griechisch katharoi Û Ketzer
Calvinismus:
Jüngste dissidierende Bewegung im 16. Jahrhundert. Verabscheuung der reich geschmückten katholischen Gotteshäuser u. kirchlicher Musik. Johannes Calvin ist neben Luther u. Zwingli eine der Hauptfiguren der Reformationszeit.
Ausgangspunkte waren die Städte Emden, Wesel, Frankfurt a. M. u. Genf.
1566 setzte der von der calvinistischen Bewegung gesteuerte Bildersturm als Ausdruck gegen eine zentralistische u. landesfremde Macht ein. Der Calvinismus wechselte von seinen Heckenpredigten zur Plünderung u. Übernahme der Kirchen.
Mennoniten:
Nachläufer der Täuferbewegung auf der Vorstellung des friesischen Pastors Menno Simons, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts diese evangelische Religionsgemeinschaft gründete, eine auf Frieden u. nicht auf revolutionäre Aktivitäten gerichtete Bewegung. Ausbreitung von Antwerpen bis Danzig.
Mormonen:
Anhänger der 1830 in Amerika gegründeten Religionsgemeinschaft nach dem Buch Mormon (geschrieben vom Engel Mormini). Der Nachfolger des Gründers John Smith, Brigham Young, führte 1847 ca. 20.000 Mormonen im „langen Marsch“ zum 1700 km entlegenen Großen Salzsee, wo der US-Bundesstaat (1896) gegründet wurde. Kern ihrer Lehre ist das Gesetz des Fortschritts, Auflehnung dagegen ist Sünde.
Pfingstbewegung:
Sammelname für zahlreiche religiöse Gemeinschaften, die für sich den Besitz der urchristlichen Gnaden- u. Geistesgaben beanspruchten. Anlass ihrer Entstehung waren die Erweckungsbewegungen unter den Baptisten u. Methodisten in Amerika des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Protestantismus:
Gegen eine politische Zentrale gerichtete Protestbewegung. Entstanden 1529 nach der Protestation der evangelischen Reichsstände auf dem Reichstag zu Speyer. Bezeichnet die aus der Reformation des 16. Jh. hervorgegangenen evangelischen Kirchen.
Quäker:
Begründet vom Engländer George Fox im 17. Jahrhundert. Verbreitet von William Penn (1644-1718) in Amerika mit dem Versuch, in Pennsylvania einen „Quäker-Staat“ (englisch: quaker, Zitterer) zu errichten. Im Mittelpunkt der Lehre steht der Begriff des „Inneren Lichts“, des schweigende Gottesdienste. Berufsprediger werden abgelehnt, wie eine Gottesdienstordnung, die Sakramente, Eidesleistungen, Luxus, äußere Gewalt u. Militärdienst. Gefordert wird bedingungslose Abstinenz.
Reformierte:
Kirchen- u. Religionsgemeinschaften die aus der Schweizer Reformation unter Zwingli u. Calvin hervorgegangen sind (Hugenotten in Frankreich, Puritaner in England u. Holland). Charakteristisch für Reformierte ist die strenge Bindung an die Heilige Schrift, die Lehre der Prädestination, schlichte Formen ihrer Gottesdienste u. die Leitung der Kirche durch Gemeindeälteste.
Sekramentierer:
Unter Heinrich Bullinger, Nachfolger des Zwingli, mit verschiedener Abendsmahlsauffassung.
1517 Sakramentsfrevel in Amsterdam, Leiden u. a. Zentren.
Täuferbewegung:
Laienchristentum, Mystizismus u. ausgeprägter Individualismus. Ein Merkmal war der Bannfluch.
Seit 1530 verstärkt in Brabant u. Flandern.
Zwinglianismus:
Von Luther beeinflusstes u. bestärktes Selbstbestimmungsrecht der Kirche in der Schweiz. Setzte eine kirchlich-politische Neuordnung durch. Trennung vom Protestantismus durch dogmatische Differenzen (Abendmahlslehre). 1549 Vereinigung mit dem Calvinismus.
Zeugen Jehovas:
Straff organisierte Gemeinschaft der „Ernsten Bibelforscher“ unter Führung eines Präsidenten, seit 1931 die „Zeugen Jehovas“ (nach Js 43,12: Ihr seid meine Zeugen, spricht Jahve). Gegründet 1874 vom Amerikaner Charles Taze Russell. Ablehnung der Dreifaltigkeit nach Bibelstudium.