griechisch katharoi Û Ketzer
Der Syllabus, ein Katalog von 80 Zeitirrtümern, erschienen 1864. (Verurteilung liberaler Tendenzen in der Kirche). Eine Anregung des späteren Papstes Leo XIII.
Albigenser -
Benannt nach den Bewohnen der Stadt Albi in Südfrankreich, um 1208.
Apollinarismus - Der Leib Jesu ist nicht erschaffen, sondern vom Himmel herabgestiegen, mithin keine menschliche Natur.
Aphthartodoketen - Schrieben Jesus einen unverweslichen Leib u. Leidensunfähigkeit zu, gestützt durch den dogmatisierenden Kaiser Justinian.
Arianismus - Die Irrlehre des Arianismus in der Auffassung: Christus als Geschöpf Gottes, dem Vater ähnlich, aber nicht wesensgleich, sondern dem Vater untergeordnet als Mittler zwischen Gott u. den Menschen, d.h. nicht die menschliche Natur Christi, sondern die göttliche Natur Christi wurde abgelehnt. Jesus Christus sei nicht von Ewigkeit an da u. wesensgleich nicht mit Gottvater, sondern nur von ihm erschaffen zur Erlösung der Welt. Obwohl vollkommener Mensch, stehe er unter dem Vater, denn er sei von Natur aus Mensch u. nicht Gott.
Arius wurde 320 von den Bischöfen aus Ägypten, Libyen u. Tripolitanien als Häretiker exkommuniziert u. mit dem Anathem belegt u. mit zwei der eifrigsten Verfechter verbannt. Die Irrlehre war in der ganzen Levante verbreitet. Die Verbreitung der Lehre gelang unter dem Schutz des Ostgotenkönig Theoderich. Verbreitet war die Lehre um 550 vor allem im Weströmischen Reich unter den nichtrömischen Völkern. Auf dem Konzil von Nicaea 325 traten als Arianer in Erscheinung: Areios, der Hofbischof Eusebios von Nikomedia (die Stütze der Arianer, auch: Eusebianer) u. Eusebius von Cäsarea. Der Bischof. von Rom war auf dem Konzil durch zwei Presbyter vertreten. Große Gegner des Arius in Wort u. Schrift waren der hl. Athanasius, Hilarius v. Poitier, Lucifer v. Calaris (bevor er Urheber des luciferanischen Schismas wurde), Basilius, Gregor v. Nazianz u. Gregor v. Nyssa.
Urheber der Häresie war Origenes. Die Lehre in der gesteigerter Form vertrat u. verkündete Arius, ein gelehrter Presbyter aus Alexandrien, † 336.
Chiliasmus - Unter den ersten sechs Schöpfungstagen seien sechs Jahrtausende irdischer Plage u. Sorge zu verstehen, unter dem siebenten Ruhetag ein tausendjähriges Reich der Glückseligkeit. Erster dieser Lehre war Bischof Papias v. Hieropolis in Phrygien, † als Märtyrer um 118.
Doketismus - Die Irrlehre des 1. Jahrhunderts, in der der Erlöser nur als bloße Form oder Figur eines Menschen erkannt wird, d.h., dass Jesus nur ein Scheinleib zugebilligt u. sein Kreuzestod geleugnet wird. Entschiedener Gegner dieser Lehre war der hl. Ignatius, † 107.
Donatisten - Die Donatisten stellten fest, dass erteilte Weihen von einem Traditor (so bezeichnete Personen hatten während der Chr.-Verf. aus Furcht vor Qualen u. Tod heilige Bücher den Heiden ausgeliefert) ungültig seien, sowie jeglicher Anhang eines Traditors von der Kirche ausgeschlossen sei. Da es nur eine heilige Kirche gibt, könnten nur die Donatisten ihr angehören. Mit den Novatianern hatten sie gemein, dass die Kirche nur aus Reinen zu bestehen habe. Donatisten ließen aber die Buße für reuige Rückkehrer gelten.
Die Bekämpfung erfolgte in erster Linie durch den hl. Augustinus. Um 320 trat schon Kaiser Konstantin d. Gr. für die Einheit des Christentums ein. In Karthago fand 410 eine Disputation statt zwischen 280 katholischen u. 279 donatistischen Bischöfen. Das Schisma der Donautisten drohte die Nordafrikanische Kirche zu spalten. Alle anwesenden katholischen Bischöfe wollten bei Feststellung des Unrechts auf ihrer Seite sofort ihr Amt aufgeben.
Donatus verließ sein Kloster u. ließ sich unrechtmäßig zum Priester weihen.
Ebonitismus - Christus sei nur Mensch. Entschiedener Gegner dieser Lehre war der hl. Ignatius, † 107. Irrlehre des 1. Jahrhunderts nach Ebion.
Gnostiker - Irrglaube durch Hochmut. Gott könnte durch „Schau“ erkannt werden, d. h. die Erlösung könnte durch philosophische Erkenntnis Gottes u. der Welt möglich sein.
Humilitaten - Norditaliener, die Demütigen. Zur Zeit der Waldenser, vorwiegend Arbeiter der Wollindustrie mit einem schlichten Leben innerhalb der Familie.
Ikonoklasmus - Bilderstürmerei
Absolutes Verbot der Verehrung von Bildnissen u. Skulpturen seit 726 unter dem byzantinischen Kaiser Leon III. v. Konstantinopel (717-741), einhergehend mit der Vernichtung aller bildlichen Darstellungen christlicher Personen u. Verfolgung u. Vertreibung aller damit in Zusammenhang stehender Personen. Eine zwischenzeitliche Lockerung der Verbote erfuhr die Gemeinde durch Kaiserin Irene. Kaiser Leon V. (813-820) setzte das Verbot wieder durch, bis Kaiserin Theodora (842-856) das Verbot mit dem Konzil von 843 aufhebt u. den Bilderstreit beendet.
Katharer - größte mittelalterliche Sekte. (Albingenser, benannt nach der Stadt Albi.).
Die Katharer sind nicht eindeutig dem Christentum zuzurechnen. Als Gegenkirche agieren sie mit eigenen Bischöfen u. vertreten mit dem Dualismus eine Gegenüberstellung des guten Gottes u. dem bösen Prinzip (in Materie, Körper u. Sexualität). Ihre Forderung richtet sich nach Askese, völliger Enthaltsamkeit u. strengem Fasten.
Nach der Ermordung eines päpstlichen Legaten rief Papst Innozenz III. zum Kreuzzug, den französische Adlige unter Wahrnehmung ihrer eigenen Interessen in den Albigenserkriegen (1209-1229) ausführten.
Die Gefährlichkeit der Kartharer führte mit ihrer Bekämpfung zur Inquisition, dem beunruhigsten Kapitel der Kirchengeschichte.
Manichäer - der Gnostik verwandt.
Verwerfung des AT, dualistische Lehre der zwei Reiche (gut u. böse) u. einer falschen Erlösungsidee (Selbsterlösung). Ablehnung des Judentums u. den Genuss des Weines (auch im Abendmahl). Bezeugt wird die Freiheit des Willens, ebenso wie der Mensch durch u. durch schlecht sei.
Urheber durch Manis (lat.: Manichaeus), * 215 in Persien, lebte lange in Indien, † 273, gekreuzigt.
Monarchianismus - In der Trinität besteht keine Mehrheit der Personen.
Erster Vertreter im Orient: Origenes.
Erster Vertreter im Okzident: Rusin v. Aquileja.
Monotheletismus - Lehre von der einzigen Energie in Christus.
Erstmals von Johannes Damascenus so benannt u. von ihm bekämpft.
Monophysiten - Lehre des Archimandriten (Erzabt) Eutyches von Konstantinopel.
Mit der chalkedonensischen Formel wurde ein neuer Glaubensartikel aufgesetzt, nach der die Lehren des Nestorius u. Eutyches verworfen wurden. Christus war fortan nur eine Person mit zwei Naturen, die er unvermischt, unveränderlich, unteilbar u. untrennbar in sich vereinigte; ganz Gott u. ganz Mensch.
Der Monophysitismus hielt sich bei den koptischen u. armenischen Christen. Um 550 war Ägypten durch u. durch monophysitisch. In Syrien u. Palästina hatte die Lehre große Verbreitung gefunden.
Erstmals wurde der Monophysitismus auf dem Konzil in Chalkedon 451 u. abschließend 680 auf dem Konzil in Konstantinopel, ebenso als Häretiker laut orthodoxen Kirche Papst Honorius wegen seines Bekenntnisses zum Monophysitismus, verurteilt.
Ihre Lehre breitete sich um 450 im Oströmischen Reich aus. Die Auseinandersetzung unter den Christen drehte sich wie in früheren Jahren um die genaue Beziehung von Gott dem Vater zu seinem Sohn Jesus innerhalb der Dreieinigkeit. Von Eutyches wurde gesagt, der fleischgewordene Christus besitze nur eine einzige Natur, und zwar die göttliche. Der große Kirchenstreit mit der christologischen Häresie der Nestorianer u. Monophysiten wurde auf dem Konzil von 451 in Chalkedon behandelt u. entschieden. Nestorius u. der Archimandrit Eutyches von Konstantinopel wurden mit ihren Lehren verdammt u. ihrer Ämter entsetzt.
Nestorianismus - Den Samen der Häresie legte Theodor von Mopsueste. Nestorius vertrat die Ansicht, Marias Sohn sei nicht personengleich mit dem ewigen Wort, der Sohn Gottes sei ein anderer als der Sohn Marias. Christus ist nur als Mensch geboren. Papst Coelestin I. verwarf auf der Synode von Rom die Auffassung des Patriarchen Nestorius. Auf dem Konzil zu Ephesus 431 wurde Patriarch Nestorius (durch Patriarch Cyrill v. Alexandrien) in der Marienkirche von Ephesus abgesetzt.
Nestorius, * zu Germanica im Patriarchat v. Antiochien, wirkte als Patriarch in Konstantinopel, sein schärfster Gegner war der Patriarch Cyrill von Alexandrien.
Novatianer - Mit den Donatisten hatten sie gemein, dass die Kirche nur aus Reinen zu bestehen habe. Novatianer ließen die Buße für reuige, vom Christentum während der Chr.-Verf. abgefallene Rückkehrer nicht gelten u. verweigerten eine Wiederaufnahme in die Kirchengemeinschaft.
Paulikianismus - im 9. Jahrhundert aus Armenien kommend u. im byzantinischen Reich verbreitet.
Ablehnung der Sakramente von Taufe, Ehe u. Eucharistie. Sie lehnten ferner das Zeichen des Kreuzes, das Alte Testament u. einen Großteil des Neuen Testaments ab. Sie distanzierten sich von kirchlicher Hierarchie sowie der Bilderverehrung. Man orientierte sich am Manichäischen Glauben. Um der Häresie zu begegnen, wurden unter Kaiserin Theodora 100.000 Anhänger vernichtet. Im 10. Jahrhundert gab es ähnliche Erscheinungen unter Bogomil in Bulgarien u. Bosnien, sowie mit den Katharern des 11. u. 12. Jahrhunderts in Frankreich.
Peleganismus - Eine Erhebung nach der Bekämpfung der Donatisten.
Sie predigten die Leugnung der Erlösungsbedürftigkeit des Menschen, sowie die Notwendigkeit (die Wirksamkeit) der Gnade. - Jesus Christus der Erlöser, sei ein vom Logos geleiteter u. erfüllter Mensch, der sich bei seiner Geburt, Beschneidung u. der Kreuzigung mit demselben vereinigt hatte. Diese seine Vereinigung sei indessen aber nur äußerlich u. nicht wirklich war u. seine Kreuzigung nur ein Akt heroisch-menschlicher Tugend, also keine erlösende Kraft, weil nicht göttlich. Der Mensch könnte also keine Erlösung erfahren, als die durch Lehre u. Beispiel gegebene. Hätte Christus durch seinen Tod also nicht genug getan, so könnte folgerichtig auch von keiner Erlösungsgnade gesprochen werden. Ließe man eine Gnade gelten, wäre sie nur eine äußerliche Tatsache. - Deshalb Pelagius (der Häretiker): „Der natürliche Zustand des Menschen ist in der Zeit gleich. Das Böse wirkt durch Nachahmung. Der Wille steht zwischen Gut u. Böse. Durch Ausübung des Guten kommt der Mensch zur Gnade. Ist der Mensch gut, ist die Gnade überflüssig.“ Damit auch Leugnung der Erbsünde. Heftigster Gegner war der heilige Augustinus.
Priscillianisten - ihre Lehre: Verwerfung der Dreieinigkeit des göttlichen Wesens u. Anerkennung nur einer Person. Sie erklären, dass Gott einen einzigen Sohn aus Maria hat, sonst aber noch mehrere Söhne. Jesus in seiner menschlichen Natur nur dem Schein nach geboren wurde u. gelitten hat; dass die Ausstrahlung von bestimmten Kräften aus Gott, vor deren Entstehung als Wesen selbst schon bestanden hat. Jesus selbst aber hat vor der Geburt noch nicht bestanden. Die Seele des menschlichen Körpers sei ein Teil der göttlichen Substanz. Ablehnung der Auferstehung. Leib u. Seele sind dem Einfluss der Gestirne unterworfen.
Es gibt ein Reich des Lichtes u. ein Reich der Finsternis. Der Teufel war niemals gut.
Verwerfung der Ehe u. Zeugung. Die Bildung des menschlichen Leibes im Mutterschoß wird durch Dämonen gebildet.
Sabellianismus - Der Sohn sei nicht der Vater. Vater, Sohn u. heiliger Geist sind bloße Namen einer Person.
Papst Dionysius (259-268) schrieb eine Enzyklika gegen den Sabellianismus.
Benannt nach Sabellius, dem Libyer.
Semipelagianer - Der Mensch müsse den Anfang zu seiner Rechtfertigung machen. Das Verlangen des Glaubens geh zuerst vom Menschen aus.
Simonianer - Christus sei nur eine Erscheinung Gottes, er selbst aber im Judenland gekreuzigt u. die Kraft Gottes. Die Trinität sind nur drei verschiedene Erscheinungswesen nicht des einen Gottes, sondern der Gotteskraft, seines Repräsentanten. Deshalb befasste er sich mit der Zauberei.
Benannt nach Simon Magnus.
Valentinianer - Das System ist dem des Plato entlehnt.
Benannt nach dem in Ägypten geborenen u. zu Alexandrien zur Bildung gelangten Valentin. Er wurde im Jahr 140 in Rom aus der Kirchengemeinschaft ausgeschlossen. Er gab dem Gnostizismus die höchste Vollendung, † 158
Waldenser - Armut u. Wanderpredigt
Die Waldenser verfielen 1184 in Verona der Ketzerverurteilung. Zuvor Gegner der Kartharer, nahmen sie nun deren Lehren an u. schufen eine von Waldes eigene Kirchenleitung mit Bischöfen, Priestern u. Diakonen.
Seit 1175 durch den Lyoner Kaufmann Petrus Waldes in Oberitalien verbreitet, der 1174 sein Hab u. Gut verschenkte, um der apostolischen Armut u. der erweckenden Predigt zu leben.
Gallikanismus, Febronianismus, Josephinismus, sind nationalkirchliche Häresien.
Lefebvre, Franzose, Bischof in Afrika.
Traditionallist. Gegner der Reformdokumente des II. Vatikanum. Er legte 1962 sein Amt nieder u. gründete seine eigne Kirche. Er weihte eigene Priester, wogegen die Kirche nicht einschreiten konnte. Nach der Weihe von vier Bischöfen 1988 wurde er selbst u. seine Weihekandidaten exkommuniziert.
† 1991