Karolinger Û Arnulfinger od. Pippiniden

 

Pippin I. d. Ä.

629 ? - 640

640

Pippin I. d. Ältere v. Landen. Hausmeier. - Geschlecht der Karolinger -

Pippin entstammte dem fränkischen Adel nördlich der Ardennen. Er war Hausmeier u. mit Arnulf v. Metz Führer des austrischen Adels unter König Chlotar II. v. Austrasien, der 613 den Sieg über Königin Brunhilde errungen hatte. Als Folge des Sieges Erhebung zum Hausmeier, Ratgeber u. Erzieher König Dagobert I. u. nach ihm in diesem Amt sein Sohn Grimoald. Dieser versuchte nach dem Tod von König Sigibert III. seinen Sohn Childebert auf den Thron zu heben, indem er König Sigiberts Sohn Dagobert scheren ließ u. in die Fremde trieb, wofür Grimoald 656 in einem Volksaufstand zusammen mit seinem Sohn mit dem Leben bezahlen mußten.

Ehe mit Ida. Kinder:

Gertrud v. Nivelles, * 626, am 17. März 659, Äbtissin, hl.

Grimoald I., sein Nachfolger als Hausmeier. Hatte nach dem Tod des König Sigibert III. dessen Sohn Dragobert scheren u. vertreiben lassen um seinen eigenen Sohn auf den Thron zu heben. 662 kam es zum Volksaufstand, seiner Gefangennahme u. 656 Hinrichtung. Sohn:

Childebert, 656, durch Volksaufstand mit seinem Vater hingerichtet.

? Begga, eine Tochter.

Ehe mit Ansegisel, Sohn des Bischofs Arnulf v. Metz u. Ratgeber des Königs. Sohn:

Pippin II. d. Mittlere.

640

 

 

Pippin II. d. M.

640 - 714

* um 635

16. 12. 714

Pippin II. d. Mittlere v. Heristall. * um 635. Sohn des Hausmeiers Ansegisel u. Begga, Tochter des Hausmeiers Pippin I. d. Älteren. Enkel u. Nachfolger des Hausmeiers Pippin d. Älteren.

Majordomus des Frankreiches. Er nannte sich Fürst u. Hausmeier in Austrasien u. errang die Stellung eines Herzogs v. Austrasien. Nach dem Sieg über die Hausmeier in Neustrien 687 (Ebroin wurde 681 nach 20jähriger Schreckensherrschaft ermordet), Herrschaft über ganz Frankreich.

Friedelehe mit Chalpaida. Sohn:

Karl Martell, * 688, 741

Ehe mit Plektrudis. Stiefmutter des Karl Martell. Söhne:

Drogo, Herzog v. Champagne, vor 714, bestattet in Metz.

Grimoald, Majordomus in Neusten, vor 714, ermordet. Natürlicher Sohn:

Theudoald, Ehe mit Teudesinda, Tochter des heidnischen Herzogs Radbod.

Sein Sohn:

Graf Hildebrand (Childebrand), vor 714. Sohn:

Graf Nibelung.

am 16. Dez. 714

 

 

Karl Martell

714 - 741

* 688

22. 10. 741

(Der Hammer). * 688. Friedelsohn des Hausmeier Pippin II. aus einer Nebenehe mit Chalpaida. Als Friedelsohn war er zugunsten der Enkel von Pippin II. von der Erbfolge ausgeschlossen. Mit Siegen gegen die Sachsen u. Friesen riß er die Macht an sich u. erhob sich zum Hausmeier in Austrasien, seit dem Sieg am 21. März 717 auch in Neustrien. 731 Sieg über den alemannischen Herzog Lantfried.

Siegte 732 mit Unterstützung der Langobarden über die Araber (Sarazenen) bei Tours u. Poitiers. Damit brachte Karl Martell das Vordringen der Araber zum Stillstand. Nach abermaligem Einfall der Sarazenen 737 in Gallien brachte er ihnen erneut eine große Niederlage bei.

König Childerich III. führte nur noch ein Schattendasein. Die Könige im Frankenreich waren in ihrem Machtbereich erheblich eingeschränkt. Seit 737 waltete Karl Martell als ungekrönter König. 738 unternahm er einen Kriegszug gegen die Sachsen.

Das Geschlecht der Arnulfiden u. Pippiniden führte zur Entwicklung der Karolinger. Die Reichsteilung vollzog sich durch Vererbung an seine Söhne.

1. Ehe mit Chrotrude. Söhne:

1. Karlmann, älterer Bruder von Pippin III., Mönch. Fürst u. Herzog d. Franken. Er war von seinem Vater mit Austrasien u. Schwaben belehnt, was seit dieser Zeit Alemannien genannt wurde, sowie mit Thüringen. Als er 746 ins Kloster Monte Soratte bei Rom (seit 750 in Monte-Cassino) eintrat, hatte er die Regierung u. seinen Sohn Droho an seinen Bruder Pippin III. übergeben, 754.

2. Pippin III. d. Jüngere, d. Kurze, * 714, Hausmeier, er war von seinem Vater mit Burgund, Neusten u. der Provinz belehnt. 768.

2. Ehe mit Swanahild. Sohn:

Gripho, Halbbruder von Pippin III. u. Karlmann. Er wurde von Ihnen in der Nachfolge ausgeschlossen, nach Empörung in der Schlacht getötet, 753.

Seine Tochter:

Chiltrud, Ehe mit Herzog Odilo v. Bayern.

am 22. Okt. 741 zu Quircy. Bestattet in der Kirche des heiligen Dionysius zu Paris in St. Denis.

 

 

König

Pippin III.

751 - 768

* 714

24. 9. 768

Pippin III. d. Jüngere, d. Kurze. * 714. S. u. N. des Hausmeiers Karl Martell u. Chrotrude. Hausmeier in Neusten seit 741 bis 747 zusammen mit Bruder Karlmann. Hausmeier in Austrien seit 747. Errang im Nov. 751 den Titel „König der Franken“, Salbung zu Soisson durch den Erzbischof u. Märtyrer Bonifatius.

Pippin III. kämpfte (743-746) gegen die nach ihrer Unabhängigkeit strebenden Herzöge v. Bayern u. Schwaben. Das Herzogtum der Alemannen wurde nach letztem Adelsaufstand 746 aufgelöst u. dem Frankenreich einverleibt. 746 hatte er die Ansprüche seines Bruders Karlmann übernommen u. damit seine Macht bedeutend erweitern können. Später erfolgte die Zerschlagung des bayrischen Herzogtums. Pippin III. beseitigte die Scheinherrschaft der Merowinger Könige, sie hatten 270 Jahre geherrscht u. waren zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken, denn die Majordomus regierten für sie. Nach Absetzung König Childrich III. ließ sich Pippin selbst mit päpstlicher Zustimmung 751 zum König wählen. Salbung zum König der Franken nach biblischem Vorbild mit Chrisam erfolgte am 19. Nov. 751 mit Bertrada durch Bonifatius (Winfried). Seine Krönung zum König der Franken durch Papst Stephan II. am 25. Juli 754 zu Saint-Denis in Frankreich. Eine zweite Salbung mit seinen beiden Söhnen am 28. Juli 754. Papst Stephan II. ruft nun König Pippin III. zur Erhaltung des Kirchenstaates zu Hilfe u. Pippin III. kämpft (754-756) gegen König Aistulf der Langobarden zur Unterstützung des Papstes (König Aistulf stand am 1. Jan. 756 vor Rom, belagerte die Stadt u. verwüstete die Umgebung) u. gab das eroberte Land mit einer Schenkungsurkunde dem Papst. Die Schenkung umfaßt die Gebiete:

Korsika, Tuscien, das Exarchat Ravenna, Venetien, Istrien u. die Herzogtümer Spoleto u. Benevent (Stiftung des Kirchenstaates).

753 u. 758 erfolgreiche Kriegszüge gegen die Sachsen.

Der Papst legte die Übertragung der römischen Schutzherrschaft auf den Frankenkönig Pippin III. u. verleiht ihm u. seinen Söhnen den Titel „Patricius Romanorum“. Der letzte Merowinger, König Childerich III. wird ins Kloster geschickt. 768 wird Aquitanien in Besitz genommen.

Nach seinem Tod Reichsteilung unter seinen Söhnen Karlmann u. Karl. Sie wurden beide in Soisson u. Noyon zu Königen erhoben u. von Bischöfen gesalbt.

Ehe mit Bertrada (Berta), 783. Kinder:

Karlmann, * am 4. Dez. 751, Krönung am 9. Okt. 768 in Soisson, am 4. Dez. 771.

Ehe mit Gerberga, Tochter des Königs Desiderius der Langobarden, Floh nach dem Tod ihres Gatten zu ihrem Vater zusammen mit ihren Söhnen:

Pippin, ?.

Siagrium, ?.

Gertrud v. Neville, hl.

Ehe mit Graf Charibert v. Laon ?

Gisela, Äbtissin des Klosters Kala bei Paris.

Ehe mit Adalgis, Sohn des Königs Desiderius der Langobarden u. Bruder der Desiderata.

(Die eheliche Verbindung mit dem Sohn des Kaisers Konstantin V. wurde mit dem Willen des Papstes ausgeschlagen, aber auch die Ehe mit Adalgis zerschlug sich).

Ältester u. natürlicher Sohn Karl gezeugt mit der Tochter des Grafen v. Laon:

Karl, * 742, später Karl I. d. Große, sein Nachfolger (768-814).

am 24. Sept. 768, begr. in St. Denis.

 

siehe: Geschichte d. katholischen Kirche, S. 192

 

König

Karl I. d. Gr.

768 - 814

* 2. 4. 742.

28. 1. 814

 

Karl I. d. Gr.

Flavius Anicius Carlus. * am 2. April 742. Ältester u. natürlicher S. u. N. des Königs Pippin III. d. Jüngeren, 768 u. Bertrada, 783, einer Tochter des Grafen v. Laon. Karolinger. Groß an Geist u. Körper. Fürst, Staatsmann, Mensch, 1165 hl. gesprochen.

Seit 9. Okt. 768 Teilkönig d. Franken. 745 in Rom von Papst Stephan II. zum König gesalbt u. mit dem Titel „Patricius Romanorum“ belehnt.

- 1. Kaiser des Weströmischen Reiches -

Übernahm als Erbe Austrasien u. Neustrien u. war nach dem Tod seines Karlmanns, der einen sich anbahnenden Bruderzwist verhinderte, am 4. Dez. 771 Alleinherrscher im Reich. Die Witwe des Karlmanns, Gerberga, floh mit ihrem einjährigen Sohn zu ihrem Vater, König Desiderius der Langobarden. 773 wurde sie von Karl I. d. Gr. in ein Kloster verbannt. Karl hatte 773 den Sieg über die Langobarden in Oberitalien errungen u. wurde Anfang Juni 774 König v. Italien u. Patricius der Römer (König Desiderius wurde kahl geschoren u. ebenfalls ins Kloster verbannt). 772, 776, 779, 782, 797 u. 804 folgten die Siege über die Sachsen, 778 über die Bayern. Der Aufstand des Herzogs Widukind wurde (782-785) niedergeschlagen, dessen Erhebung brach zusammen u. endete mit der Taufe Widukinds im Jahr 785. Die Araber wurden von Karl an den Ebro zurückgeworfen. Damit schuf er das große Karolinger Frankenreich. Er erreichte i. Jahr 800 das Bestätigungsrecht der Papstwahl u. war nach seiner Krönung König d. Franken u. Langobarden, Kaiser u. Schutzherr Roms. Vier Italienzüge:

1. Italienzug 773 mit Sieg über die Langobarden u. Antritt zur Nachfolger als König v. Italien. Weilte Ostern 773 in Rom u. nahm auf der Heimreise König Desiderius u. dessen Gemahlin mit in die Verbannung.

Nannte sich nun „König d. Franken u. Langobarden u. Patrizier der Römer“. 776 hatte er aus Sachsen kommend die Verschwörung im Langobardenreich des Prinzen Adalgis unterdrückt.

2. Italienzug 780 mit Salbung seiner Söhne in Rom.

3. Italienzug 787 mit dem Sieg gegen Herzog Arichis v. Benevent u. Salerno.

4. Italienzug 800 mit seiner Kaiserkrönung am 25. Dez. 800 in St. Peter in Rom durch Papst Leo III.

Nach seiner Krönung in Rom wurde er Kaiser u. Augustus genannt. Seine nachträgliche Anerkennung durch den byzantinischen Kaiser in den westlichen Gebieten erfolgte 811.

Schaffung der Voraussetzung zur Bildung eines Deutschen Staates.

Er gründete das Karolingische Kaisertum u. erhob die Benediktregel zum Reichsgesetz.

Die Pippinische Schenkung an den Papst wurde 774 in feierlicher Form bestätigt. Für Notre-Dame wurde der Grundstein gelegt, das Bauwerk später von König Philipp August vollendet. Erbauer der Pfalzen von Aachen u. Ingelheim.

Insgesamt vier Ehen u. fünf Konkubinate:

Vor seiner 1. Ehe hatte er mit Himiltrud um 768 einen natürlichen Sohn:

Pippin d. Bucklige, * um 770, (nach der Erhebung gegen seinen Vater 792, Mönch im Kloster Prüm), 811. Sohn:

Bernhard, 818

1. Ehe um 770 mit Desiderata (Adalhardi), Tochter des Königs Desiderius der Langobarden. Er wurde dadurch Schwager des Herzogs Tassilo v. Bayern, gab aber nach einem Jahr Desiderata an ihren Vater zurück.

2. Ehe vor 30. April 771 mit Hildegard, * 758, am 30. April 783, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. d. Alemannin Imma. Sohn:

Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840.

Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

3. Ehe im Okt. 783 mit Fastrada, 10. Aug. 794, Tochter Rudolf aus ostfränkischem Grafengeschlecht. Töchter:

Theodrada, * um 785, am 9. Jan. 844/853, seit 814 Äbtissin v. Argenteuil.

Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

4. Ehe im Herbst 794/796 mit Liutgard v. Allemanien, am 4. Juni 800.

Sandte im Sommer 802 einen Heiratsantrag an Kaiserin Irene von Byzanz.

Kinder:

1. Pippin d. Bucklige, * um 770, nach Erhebung gegen seinen Vater 792, Mönch im Kloster Prüm, 810. Sohn:

Bernhard, 818

2. Karl, * 772 / 773, König in Neustrien u. Austrasien seit 788. Befand sich als 12jähriger 784 mit seinem Vater auf dem Sachsenfeldzug. Krönung am 25. Dez. 800 in Rom zum fränkischen König u. 806 in der Nachfolge des Kaisertums proklamiert. am 4. Dez. 811, bestattet vermutlich in Aachen.

3. Adelheid, * Sept. 773 / Juni 774, am Juli / Aug. 774.

4. Rotrud (Hruodtrud), * um 775, am 6. Juni 810, durfte als seine Tochter nicht heiraten. Verlobung (781-786) mit dem Sohn der byzantinischen Kaiserin Irene, Konstantin VI. Porphyrogenetos, wurde 786 aufgelöst. Seit ca. 800 Verbindung mit Graf Rorico, um 840. Sohn:

Ludwig, * um 800, am 9. Jan. 867, seit Okt 840 Abt v. Denis, Erzkanzler des König Karl d. Kahlen (840-867).

5. Karlmann, * 777 (seit 15. April 781 Pippin), am 8. Juli 810, Unterkönig der Langobarden, König v. Italien (781-810). Taufe u. Krönung zum König der Langobarden durch den Papst 781. Ehe seit ca. 795 mit ? Kinder:

Bernhard, am 8. Juli 810, König v. Italien (813-817) unter dem Vormund des Abtes Wala v. Corbie. Nach seiner Verschwörung wurde er 818 geblendet u. starb. Fünf Töchter.

6. Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840.

Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

7. Lothar (Zwillingsbruder des Ludwig), 779 / 780.

8. Berta, * 779 / 780, am 14. Jan. 823, durfte als seine Tochter nicht heiraten, seit ca. 795 Verbindung mit Angilbert, Abt v. St. Riquier, am 18. Febr. 814. Kinder:

Nithard (800-845)

Hartuid (800-?)

9. Gisela, * vor Mai 781, nach 800, vermutlich nach 814.

 10. Hildegard, * nach 8. Juni 782, am 8. Juni 783.

 11. Ruodheid, * um 784, nach 800, vermutlich nach 814.

 12. Theodrada, * um 875, am 9. Jan. 844 / 853, seit ca. 814 Äbtissin v. Argenteuil.

 13. Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

 14. Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

 15. Adalthrud

 16. Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

 17. Hugo, * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

 18. Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

Karl I. d. Gr. hielt sich nach seiner 4. Ehe drei Nebenfrauen:

1. Konkubinat mit Madelgard. Tochter:

Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

2. Konkubinat mit der Sächsin Gerswind. Tochter:

Adalthrud

3. Konkubinat mit Regina. Sohn:

Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

Hugo, * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822/823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

4. Konkubinat mit Adallind. Sohn:

Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

am 28. Jan. 814, 9h in seiner Pfalz in Aachen. Trauerzug von Babylon nach Alexandrien. Bestattet im Aachener-Münster (Marienkirche). Hl.

 

vergl.: Deutsche Kaiser  u. Langobarden.

 

König

Ludwig I.

814 - 840

* 16. 4. 778

20. 6. 840

Ludwig I. d. Fromme. * am 16. April 778 in Chasseneuil bei Poitiers in Aquitanien. S. u. N. des Kaisers Karl I. d. Gr. u. Hildegard. Karolinger.

Salbung u. Krönung zum Unterkönig v. Aquitanien durch den Papst am 15. April 781 in Rom. Seit 813 Mitkaiser. Kaiserkrönung ohne Mitwirkung des Papstes am 11. Sept. 813 im Münster zu Aachen (Karl I. d. Gr. hieß seinem Sohn sich selbst die Krone vom Altar zu nehmen).

Seit 28. Jan. 814 König der Franken u. Römischer Kaiser. Krönung mit seiner Gemahlin Irmengard durch Papst Stephan IV. in Reims. Die Krönungswiederholung erfolgte mit der aus Rom mitgebrachten Krone Konstantins im Sept. 816 in Reims. Die Befugnis einer Krönung wurde dem Papst wieder zugestanden. Reichsteilung unter seinen Söhnen 817. Ludwig wurde mehrfach von seinen Söhnen gestürzt. Mußte sich am 30. Juni 833 auf dem Rothfeld bei Colmar im Elsaß seinen Söhnen ergeben. (Vom 30. Juni 833 - 1. März 834 abgesetzt). Im Vertrag von Verdun wurde 843 die Reichsteilung besiegelt.

Erzkanzler des Kaisers:

Hugo (834-840). Sohn des Kaisers Karl I. d. Gr. u. der Konkubine Adallind. * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, 822/823 Abt v. St. Quentin, 836 Abt v. St. Bertin.

Vor seiner Ehe mit Ermengard ein Konkubinat mit ? - Kinder:

1. Alpais (Elpheid) mit einer Konkubine, * um 794, am 23. Juli 852, nach der Ehe  Äbtissin v. St. Pierre-le-Bas in Reims, Ehe 806 mit Graf Bego, 28. Okt. 816.

2. Arnulf (von einer Konkubine), Graf v. Sens, * um 794, nach 841.

1. Ehe 794 mit Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Kinder:

3. Lothar I., * 795, am 29. Sept. 855, sein Nachfolger (840-843), Herzog v. Mittelfranken (lt. Vertrag: Elsaß, Lothringen, Italien, Belgien u. Niederlande).

4. Pippin, König v. Aquitanien (814-838), * um 797, am 13. Dez. 838.

5. Rotrud, * um 800, ?, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am 25. Juni 841.

6. Hildegard, * 802/804, nach Okt. 841 bzw. nach dem 23. Aug. 860 ?, nach der Ehe bis Okt. 841 Äbtissin des Klosters Notre-Dame in Laon, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am25. Juni 841.

7. Ludwig II. d. Deutsche, * um 806, am 28. Aug. 876 in Frankfurt, Herzog v. Bayern (lt. Vertrag 843 v. Verdun: ostrhein. Gebiet u. slawischer Südwesten). Nachfolger seines Bruders Lothar I. als Kaiser. Söhne:

Karlmann, * um 830, Erbe von Bayern, am 22. März bzw. 29. Sept. 880.

Karl III. d. Dicke, * 839, Erbe von Schwaben (Alemannen), am 13. Jan. 888.

8. Gisela, * Ende 819/822, nach dem 1. Juli 874, Ehe um 836 mit Eberhard v. Friaul 866. Sohn:

Berengar I., Markgraf v. Friaul, König v. Italien (888-923).

2. Ehe 819 mit Judith, am 19. April 843, Tochter des schwäbischen Grafen Welf u. der Sächsin Heilwich. Sohn:

9. Karl II. d. Kahle, * am 13. Juni 823, am 6. Okt. 877 in den Alpen. Herzog v. Westfranken (lt. Vertrag 843 v. Verdun: Frankreich).

Söhne aus 1. Ehe:

Wala, Agobard u. Ebo, die sich gegen ihn erhoben u. bekämpft wurden.

am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim in der Pfalz, begr. in St. Arnulf in Metz.

 

 

König

Lothar I.

840 - 843

* 795

29. 9. 855

* 795. Ältester S. u. N. des Kaisers Ludwig I. d. Frommen u. Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Enkel von Kaiser Karl I. d. Gr. Karolinger.

Seit 1. Aug. 814 Unterkönig in Bayern. Seit Juli 817 Mitregent. 818 Krönung in Aachen. 840 König der Franken. König v. Italien (822-825 u. 829-840). Kaiser seit 20. Juni 840. 855 Abdankung u. Gang ins Kloster.

Krönung zum König der Langobarden 822 zu Monza mit der Eisenkrone, ein Geschenk von Papst Gregor d. Gr. an die soeben geweihte Basilika in Monza. Kaiserkrönung am 5. April 823 durch Papst Paschalis I. in Rom zum Mitkaiser. Lothar I. richtete Italien als Unterkönigreich ein.

Im Vertrag von Verdun wurde die Reichsteilung 843 besiegelt. Dieser Vertrag war das Dokument zur Bildung der nationalen Reiche von Frankreich u. Deutschland.

Ludwig d. Deutsche erhielt das Ostreich, Lothar erhielt Mittelfranken u. Karl d. Kahle das Westreich.

Herzog Lothar I. v. Mittelfranken erhielt lt. Vertrag den Elsaß, die Niederland u. Belgien, Italien u. Lothringen. (Lothringen erhielt von ihm bzw. seinem Sohn Lothar II. seinen Namen Lothringen). Lothar I. blieb nach der Reichsteilung Kaiser u. König v. Italien. Im Kampf mit seinen Brüdern Ludwig II. d. Deutschen u. Karl II. d. Kahlen, um die Alleinherrschaft, ist er 843 unterlegen.

Nach seinem Tod zerfiel Mittelfranken in Lothringen, Burgund u. Italien.

Ehe 822 mit Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Kinder:

1. Ludwig II., sein Nachfolger, König v. Italien seit 844, Kaiser (850-875), am 12. Aug. 875.

2. Lothar II., Herzog v. Lothringen u. König (855-869), am 8. Aug. 869.

3. Karl, * um 845, König d. Provence (855-863), Herzog v. Burgund, am 24. Jan. 863.

am 29. Sept. 855 im Kloster Prüm

 

 

König

Ludwig II.

843 - 855

* um 805/6

28. 8. 876

Ludwig II. d. Deutsche. * um 805/6. Sohn des Kaisers Ludwig I. d. Frommen u. Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Nachfolger seines Bruders, des Kaisers Lothar I. in Ostfranken (826/833-837 u. ab 20. Juni 840/843). Unterkönig v. Bayern seit 817. Verleihung des Königstitels (rex Baiwariorum) 826.

Erbte nach dem Tod Lothars 855 auch Lothringen. Herzog v. Bayern (lt. Vertrag v. Verdun 843 mit dem ostrheinischen Gebiet u. dem slawischen Südwesten).

1. König des im Vertrag von Verdun 843 entstandenen Ostfrankenreiches.

Ehe 827 mit der Welfin Hemma, am 31. Jan. 876 in Regensburg, bestattet in St. Emmeram in Regensburg, Schwester der Kaiserin Judith, Tochter des schwäbischen Grafen Welf u. der Sächsin Heilwich.

Seine Kinder:

1. Hildegard, * 828, am 23. Dez. 856, Äbtissin v. Schwarzach (844-853), Äbtissin v. Zürich (853-856).

2. Karlmann, * um 830, Erbe von Bayern, am 22. März bzw. 29. Sept. 880 in Alt-Ötting. Seit 856 Herzog, 876 König v. Bayern, 877 König v. Italien. 879 nach Schlagabfall regierungsunfähig.

1. Friedelehe um 850 mit Liutswind, am 9. März 891, aus der bayrischen Familie der Liutpoldinger ? Natürlicher Sohn:

Arnulf v. Kärnten, *850, am 8. Dez. 899.

2. Ehe vor 861 mit der Tochter Markgrafen Ernst v. Bayern, 865.

3. Ermengard, am 16. Juli 866, 857 Äbtissin v. Buchau u. Frauenchiemsee.

4. Gisela

5. Ludwig III. d. Jüngere, * um 835, Erbe von Sachsen (Nieder- u. Mitteldeutschland), am 20. Jan. 882 in Frankfurt, bestattet im Kloster Lorch.

1. Friedelehe 855/860 mit ? 2. Ehe 876/877 mit Luitgard, am 30. Nov. 885 u. bestattet in Aschaffenburg, Tochter des Grafen Liudolf u. Oda aus Sachsen. 876 König der Franken, Sachsen u. Lotharingen, 879 König v. Bayern

6. Bertha, am 26. März 877, 853 Äbtissin v. Schwarzach, 856 Äbtissin v. Zürich.

7. Karl III. d. Dicke, * 839, Erbe von Schwaben (Alemannen), am 13. Jan. 888 in Neudingen an der Donau, bestattet in Reichenau, Mittelzell, sein Nachfolger.

1. Ehe 862 mit Richardis (Richgard), am 18. Sept. 906/909 in Andlau, Tochter des Grafen Erchanger aus dem Elsaß, seit 887 Äbtissin in Andlau. 2. Verbindung mit Konkubine. König v. Alemannien, Nov. 879 König v. Italien, 882 König v. Ostfranken, 885 König v. Westfranken. Am 12. Febr. 881 Kaiserkrönung durch Papst Johannes VIII., Absetzung im Nov. 887.

? Engelberga, Ehe mit Kaiser Ludwig II., am 12. Aug. 875, Sohn des Kaisers Lothar I., Sohn:

Ludwig III., * 880, 928 ?

am 28. Aug. 876 in Frankfurt, bestattet im Kloster Lorch

 

 

König

Karl

855 - 863

* um 845

24. 1. 863

* um 845. Sohn des Kaisers Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Herzog v. Burgund. König der Provence seit 29. Sept. 855.

am 24. Jan. 863