Jerusalem

 

hebräisch:            Yerushalayim

arabisch:               el-Quds

sumerisch:           Urusalim „Stadt des Heils“, (ca. 2400 Jahre v. Chr. in sumerischer Keilschrift).

biblisch:               Salem (Gen. 14,18).

 

 

 

        

Herodianischer Tempel u. Burg                                Jerusalem (vom Ölberg)                                             Klagemauer

 

 

 

Jerusalem (Uru = Stadt, salim = Heil; Urusalim = Stadt des Heils), die Tempelstadt Davids u. Salomons.

Älteste Siedlungsreste auf dem Ofel, südlich der heutigen Altstadt. Erste Bevölkerung im 4. Jahrtausend v. Chr. waren Semiten. Im 20. oder 19. Jahrhundert kamen die Kanaaniter aus dem Zweistromland u. verdrängten die Ureinwohner unter der Führung ihres Patriarchen Abraham. Landnahme der Israeliten im 12. Jh. v. Chr. (Gen. 14, 18). Mit der Eroberung unter König David wurde Jerusalem 998 Hauptstadt der Judäer u. unter König Salomo (968-930) ausgebaut. Stätte der Passion u. Auferstehung Jesu Christi. Heilige Stätten dreier Religionen:

die Tempelmauer der Juden,

die Grabeskirche der Christen,

der Felsendom der Muslime.

Königin Atalja (844-839) frönte dem Baalkult. König Ahas (736-726) opferte assyrischen Göttern. Sein Sohn Hiskia (725-697) erneuerte den Jahwe-Glauben.

332 v. Chr. wurde Jerusalem hellenisiert, seit 198 seleukidisch u. im Aufstand unter Makkabäus 165 zurück erobert (Chanukka-Fest). 69 v. Chr. wurde Jerusalem römisch. 70 n. Chr. kam es zur vollständigen Zerstörung unter Kaiser Titus. 614 wurde Jerusalem von moslemischen Persern mit dem entsetzlichsten Blutbad erobert, wurde 627 byzantinisch u. nach der Eroberung unter Kalif Omar I. 638 moslemisch. 1099 Eroberung mit dem 1. Kreuzzug unter König Gottfried v. Bouillon (Juden u. Moslems ermordet). 1187 fiel Jerusalem an Saladin. 1229 kam Jerusalem nochmals an Byzanz u. wurde mit dem 14. Juli 1244 auf lange zeit moslemisch. Seit 1949 geteilte Stadt unter Israel u. Jordanien.

Auf dem Berg Morija, dem heutigen Tempelberg, sollte Abraham seinen einzigen Sohn Isaak opfern (Gen. 22). König David errichtete dort seinen ersten Altar u. später zur Aufbewahrung der Bundeslade eine Hütte. König Salomo errichtete hier den ersten Tempel. 715 bauten Moslems ihre Aqsa-Moschee. Das prächtigste Bauwerk Jerusalems ist der Felsendom auf dem Tempelberg über dem Altar Abrahams u. Davids.

Erster Bischof Jerusalems war Jakobus d. Jüngere. Im Jahr 62 n. Chr. stürzten die Moslems ihn von den Zinnen der Mauer ins Kidrontal.

 

 

 

 

Erlöserkirche

Heutige Grabeskirche auf Golgatha = Erlöserkirche oder auch Anastasis (griech.: für Auferstehung) genannt. Hauptheiligtum der Christen, dass den Golgathafelsen (eigentlich Golgotha, aram.: Schädel), die Stätte der Kreuzigung und das leere Grab des Auferstandenen umschließt.

Basilika erbaut im 4. Jahrhundert nach der Legalisierung des Christentums durch Kaiser Konstantin den Großen (heut flankiert von zwei arabischen Gotteshäusern).

 Eingang zur Grabeskirche

Die Grabeskirche als Bauwerk ist gemeinsamer Besitz der Griechen, Armenier und Lateiner.

 

 

 

Kloster über Grabeskirche

Über der Helenenkapelle befand sich einst das Chorherrenstift der Augustiner, die 1149 als Hüter der Grabeskirche eingesetzt waren. In den Ruinen des Stifts richteten die Jerusalem lebenden Äthiopier ihr ein.

Kloster der äthiopischen Christen auf dem Dach der Grabeskirche,

 

 

 

 

 

 

 

St.-Anna-Kirche

 

Gemäß der Tradition ist die St.-Anna-Kirche innerhalb des Marientores in Jerusalem die Geburtsstätte Mariens u. ihrer Geburt geweiht. Standort des Hauses der Eltern Marias, Anna u. Jojakim. Erbaut 1150 von Königin Alda, der Witwe des Königs Balduin I., seit 1187 Moschee u. Koranschule.

Seit 1855 christlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

Jakobuskirche

Patriarchatskirche der Armenier. Erbaut im 12. Jahrhundert. Geweiht dem hl. Jakobus d. Älteren.

 

 

Kirche des Johannes des Täufers

Die Kirche des Johannes des Täufers ist griechisch-orthodox. Erbaut im 11. Jahrhundert. Die Unterkirche, erbaut im 5. jahrhundert, ist die älteste erhaltene Kirche in Jerusalem.

 

 

 

Markuskirche

Erbaut auf den Fundamenten des Hauses Marias, Mutter des Evangelisten Markus. Ein Kreuzfahrerbau aus dem 12. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maria-Magdalenen-Kirche

 

Erbaut 1885 von Zar Alexander III. zum Andenken an seine Mutter Alexandrowna auf dem Ölberg in Jerusalem.

 

 

 

 

 

 

 

 

Santa Maria Nova

In der Nähe des Tempels von Jerusalem.

Der 21. Nov. wird in der katholischen Kirche als Weihefest der Kirche Santa Maria Nova für „Unsere Liebe Frau von Jerusalem“ (Mariä Tempelgang) begangen.

Früher auch Mariä Opferung genannt, basierend auf dem falschen Evangelium des Jakobus, nachdem Maria mit drei Jahren in den Tempel zur Erziehung gebracht worden sein sollte, obwohl es keine Tempelschule für Mädchen gab.

 

 

 

Dormitiokirche

Dormitiokirche auf dem Berg Zion.

Die Kirche Dormitio Beatae Mariae Virginis folgt der Tradition, dass die Mutter Jesu auf dem Zionsberg gestorben ist. Kaiser Wilhelm II. erhielt den Zionsberg als Geschenk u. übergab ihn in die Obhut des erzbischöflichen Stuhles von Köln. 1906 wurde die Dormitiokirche geweiht u. den Benediktinern anvertraut. In einem dort zuvor erbauten Kirchlein hatte Jesus seinen Jüngern die Füße gewaschen (Joh. 13, 1-10) u. das Abendmahl mit der Vorhersage seiner Verleugnung durch Petrus (Joh. 13, 38) u. seines Verrats durch Judas (Joh. 13, 21-30) mit ihnen gehalten.

 

 

 

 

 

 

Felsendom

Der Felsendom (Qubbet es-Sakhra) auf dem Tempelberg wurde auf dem Standort des Tempels der Juden, dem Altar des Patriarchen Abrahams u. Königs Davids, von Kalif Abd el-Malik (685-705) erbaut.