Franken

 

Deutsches Germanenvolk seit dem 3. Jahrhundert n. Chr.

Im 3. Jahrhundert n. Chr. eine Niederlassung im mittel- u. niederrheinischen Raum. Sie entstand aus der Eroberung Galliens durch den Stammverband der salischen Franken aus dem Geschlecht der Merowinger. Der Aufstieg der Franken unter den Merowingern führte zur beherrschenden Großmacht. 531 gelang ein Sieg über Thüringen. Die Mainlande wurden zum Kernraum der Franken.

 - Austrasien mit der Hauptstadt Reims, später (nach Chlodwig I.) Metz.

 - Neustrien mit der Hauptstadt Paris, später (nach Chlodwig I.) Soisson.

 - Aquitanien mit der Hauptstadt Toulouse (seit 629 selbständig).

Grenzherzogtümer des fränkischen Königreiches waren: Alemannien, Bayern Thüringen. Das Kernland der Mainlande entwickelte sich vom 6. - 8. Jahrhundert. 746 wurde das Herzogtum der Alemannen aufgelöst u. dem Frankenreich einverleibt. Bayern wurde nach der Flucht des Herzogs Tassilo III. 788 fränkische Präfektur.

Ausübung der Herrschaft durch Merowinger, Karolinger u. Konradiner.

 

Franken: war bis auf Hugo Capet (987) germanischer Abstammung.

Das Herzogtum Franken: besaß im Gegensatz zu Bayern, Sachsen und Schwaben keine herzogliche Gewalt (bis auf Konrad I. und seinen Bruder Eberhard).

 

Salier              Hauptstadt: Reims

 

König

Hilderich

um 224

 

 

 

 

König

Childebert

Gildebert. 1. König ?

 

 

König

Pharamund

420 - 428

Faramund.

?

 

König

Chlodio

428 - 448

Salierkönig.

Hofhaltung im Land der Thoringer bei Dispargum (Duysborg oder Duisburg ?).

Eroberung von Cambrai u. Ausdehnung des Reiches bis an die Somme.

Ihm folgte König Merowech.

um 460 ?

 

 

König

Gibich

Helden der Deutschen Sage:

Hagen, sein Vetter.

Gunther, sein Sohn u. Nachfolger.

 

König

Gunther

S. u. N. des Königs Gibich.

?

 

 

Merowinger                                                                    Herrschaft über 270 Jahre

 

König

Merowech

448- 457

um 483

Merowig oder Merowing. (Sein Name ist nur durch den Geschichtsschreiber Gregor v. Tours überliefert. In den Kämpfen dieser Zeit wird dieser Name nicht erwähnt).

Nachfolger des König Chlodio. Feind der Kirche.

Sein Sohn:

Childerich I., sein Nachfolger.

um 483

 

 

König

Childerich I.

457 - 481

* 436

481

* 436. S. u. N. des Königs Merowech.

Gründer des Merowinger-Reiches (457-751) mit 31 Königen.

Ehe mit Basina, vordem Gemahlin des König Bisino v. Thüringen. Kinder:

Chlodowech (Chlodwig I.), sein Nachfolger in Austrasien.

Albofleda, (seine 1. Tochter).

? (seine 2. Tochter).

481, bestattet beim heutigen Tournais. (Sein Grab wurde 1653 in Tournais an der Schelde entdeckt).

 

 

König

Chlodwig I. d. Gr.

481 - 511

* 466

27. 11. 511

Chlodwig I. d. Große, * 466. S. u. N. des Königs Childerich I. u. Basina. Merowinger.

Begründer des Franken-Reiches.

Seit 482 Kleinkönig eines salisch-fränkischen Stammes im Gebiet von Tournay.

Unterwarf 486 den römischen Statthalter von Gallien, Syagrius, bei Soisson u. brachte das Gebiet zwischen Loire u. Somme in seinen Besitz. 496 siegte er mit sächsischer Hilfe bei Zülpich gegen die Alemannen u. gewinnt Aquitanien 507 im Kampf gegen die Westgoten. Er entledigte sich aller fränkischen (Salier u. Ripuarier) Mitkönige durch Gewalt. Mit der Beseitigung aller Gaukönige u. der Zerschlagung des Römischen Reiches in Gallien unter Syagrius schafft Chlodwig ein geeintes Frankenreich. Ausdehnung des Reiches bis an die Seine, später bis zur Loire mit der Residenz in Soisson.

1. Germanenfürst, der sich dem westlichen Glaubensbekenntnis anschloß. Erster Christ durch den Übertritt zur katholischen Konfession. Am 25. Dez. 497 wurden mit König Chlodwig I. ca. 3000 Franken in Reims durch den heiligen Bischof Remigius getauft.

Nach seinem Tod 511 Reichsteilung unter seinen Söhnen:

Theuderich (Hugo Theoderich), 1. natürlicher Sohn des Königs Chlodwig I., König v. Austrasien mit der Hauptstadt Metz, sein Nachfolger, 534.

Ingomar, der Erstgeborene, getauft, danach †.

Ehe 493 mit der christlichen Chlothilde (Chrotechilde), hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund. Kinder:

Amelburg, Ehe mit König Irminfrid v. Thüringen (sie verlangte das Erbteil ihres Halbbruders Theoderich I.).

Chlodomer, (2. Sohn des König Chlodwig I.), König v. Orleans, 524, gefallen (von König Godomar v. Burgund besiegt u. getötet). Ehe mit Gundeuca. Söhne:

Theodebald, wurde von deinem Oheim Chlotar I. ermordet.

Gunthar (beide Brüder wurden von ihrem Oheim Chlotar I. ermordet).

?, (den dritten Sohn schickte Chlotar I. ins Kloster).

Childebert I., (3. Sohn des König Chlodwig I.), Herzog v. Burgund, 558.

Chlothar I., (4. Sohn des König Chlodwig I.), Herzog v. Soisson, 561.

Chlothilde, von ihrem arianischen Gatten zu Tode gemartert, Ehe mit König Amalarich der Westgoten, Sohn des Königs Alarich. (Eventuell Tochter des König Chlothar I. der Franken). Tochter:

Brunhilde, Ehe mit König Sigibert I. v. Austrasien.

am 27. Nov. 511 in Paris, bestattet in der Apostelkirche zu Paris.

 

511 Reichsteilung

 

 

Hpst.: Metz

 

König

Theuderich I.

511 - 533

* um 485

533

Hugo Theoderich (Theuderich). * um 485. Ältester natürlicher S. u. N. des Königs Chlodwig I. u. eines Kebsweibes.

König v. Austrasien seit 27. Nov. 511 in Reims. Bezwingt 531 König Hermanfried v. Thüringen mit Hilfe der Sachsen u. erobert das Land.

1. Ehe mit Eustera, Tochter des Königs Alarich der Westgoten, Sohn des Königs Eurich (Euricus). Sohn:

Theudebert I., sein Nachfolger in Austrasien.

2. Ehe mit Tochterkind des König Sigismund v. Burgund. Tochter:

Theodelind, Ehe mit Hermenegiselo v. Vanorum, in 2. Ehe mit Stiefsohn Radigero, von ihm verstoßen, 563.

Ehe mit Radegunde, Tochter des Thüringenfürsten Berchtachar.

Ehe ? eventuell ? mit Audefleda, Tochter des Chlotar I. u. Ingunda.

Ende 533 erm.

 

 

König

Theudebert I.

533 - 548

548

Theodobert (Theudebert I.). S. u. N. des Königs Theuderich I. u. Eustera, Tochter des Königs Alarich der Westgoten.

Von seinem Onkel, König Childebert I., 534 adoptiert u. regierte zu Metz.

König v. Austrasien in Reims seit Ende 533.

1. (u. 3.) Ehe mit Wisigarda, Tochter des König Wacho der Langobarden, 534 verlassen u. 540 auf Druck der Kirche wieder zu sich genommen.

2. Ehe mit Deuteria, als verehelichte Frau gefangen weggeführt u. 540 verstoßen, da sie aus Eifersucht ihre Tochter aus 1. Ehe ermordet hatte. Sohn:

Theodobaldum, sein Nachfolger in Austrasien (Metz).

548

 

 

König

Theodebald

548 - 555

* 535

Nov./Dez. 555

Theodobaldum (Theodebald). * 535. S. u. N. des Königs Theudebert I. u. Deuteria.

Mit seinem Tod fiel das Reich an König Chlotar I., König v. Austrasien seit 548.

Ehe mit Waldrada (Valroda), Schwester der Wisigarda, der ersten Gemahlin seines Vaters. (In 2. Ehe als Witwe mit König Chlotar I.).

im Nov./Dez. 555

 

 

 

Soisson

 

König

Chlotar I.

511 - 558

* um 466

29. Nov. 561

* um 466. 4. u. jüngster Sohn des Königs Chlodwig I. u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

Herzog in Soisson seit 27. Nov. 511, Er teilte sich das Herzogtum Burgund mit seinem Bruder Childebert I. u. vergrößerte sein Reich nach der Schlacht 531 an der Unstrut mit großen Teilen Thüringens. Alleinherrscher nach dem Tod seiner Brüder u. seines Neffen Theudebert seit 23. Dez. 558 bis 561.

Nach seinem Tod abermals Reichsaufteilung unter seine Söhnen u. Verfall des Reiches.

Sechs Ehen:

Ehe mit Waldrada (Valroda), Witwe des Königs Theudobald, 555.

Ehe mit der Gefangenen Radegunde, * 519, am 13. Aug. 587 im Kloster Portiers. Im Krieg von König Chlotar I. 531 gefangen genommen, Tochter des in der Schlacht erschlagenen Königs Betthari (Berthachar) v. Thüringen u. Nichte des Königs Hermanfried (Irminfried) v. Thüringen. Ging nach der Ermordung ihres Bruders durch ihren Gatten 550 in das von ihr gegründete Kloster Portiers.

Ehe mit Harigunda (Aerigunda). Sohn:

Chilperich I., sein Nachfolger in Soisson, 584, ermordet (vermutlich von Fredegunde).

Ehe mit Ingunda, Schwester der Harigunda. 6 Kinder:

Sigibert, * 535, sein Nachfolger in Austrasien in Metz, 575, ermordet (vermutlich von Fredegunde). Ehe mit Brunhilde. Kinder:

Childebert II., * 570, 595

Ingunde

Clodosinde

Guntram (Gunthchramm), König v. Burgund (Orleans), 592.

Charibert, 3. S. u. N. des König Chlotar I. u. Ingunde. König in Paris, 570.

? Sohn ?, wurde ins Kloster gesperrt u. nach mißlungenem Racheakt getötet.

Lautildis, ging ins Kloster.

Audefleda, Ehe mit Theoderich (vermutlich ältester natürlicher Sohn des Königs Theuderich I. v. Austrasien).

Chlothilde, Ehe mit König Amalerich der Westgoten, Sohn des Königs Alerich II., (eventuell eine Tochter des Königs Chlodwig I.).

am 29. Nov. (Dez.) 561 in Compiègne

siehe: unten

 

 

Orleans

 

König

Chlodomer

511 - 524

524

Zweiter S. u. N. des Königs Chlodwig I. v. Franken u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

König v. Orleans seit 27. Nov. 511. Von König Godomar v. Burgund besiegt u. getötet.

Ehe mit Gundeuca. Söhne:

Theodebald, wurde von deinem Oheim Chlotar I. ermordet.

Gunthar, beide Brüder wurden von ihrem Oheim Chlotar I. ermordet.

?, (den dritten Sohn schickte Chlotar I. ins Kloster).

524, gefallen.

 

 

 

Paris

 

König

Childebert I.

551 - 558

23. 12. 558

3. Sohn des Königs Chlodwig I. u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

Herzog v. Burgund. König in Paris seit 27. Nov. 511.

am 23. Dez. 558

 

 

 

Franken

 

König

Chlotar I.

558 - 561

* um 466

Nov. / Dez. 561

* um 466. 4. u. jüngster Sohn des Königs Chlodwig I. u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

Herzog v. Soisson, teilte das Herzogtum Burgund mit seinem Bruder Childebert I.

Alleinherrscher nach dem Tod seiner Brüder u. seines Neffen Theudebert seit 23. Dez. 558 bis 561.

Nach seinem Tod abermals Reichsaufteilung unter seine Söhnen u. Verfall des Reiches.

Nov. / Dez. 561

siehe: oben

561 Reichsteilung

 

 

Paris

 

König

Charibert I.

561 - 567

7. 5. 567

3. S. u. N. des Königs Chlotar I. u. Ingunde, Schwester der Harigunda (der 1. Gemahlin seines Vaters).

König in Aquitanien, regierte zu Paris. Nach seinem Tod 567 wird Aquitanien unter seinen drei Brüdern aufgeteilt. Es bilden sich: Austrasien, Neustrien u. Burgund.

1. Ehe mit Ingobergam

2. Ehe mit Merofleden,

3. Ehe mit Marcofeven, Schwester der Merofleden, eine Nonne, gebannt.

Seine Töchter:

Bertha, katholisch, Ehe 589 mit König Ethelbert v. England, Teilkönig von Kent.

? Chrodilde, Nonne, lebte zuletzt auf einem Landgut in der Nähe des Klosters zum heiligen Kreuz bei Poitiers.

am 7. Mai 567 (mit ca. 49 Jahren)

 

 

 

Burgund - Orleans

 

König

Gunthram

561 - 567 ?

28. 3. 592

(Gunthracham). 2. S. u. N. des Königs Chlotar I. u. Ingunde, Schwester der Harigunda (der 1. Gemahlin seines Vaters).

König v. Orleans (Burgund).

am 28. März 592, in seinem 33. Regierungsjahr.

 

Das reich fiel mit seinem Tod 592 an König Childebert II., denn König Gunthram hatte nach dem Tod seiner Söhne im Vertrag von Andelot 586 das Reich an Childebert II. v. Austrasien überschrieben.

 

 

Neustrien - Soisson

 

König

Chilperich I.

561 - 584

584

Sohn des Königs Chlotar I. u. Harigunda. Nachfolger seines Halbbruders König Charibert I. in Aquitanien.

König v. Neustrien (561-567) in Soisson u. (567-584) zu Paris. Führte Kriege gegen seine Brüder, konnte aber die Alleinherrschaft nicht erringen (ein Nero des Frankenlandes).

1. Ehe mit Audovera. Sohn:

Theodobert (ältester Sohn des König Chilperich I.), König in Soisson.

568 von des Vaters Bruder König Sigibert gefangen u. in der Schlacht 575 gegen Sigibert erschlagen.

2. Ehe mit seiner Mätresse Fredegunde, 597, verstoßen. Vormundschaft u. Regierung führte sie seit 584 für ihren Sohn Chlotar u. Kriege gegen Brunhilde u. deren Sohn bis zum Tod. Sohn:

Chlotar II., * 584, (4 Monate alt zum Zeitpunkt der Ermordung seines Vaters), sein Nachfolger in Neustrien.

3. Ehe mit Galaswintha (Goidewintha, Galswind), 567, ermordet, Tochter des Königs Athanagild d. Westgoten u. Goswintha aus Spanien. Galaswintha ist die Schwester der Brunhilde, der Gattin des Königs Sigibert I. v. Austrasien. (König Chilperich behielt aber seine (2. Gemahlin od.) Geliebte Fredegunde bei sich). Galswintha wurde (vermutlich von Fredegunde) erdrosselt.

4. Ehe mit Fredegunde.

Sein Sohn:

Merowech, nach der Ermordung König Siegbert v. Austrasien, Ehe mit dessen Witwe Brunhilde.

Seine ? Tochter: Basina.

im Herbst 584, ermordet (vermutlich von Fredegunde erdolcht).

 

siehe: Neustrien

 

König

Theodobert

567 - 575

584

Theodobert (ältester Sohn des Königs Chilperich I.).

König in Soisson. 568 von des Vaters Bruder König Sigibert gefangen u. in der Schlacht 575 gegen Sigibert erschlagen.

584, im Feld erschlagen

 

 

 

Metz

 

König

Sigibert I.

561 - 567 (575)

* 535

* 535. S. u. N. des Königs Chlotar I. u. Ingunde, Schwester der Harigunda (der 1. Gemahlin seines Vaters). Bruder des König Chilperich I.

König in Metz seit Nov. / Dez. %61

 

Reichsteilung 567

siehe: unten