser des West-Römischen Reiches -

Übernahm als Erbe Austrasien u. Neustrien u. war am 4. Dez. 771 nach dem Tod seines Bruders Karlmann Alleinherrscher im Reich. Die Witwe Königs Karlmanns, Gerberga, floh mit ihrem einjährigen Sohn zu ihrem Vater König Desiderius der Langobarden. 773 wurde sie von Karl I. d. Großen in ein Kloster verbannt. Karl I. errang den Sieg über die Langobarden u. wurde Anfang Juni 774 König v. Italien, König Desiderius wurde kahl geschoren u. ebenfalls ins Kloster verbannt. 776, 782, 797 u. 804 folgten seine Siege über die Sachsen, 778 über die Bayern. Der Aufstand des König Widukind wurde (782-785) niedergeschlagen. Dessen Erhebung brach zusammen u. endete mit der Taufe des Königs Widukind 785. Mit der Zurückdrängung der Araber an den Ebro schuf Karl I. das große Karolinger Frankenreich. Er unternahm vier Italienzüge:

1. Italienzug 773. Sieg über die Langobarden u. Antritt zur Nachfolger als König v. Italien.

2. Italienzug 780. Salbung seiner Söhne in Rom.

3. Italienzug 787. Sieg gegen Herzog Arichis v. Benevent u. Salerno.

4. Italienzug 800. Kaiserkrönung in Rom.

Kaiserkrönung am 25. Dez. 800 zu St. Peter in Rom durch Papst Leo III., 811 erfolgte seine nachträgliche Anerkennung durch den byzantinischen Kaiser.

Karl war groß an Geist u. Körper u. schuf die Voraussetzung zur Bildung eines deutschen Staates. Die Pippinische Schenkung an den Papst wurde bestätigt. Für Notre-Dame wurde der Grundstein gelegt, das Bauwerk später von König Philipp August vollendet.

Vor seiner 1. Ehe hatte er mit Himiltrud um 768 einen natürlichen Sohn:

Pippin d. Bucklige, * um 770, wurde 792 nach der Erhebung gegen seinen Vater Mönch im Kloster Prüm, 811.

1. Ehe um 769 mit Desiderata (Adalhardi), Tochter des Königs der Langobarden - Desiderius. Karl wurde dadurch Schwager des Herzog Tassilo v. Bayern, gab aber nach einem Jahr Desiderata an ihren Vater zurück.

2. Ehe vor 30. April 771 mit Hildegard, * 758, am 30. April 778, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. d. Alemannin Imma. Sohn:

Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840. Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

3. Ehe im Okt. 783 mit Fastrada, 10. Aug. 794, Tochter Rudolfs aus ostfränkischem Grafengeschlecht. Töchter:

Theodrada, * um 785, am 9. Jan. 844/853, seit 814 Äbt. v. Argenteuil.

Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

4. Ehe im Herbst 794/796 mit Liutgard v. Alemannien, am 4. Juni 800.

Kinder:

2. Karl, * 772, am 4. Dez. 811, König Neustrien.

3. Adelheid, * Sept. 773 / Juni 774, am Juli / Aug. 774.

4. Rotrud (Hruodtrud), * um 775, am 6. Juni 810 Die Verlobung (781-786) mit Konstantin VI. Porphyrogenetos, Sohn der byzantinischen Kaiserin Irene, wurde 786 aufgelöst (sie durfte als seine Tochter nicht heiraten). Verbindung mit Graf Rorico seit ca. 800, um 840. Sohn:

Ludwig, * um 800, am 9. Jan. 867, seit Okt 840 Abt v. Denis, Erzkanzler des Königs Karl d. Kahlen (840-867).

5. Karlmann (seit 15. April 781 Pippin), * 777, am 8. Juli 810, Unterkönig der Langobarden, König v. Italien (781-810). Taufe u. Krönung zum König der Langobarden durch den Papst 781. Ehe seit ca. 795 mit ? Kinder:

Bernhard, König v. Italien u. fünf Töchter.

6. Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840. Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

7. Lothar, * am 16. April 778 (Zwillingsbruder des Ludwig), 779 / 780.

8. Berta, * 779 / 780, durfte wie ihre Schwester (als seine Tochter) nicht heiraten, am 14. Jan. 823, seit ca. 795 Verbindung mit Angilbert, Abt v. St. Riquier, am 18. Febr. 814. Kinder:

Nithard, 800-845.

Hartuid, 800-?

9. Gisela, * vor Mai 781, nach 800, vermutlich nach 814.

 10. Hildegard, * nach 8. Juni 782, am 8. Juni 783.

 11. Ruodheid, * um 784, nach 800, vermutlich nach 814.

 12. Theodrada, * um 875, am 9. Jan. 844 / 853, seit ca. 814 Äbt. v. Argenteuil.

 13. Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

 14. Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbt. v. Faremoutiers.

 15. Adalthrud.

 16. Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

 17. Hugo, * 802 / 806, am 14. Juni 844, seit 818 Kleriker u. Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaiser Ludwig d. Frommen (834-840).

 18. Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

Karl I. d. Gr. hielt sich nach seiner 4. Ehe drei Nebenfrauen.

1. Konkubinat mit Madelgard. Tochter:

Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbt. v. Faremoutiers

2. Konkubinat mit der Sächsin Gerswind. Tochter:

Adalthrud.

3. Konkubinat mit Regina. Sohn:

Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

Hugo, * 802 / 806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaiser Ludwig d. Frommen (834-840).

4. Konkubinat mit Adallind. Sohn:

Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

am 28. Jan. 814, 9h in seiner Pfalz in Aachen. Bestattet im Aachener-Münster (Marienkirche).

 

 

König u. Kaiser

Ludwig I.

814 - 840

* 16. 4. 778

20. 6. 840

Ludwig I. d. Fromme. * am 16. April 778 in Chasseneuil bei Poitiers in Aquitanien. S. u. N. des Kaisers Karl I. d. Gr. u. Hildegard, * 758, am 30. April 778, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. d. Alemannin Imma. Karolinger.

Salbung u. Krönung zum Unterkönig v. Aquitanien durch den Papst am 15. April 781 in Rom. Seit 813 Mitkaiser. Kaiserkrönung ohne Mitwirkung des Papstes am 11. Sept. 813 im Münster zu Aachen, Karl I. d. Gr. hieß seinem Sohn sich selbst die Krone vom Altar zu nehmen.

Seit 28. Jan. 814 König der Franken u. Kaiserkrönung mit seiner Gemahlin Irmengard durch Papst Stephan IV. in Reims. Die Krönungswiederholung, die Befugnis der Krönung wurde dem Papst wieder zugestanden, erfolgte mit der aus Rom mitgebrachten Krone Konstantins im Sept. 816 in Reims.

Reichsteilung 817 unter seinen Söhnen. Selbst mußte er sich am 30. Juni 833 auf dem Rothfeld bei Colmar seinen Söhnen ergeben. (Vom 30. Juni 833 - 1. März 834 abgesetzt).

Im Vertrag von Verdun wurde die Reichsteilung 843 besiegelt.

Sein Erzkanzler Hugo, * 802 / 806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822/823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaiser Ludwig d. Frommen (834-840), Sohn Kaiser Karl I. d. Gr. u. der Konkubine Regina.

Vor seiner Ehe mit Ermengard ein Konkubinat.

1. Ehe 794 mit Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Kinder:

3. Lothar I., * 795, am 29. Sept. 855, sein Nachfolger, Herzog v. Mittelfranken, (erhielt lt. Vertrag Elsaß, Lothringen, Italien, Belgien u. die Niederlande).

4. Pippin, * um 797, König v. Aquitanien (814-838), am 13. Dez. 838.

5. Rotrud, * um 800, ?, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am 25. Juni 841.

6. Hildegard, * 802/804, nach Okt. 841 bzw. nach dem 23. Aug. 860 ?, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am25. Juni 841. Später bis Okt. 841 Äbtissin des Klosters Notre-Dame in Laon.

7. Ludwig II. d. Deutsche, Nachfolger seines Bruders Lothar I. als Kaiser, * um 806, am 28. Aug. 876 in Frankfurt. Herzog v. Bayern, (erhielt lt. Vertrag die ostrheinischen Gebiet u. den slawischen Südwesten).

8. Gisela, * Ende 819/822, nach dem 1. Juli 874, Ehe um 836 mit Eberhard v. Friaul, 866. Sohn:

Markgraf Berengar I. v. Friaul, König v. Italien.

2. Ehe 819 mit Judith, am 19. April 843, Tochter des schwäbischen Grafen Welf u. der Sächsin Heilwich. Sohn:

9. Karl II. d. Kahle, * am 13. Juni 823, am 6. Okt. 877 in den Alpen. Herzog v. Westfranken, (erhielt lt. Vertrag Frankreich).

Kinder:

Alpais (Elpheid), mit einer Konkubine, * um 794, am 23. Juli 852, Ehe 806 mit Graf Bego, 28. Okt. 816, später Äbtissin v. St. Pierre-le-Bas in Reims.

Arnulf (mit einer Konkubine), * um 794, Graf v. Sens, nach 841.

am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim in der Pfalz, bestattet in St. Arnulf in Metz.

 

 

König u. Kaiser

Lothar I.

840 - 843

* 795

29. 9. 855

* 795. Ältester S. u. N. des Kaisers Ludwig I. d. Frommen u. mit Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Karolinger. Enkel des Kaiser Karl I. d. Gr. Seit 1. Aug. 814 Unterkönig in Bayern. Seit Juli 817 Mitregent. 818 Krönung in Aachen. Krönung zum König der Langobarden 822 zu Monza, die Eisenkrone, ein Geschenk von Papst Gregor d. Gr. an die soeben geweihte Basilika in Monza. Kaiserkrönung am 5. April 823 durch Papst Paschalis I. in Rom zum Mitkaiser. Kaiser Lothar I. richtete Italien als Unterkönigreich ein. 840 König der Franken. König v. Italien (822-825 u. 829-840). Kaiser seit 20. Juni 840. Im Vertrag von Verdun wurde die Reichsteilung 843 besiegelt. Der Vertrag von Verdun des Jahres 843 war das Dokument zur Bildung der nationalen Reiche von Frankreich u. Deutschland:

Ludwig d. Deutsche erhielt das Ostreich,

Karl d. Kahle das Westreich,

Lothar, Herzog v. Mittelfranken, (erhielt lt. Vertrag den Elsaß, Lothringen, Italien, Belgien u. die Niederlande.

Lothringen erhielt von ihm bzw. seinem Sohn Lothar II. seinen Namen Lothringen. Lothar I. blieb nach der Reichsteilung Kaiser u. König v. Italien. Im Kampf mit seinen Brüdern, Ludwig II. d. Deutschen u. Karl II. d. Kahlen um die Alleinherrschaft, ist er 843 unterlegen. 855 Abdankung u. Gang ins Kloster.

Nach seinem Tod zerfiel Mittelfranken in Lothringen, Burgund u. Italien.

Ehe 822 mit Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Kinder:

1. Ludwig II., sein Nachfolger, König v. Italien seit 844, Kaiser seit (850-875), am 12. Aug. 875.

2. Lothar II., Herzog v. Lothringen u. König (855-869), am 8. Aug. 869.

3. Karl, König v. Provence (855-863), Herzog v. Burgund, 863.

am 29. Sept. 855 im Kloster Prüm

 

 

König

Karl

* um 845

24. 1. 863

* um 845. Sohn des Kaiser Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie.

König der Provence seit 29. Sept. 855.

am 24. Jan. 863

 

 

König

Lothar II.

* um 835

8. 8. 869

* um 835. Sohn des Kaiser Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie.

König v. Lothringen seit 29. Sept. 855.

am 8. Aug. 869

 

 

Kaiser

Ludwig II.

* um 825

12. 8. 875

* um 825. S. u. N. des Kaiser Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Kaiser u. König v. Italien seit 6. April 850.

? Sein Sohn ?:

Ludwig III. d. Blinde, * 880, 928.

am 12. Aug. 875