Kaiser

Otto I. d. Gr.

936 - 973

* 23. 11. 912

6. 5. 973

Otto I. d. Große. * am 23. Nov. 912 (noch bevor sein Vater weder König noch Herzog war).

S. u. N. des Königs Heinrich I. v. Lothringen u. Mathilde, in Quedlinburg am 14. März 968, Tochter des sächsischen Grafen Dietrich v. Ringelheim, ein Ururenkel des Widukind. Liudolfinger.

Herzog v. Sachsen u. Franken. Wahl zum ostfränkisch-deutschen König am 7. Aug. 936 in Aachen. Krönung am 8. Aug. 936 in Aachen durch die Erzbischöfe Hildebert v. Mainz u. Wigfried v. Köln. In der Zeit von 936 bis 1531 bestiegen 30 Deutsche den Königsthron in Aachen nach ihrer Krönung am Marienaltar. Herzog Boleslaw I. v. Böhmen unterwarf sich 950. Nach der Eroberung Italiens 951 König der Langobarden u. seit 23. Sept. 951 König v. Italien in der langobardischen Hauptstadt Pavia. Mit seinem ersten Italienzug führte er auch die Königinwitwe Adelheid heim. Während seiner zweiten Italienreise zur Unterstützung des Papstes gegen Berengar kam es zur Unterwerfung der Langobarden u. Annahme der Langobardenkrone am 25. Dez. 961.

Nach 46jähriger Thronerledigung Kaiserkrönung mit Adelheid am 2. Febr. 962. Danach Zerwürfnis mit Papst Johannes XII. u. Absetzung des Papstes wegen Mordes, Eidbruchs, Sakrilegs, Simonie, Unzucht u. anderer Verbrechen auf einer kaiserlichen Synode am 6. Nov. 963 zu St. Peter. Offizielle Absetzung am 4. Dez. 963. Kaiser Otto I. ersetzte Papst Johannes XII. durch einen Papst seiner Wahl (Papst Leo VIII.).

Seit 962 war das Kaisertum den Deutschen Königen vorbehalten. Die Krone von 962 liegt in der Wiener Schatzkammer. Die Kaiserkrönung erfolgte 967 zusammen mit seinem Sohn Otto II. zum Kaiser u. Mitkaiser. Kaiser Otto I. kehrte im Aug. 972 aus Italien zurück.

Gründer u. 1. Kaiser des „Römischen Reiches Deutscher Nation“

Die Ausübung der Herrschaft über Deutschland, Italien u. Burgund u. das Römische Reich wurde für die kommenden Jahrhunderte gesichert.

Errichtung von Bistümern u. Erzbistümern (968 Erzbistum Magdeburg).

Sieg am 10. Aug. 955 auf dem Lechfeld bei Augsburg über die eingefallenen Ungarn. Nach Kämpfen mit Stammesherzögen u. deren Tod wurden die Lehen mit Familienmitgliedern besetzt. Nach der Auflehnung seiner Söhne stützte er sich vorwiegend auf die Kirche. Sie wurde Staatskirche mit Grundbesitz u. Einkünften, aber auch mit der Verpflichtung über Abgaben u. Heeresdienste. Dieses System konnte sich bis auf Kaiser Heinrich V. halten. Stiftung der Erzwürden des Reiches.

Verbindung als 17jähriger mit einer Sklavin. Sohn:

Wilhelm, seit 954 Erzbischof v. Mainz, Ehe mit einer Fürstentochter, 968.

1. Ehe 930 mit der 17jährigen Edith, am 21. Jan. 946, bestattet im Dom zu Magdeburg, hl., Tochter des Königs Eduard I. v. England, Schwester des Königs Aethelstan v. England. Kinder:

Liudolf, * 931, am 6. Sept. 957 in Italien am Fieber, Ehe 946 mit Ida, Tochter des Herzogs Hermann v. Schwaben u. nach dessen Tod 947 selbst Herzog v. Schwaben. Lehnte sich mit Konrad d. Roten gegen seinen Vater auf u. verlor sein Herzogtum Schwaben. (Schwaben ging an Burchard II., Ehe mit Hedwig v. Bayern, der Nichte des Kaiser Otto I.). Kinder des Liudolf u. Ida:

Otto, Herzog v. Bayern seit 976 u. Schwaben (973-982), * 954, am 1. Nov. 982.

Mathilde, Äbtissin in Essen (999-1011).

Liutgard, * 932, 953.Ehe 947 mit Konrad d. Roten, seit 944 Herzog v. Lothringen (Worms), 955, gefallen auf dem Lechfeld gegen die Ungarn. Dieser lehnte sich zusammen mit Liudolf gegen seinen Schwiegervater auf u. verlor sein Herzogtum Lothringen. Sohn:

Otto, Herzog v. Kärnten, 1004. Ehe mit Judith. Kinder:

Heinrich, um 995, Ehe mit Adelheid. Sohn:

König Konrad II. d. Salier, Ehe mit Gisela, Tochter des Herzogs Hermann II. v. Schwaben. Kinder:

König Heinrich III.,

1. Ehe mit Kunigunde, Tochter des Königs Knut d. Gr. v. Dänemark u. England. Tochter:

Beatrix, Äbt. v. Quedlinburg, 1062.

2. Ehe mit Agnes, Tochter des Herzog Wilhelm V. v. Poitou u. Aquitanien. Kinder:

Mathilde, 1060, Ehe mit Herzog u. Gegenkönig Rudolf v. Schwaben.

Judith (Sophie), 1093/95, Ehe mit König Salomo v. Ungarn u. in 2. Ehe mit Herzog Wladislaw I. v. Polen.

Heinrich IV. (1056-1106). 1. Ehe mit Berta, Tochter des Grafen Otto v. Savoyen. 2. Ehe mit Eupraxia, Tochter des Grafen Wsewolod I. v. Kiew. Kinder aus 1. Ehe:

Adelheid, um 1079

Heinrich der Erstgeborene, 1071.

Konrad, 1101, Mitkönig (1087-1098).

Agnes, 1143, Ehe mit Herzog Friedrich I. v. Schwaben u. in 2. Ehe mit Markgraf Leopold III. v. Österreich.

Heinrich V., Kaiser (1106-1125), Ehe mit Mathilde, Tochter des König Heinrich I. v. England.

Bratrix, nach 1025 u. Mathilde, 1034.

Brun, 999 (Papst Gregor V.).

Konrad I., Herzog v. Kärnten, 1011, Ehe mit Mathilde v. Schwaben. Kinder:

Konrad II. d. Jüngere, Herzog v. Kärnten, 1039 u. Brun, Bischof v. Würzburg, 1045.

Wilhelm, Bischof v. Straßburg, 1046.

2. Ehe 951 in Pavia mit Adelheid, * 931, am 26. Dez. 999, hl., Tochter des Königs Rudolf II. v. Burgund, Witwe König Lothar II. v. Italien u. Erbin v. Oberitalien, Mitregentin. Kinder:

Heinrich, 954.

Brun, 957.

Mathilde, * 955, 966 Weihe zur Äbtissin in Quedlinburg, 999.

Otto II., * 955, 4. Kind, 983, sein Nachfolger (973-983).

am 6. Mai 973 in Memsleben in d. Pfalz, bestattet mit seinen Ehefrauen im Dom zu Magdeburg.

 

 

Kaiser

Otto II.

973 - 983

* 955

7. 12. 983

Otto II. d. Rote. * 955. S. u. N. des Kaisers Otto I. d. Gr. u. Adelheid, * 931, am 26. Dez. 999, hl., Tochter des Königs Rudolf II. v. Burgund, Witwe König Lothar II. v. Italien u. Erbin v. Oberitalien.

Königswahl in Worms am 26. Mai 961. Salbung u. Krönung in Aachen. Am 25. Dez. 967 in St. Peter mit Theophania durch Papst Johannes XIII. zum Mitkaiser gekrönt. Faktischer Regierungsantritt als Römischer Kaiser am 7. Mai 973. Regierte erst nach dem Tod seines Vaters selbständig. Romreise mit Theophanu u. seinem Sohn Otto III. 981. Am 13. Juli 982 mußte er sich nach seiner Niederlage in Süditalien gegen die Sarazenen unerkannt auf ein Schiff retten u. von dort schwimmend an Land kommen. Noch vor seinem Ableben setzte er Papst Johannes XIV. ein.

Ehe 16jährig am 14. April 972 mit der 14jährigen byzantinische Prinzessin Theophanu (mit dem Segen von Papst Johannes XIII.), * 958, am 15. Juni 991 zu Nimwegen, bestattet zu St. Pantaleon in Köln, Tochter des Kaisers Romanos II. u. Schwester von Anna, Ehe mit Zar Wladimir v. Rußland (eigentlich sollte Otto II. Anna heiraten). Trauung u. Krönung im Petersdom zu Rom. Kinder:

Aethelheid (Adelheid), Nonne in Quedlinburg.

Sophie, Nonne in Gandersheim.

Mathilde, Äbtissin in Quedlinburg.

Otto III., * 980, 1002, sein Nachfolger (983-1002).

am 7. Dez. 983 in Rom an Malaria, bestattet 985 im Atrium der Peterskirche in Rom (einziger in Rom bestatteter Kaiser des Römischen Reiches).

 

 

Kaiser

Otto III.

983 - 1002

* im Juli 980

23. 1. 1002

 

* im Juli 980. S. u. N. des Kaiser Otto II. u. Theophania, * 958, am 15. Juni 991 zu Nimwegen, bestattet zu St. Pantaleon in Köln, Tochter des Kaisers Romanos II. v. Byzanz.

Am 25. Dez. 983 von deutschen u. italienischen Fürsten zu Verona als 3jähriger zum König gewählt. Krönung Weihnachten 983 in Aachen durch den Erzbischof Willigis v. Mainz u. Johann v. Ravenna. In Ausübung der Vormundschaft lagen Herzog Heinrich v. Bayern u. der Erzbischof Willigis v. Mainz im Streit. Otto regierte bis 991 unter der Vormundschaft seiner Mutter Theophanu, bis 994 unter Großmutter Adelheid. Mündigkeitserklärung im Sept. 994. Als 15jähriger übernahm er 995 die Alleinregierung. Kaiserkrönung am 21. Mai 996 in Rom durch seinen Vetter Bruno, als Papst Gregor V., dem ersten deutschen Papst. Otto III. regierte als Römischer Kaiser seit 21. Mai 996 selbständig.

Regenten:

in Deutschland, seine Mutter Theophano, am 15. Juni 991 zu Nimwegen.

in Italien seine Großmutter Adelheid, * 931, am 17. Dez. 999, hl.

Reichskanzler Willigis, Erzbischof v. Mainz, sicherte die Krone für Otto III.

Gründer u. Erbauer des Mainzer Doms. Seinen Lehrer Gerbert v. Aurillac erhob er zum Erzbischof v. Ravenna u. später zum Papst als Sylvester II.

1. Romfahrt im Frühjahr 996. Einsetzung von Papst Gregor V. u. Kaiserkrönung.

2. Romfahrt im Herbst 997. Gegenpapst Johannes v. Piazenza, sein einstiger griechisch Lehrer, wird verstümmelt u. entsetzt. Stephan zum 1. König v. Ungarn erhoben.

3. Italienreise im Jahr 1000, übersendet Stephan I. v. Ungarn eine Krone.

am 23. Jan. 1002 in der Burg von Paterno am Soracte auf Sizilien an Malaria (vergiftet), kinderlos. Bestattet am 5. April 1002 in der Kirche der hl. Maria in Aachen, neben Kaiser Karl d. Gr.

 

 

Kaiser

Heinrich II.

1002 - 1024

* 6. 5. 973

13. 7. 1024.

Heinrich II. d. Heilige. * am 6. Mai 973. Ältester Sohn des Herzogs Heinrich II. v. Bayern, gen. d. Zänker u. Gisela v. Burgund. Vetter u. Nachfolger des Kaisers Otto III. u. Enkel Heinrichs, dem Bruder von Kaiser Otto I.

Geschwister: Brun, Bischof v. Augsburg, 1029.

Brigida, Äbtissin (Kunigunde).

Gisela, Ehe mit König Stephan I. d. Heiligen v. Ungarn, * um 978, kanonisiert am 20. Aug. 1078, hl., Sohn des Großfürsten Geza v. Ungarn u. Adelheid, Tochter des Herzogs Ziemomislus v. Polen, getauft 989.

Brüder v. Kunigunde: Heinrich, seit 1004 Herzog v. Bayern.

 Dietrich, durch Usurpation, Bischof v. Metz.

 Adalberto, wollte gewaltsam das Erzbistum Trier besetzen.

Graf v. Luxemburg. Seit 995 Herzog v. Bayern. Heinrich II. war nach dem Tod Kaiser Otto III. dem Trauerzug entgegengezogen. Mit dem Leichnam hatte er auch die Heilige Lanze übernommen, die er nur zögernd auslieferte, aber nach der Wahl zurückerhielt. Salbung u. Krönung zum Deutschen König im Dom zu Mainz durch Erzbischof Willigis am 7. Juni 1002. Die Nachwahl erfolgte am 25. Juli 1002 zu Merseburg. Krönung am 14. (15). Mai 1004 in Pavia zum König v. Italien. Eroberung von Oberitalien u. Polen.

Römischer Kaiser seit 14. Febr. (26. April) 1014 mit der Krönung durch Papst Benedikt VIII. in Rom. Letzter ottonisch-liudolfingischer Kaiser. Gründer des Bistums Bamberg 1007. Heinrich II. empfängt am 14. April 1020 Papst Benedikt VIII. in Bamberg, zur Weihe des Doms am 6. Mai 1012. Feldzug 1022 zusammen mit Papst Benedikt VIII. u. Erzbischof Pilgrim v. Köln. Von der Geistlichkeit wird Heinrich II. 1024 als „Leiter der Kirche Gottes“ gefeiert. Hl., kanonisiert 1146 durch Papst Eugen III.

Ehe mit Kunigunde, * 980, hl., Tochter des Graf Siegfried v. Luxemburg. Krönung am 10. Aug. 1014, kanonisiert 1200 durch Papst Innozenz III., 1039, keine Kinder durch eine Krankheit des Kaisers.

am 13. Juli 1024 zu Grona bei Göttingen, bestattet im Dom zu Bamberg zusammen mit Kunigunde.

 

 

Kaiser

Konrad II.

1024 - 1039

* 990

4. 6. 1039

1. fränkischer Kaiser der Salier

* 990. Sohn des Grafen Heinrich v. Kärnten, am 28. März 997 u. Gräfin Adelheid v. Egisheim im Elsaß, 1037. Heinrich v. Kärnten ist der älteste Sohn des Grafen Otto im Kraichgau u. Herzog v. Kärnten.

Herzog v. Rhein-Franken u. Herzog v. Bayern. Seit 2. Febr. 1033 König v. Burgund. Nach dem Tod Kaiser Heinrich II. versammelten sich die deutschen Fürsten 1024 bei Kamba am Rhein zur Neuwahl. Wahl am 24. ? Sept. 1024 zum Deutschen König. Salbung u. Krönung am 8. Sept. 1024 im Dom zu Mainz durch Erzbischof Aribo. Auf dem 1. Konvent 1026 Krönung zum König v. Italien. Kaiserkrönung am 26. März (Ostersonntag) 1027 mit Gisela in Anwesenheit der Könige Knut v. England u. Rudolf v. Burgund in der Peterskirche von Rom durch Papst Johannes XIX. zum Römischer Kaiser.

Konrad II. führte zwei Feldzüge gegen Polen (1029 u. 1931). Gliederte laut Erbvertrag u. mit militärischer Gewalt 1033 Burgund dem Imperium an. Der Aufstand seines Stiefsohnes Ernst v. Schwaben endete mit Unterwerfung im Juli 1027 auf dem Ulmer Reichstag. Ernst verlor sein Herzogtum u. kam auf die Giebichenstein in Haft. Nach seiner Begnadigung u. abermaligen Empörung fiel Ernst am 17. Aug. 1030 im Kampf. Der Kaiser unternahm 1038 seinen zweiten Feldzug gegen abtrünnige Kleinstaaten in Italien.

Erbauer des Doms zu Speyer.

Ehe 1016 mit Gisela (in 1. Ehe mit dem sächsischen Grafen Brun u. Witwe des 1015 auf der Jagd verunglückten Herzog Ernst I. v. Schwaben, am 15. Febr. 1043), Tochter des Herzogs Hermann II. v. Schwaben u. Enkelin des Königs Konrad v. Burgund. Krönung am 21. Sept. 1024 im Kölner Dom durch Erzbischof Pilgrim. Kinder:

Heinrich III. d. Schwarze, * 1017, 1056, sein Nachfolger (1039-1056).

Beatrix, nach 1025.

Mathilde, Verlobung 1032 mit König Heinrich I. v. Frankreich, 1034.

Söhne Giselas aus 2. Ehe mit Herzog Ernst I. v. Schwaben:

Ernst II., Herzog v. Schwaben, wurde 1030 wegen seiner Auflehnung geächtet, exkommuniziert u. war am 17. Aug. 1030 im Kampf gefallen.

Hermann, Herzog v. Schwaben, 1038, in Italien durch eine Seuche.

am 4. Juni 1039 in Utrecht, bestattet am 3. Juli 1039 in der Krypta des entstehenden Kaiserdoms zu Speyer. Seine Innereien wurden in der Martinskirche von Utrecht aufbewahrt.

 

 

Kaiser

Heinrich III.

1039 - 1056

* 28. 10. 1017

5. 10. 1056

Heinrich III. d. Schwarze. * am 28. Okt. 1017. S. u. N. des Kaisers Konrad II. u. Gisela, Tochter des Herzogs Hermann II. v. Schwaben. Ungewöhnlich begabt, ernst u. fromm.

Herzog v. Bayern, Schwaben u. Kärnten. König in Deutschland, Italien u. Burgund. König seit 25. Dez 1025. Im Febr. 1026 zum Nachfolger designiert. Seit 24. Juni 1027 Herzog Heinrich VI. v. Bayern. Wahl zum Deutschen König während der Karwoche am 14. April 1028 in Aachen. Krönung Ostersonntag am 4. April 1028 durch Erzbischof Pilgrim v. Köln. König seit 4. Juni 1039 u. Thronbesteigung am 25. Juli 1039 in Aachen. Heinrich erhielt nach dem Tod seines Halbbruders Hermann 1038 dessen Herzogtum Schwaben u. später das Königtum Burgund.

Krönung zum Römischer Kaiser mit Agnes am 25. Dez. 1046 durch den einen Tag zuvor gewählten Papst Clemens II. in der Peterskirche zu Rom. Mit diesem Zugeständnis hatte er dem Papsttum wieder Weltgeltung verschafft. Kaiser Heinrich III. hatte die von Kaisers Konrad II. angefertigte Reichskrone übernommen u. als Symbol des „Heiligen Reiches Deutscher Nation“ weitergegeben.

Heinrich III. brachte Böhmen zur Unterwerfung u. führte Kriege gegen Ungarn u. Belgien. Unterwarf Böhmen u. übte die Oberhoheit über Polen, Böhmen, Ungarn u. Westslawen aus. Er übte das uneingeschränkte Recht der Investitur u. konnte als letzter Deutscher Kaiser uneingeschränkt über die Kirche herrschen. Setzte 1046 drei Päpste ab.

Verlobung Pfingsten 1035 mit Gunhild (Kunigunde) in Bamberg.

1. Ehe zu Pfingsten am 29. Juni 1036 in Nijmegen mit Gunhild, nun genannt Kunigunde, am 18. Juli 1038, Tochter des Königs Knut d. Gr. v. Dänemark, England u. Norwegen. Kinder:

Beatrix, Äbtissin in Quedlinburg (1044-1062).

Gottfried d. Bärtige, Herzog v. Lothringen. Ehe mit Beatrix v. Tuscien, Witwe des Bonifazius.

Gemahlin Gunhild, am 18. Juli 1038, zusammen mit Hermann, dem 2. Stiefsohn von Kaiser Konrad II., auf dem zweiten Italienzug an einer Seuche.

2. Ehe im Nov. 1043 in Ingelheim mit Agnes v. Poitou, am 14. Dez. 1077, Tochter des Herzogs Wilhelm V. v. Aquitanien u. Agnes v. Burgund. Krönung in Mainz.

5 Kinder:

1. Mathilde, älteste Tochter, * 1045, 1060, Ehe 1059 mit Rudolf v. Rheinfelden, Herzog v. Schwaben. (Rudolf in 2. Ehe mit einer Schwester Bertas, Gemahlin König Heinrich IV.

2. Judith Sophie, * 1047, Herzogin v. Polen, in 1. Ehe mit Salomon, Sohn des Königs Andreas I. v. Ungarn, 1087. 2. Ehe mit Herzog Wladislaw v. Polen.

3. Adelheid, * 1048, Äbtissin des Klosters Gandersheim u. Quedlinburg (1063-1095).

4. Heinrich IV., * 1050, 1106, sein Nachfolger (1056-1106).

5. Konrad, * 1052, am 15. Dez. 1061, Herzog Konrad II. v. Bayern.

3. ? Ehe mit einer Tochter des König Desiderius der Langobarden ?

am 5. Okt. 1056 mit 39 Jahren in Anwesenheit Papst Viktor II. an einem Lungenleiden in Bodfeld bei Quedlinburg. Beisetzung seines Herzens in Goslar, des Leichnams am 28. Okt. 1056 im Dom zu Speyer durch Papst Viktor II. neben seinem Vater.

 

 

Kaiser

Heinrich IV.

1056 - 1106

* 11. 11. 1050

7. 8. 1106

* am 11. Nov. 1050. S. u. N. des Kaiser Heinrich III. u. Agnes v. Poitou, am 14. Dez. 1077, Tochter des Herzogs Wilhelm V. v. Aquitanien u. Agnes v. Burgund.

Herzog v. Bayern (1053-1055). Nach seiner Geburt von dem Fürsten anerkannter Erbe des Königreiches. Wahl zum Deutschen König 1053 zu Tibur. Seit 17. Juli 1053 Mitkönig. 1054 Salbung u. Krönung in Aachen durch Hermann v. Köln. Einführung seines ersten Bischofs 1057 in Worms. König seit 5. Okt. 1056 u. Krönung durch den anwesenden Papst Viktor II. (ordiniert seit 17. Juli 1054), regierte bis 1062 unter der Vormundschaft seiner Mutter Kaiserin Agnes, danach bis 1065 unter der der Erzbischöfe Adalbert v. Bremen u. Anno v. Köln. 1062 wurde er der Vormundschaft u. seiner Mutter Agnes entrissen u. mit den Reichsinsignien aus der Pfalz Kaiserwerth von Erzbischof Anno v. Köln entführt, der damit die Regentschaft übernommen hatte. 1065 Mündigkeitserklärung. Sein Mitregent Adalbert v. Bremen wurde 1066 von den Fürsten auf dem Reichstag zu Tibur gestürzt. Als 16jähriger hatte Heinrich IV. die Regierung übernommen. Seine Mutter ging 1066 ins Kloster Frutuaria bei Turin u. am 14. Dez. 1077 in Rom, bestattet in der Kirche der hl. Petronella.

Auf der Reichsversammlung am 24. Jan. 1076 in Worms mit deutschen Bischöfen erklärte er Papst Gregor VII. für abgesetzt. Er focht den Kampf gegen Papst Gregor VII. um die Erhaltung der Investitur. Darauf wurde Heinrich IV. am 15. Febr. 1076 gebannt. Im Jan. 1077 unternahm er mit Berta u. seinem Sohn Konrad den Gang nach Canossa u. wurde am 28. Jan. 1077 von seinem Bann gelöst. Während seinem „Gang nach Canossa“ wählten die Fürsten im März 1077 zu Forchheim seinen Schwager Rudolf v. Rheinfelden u. Herzog v. Schwaben (Alemannen) zum Gegenkönig. Heinrich IV. war am 15. März 1077 abgesetzt. Rudolf v. Rheinfelden starb am 15. Okt. 1080 in Schlacht von Pegau bei Leipzig an der Elster. 1080 setzt Heinrich IV. Erzbischof Wibert v. Ravenna als Gegenpapst Clemens III. ein. Als neuer Gegenkönig wird im Aug. 1081 zu Ochsenfurt a. M. Graf Hermann v. Salm/ Luxemburg (1081-1088) gewählt, bereits am 28. Sept. 1088 bei Erstürmung seiner Burg Kochem. 1089 Vertreibung von Papst Urban II. mit Unterstützung des Gegenpapstes aus Rom.

Widerrechtliche Krönung zum Römischer Kaiser durch Gegenpapst Clemens III. am 31. März (zu Ostern) 1084 in Rom. 1093 Empörung seines ältesten Sohnes Konrad. Sein Sohn Heinrich, der 1099 in Aachen gekrönt wurde, empört sich 1104 u. nimmt seinen Vater 1105 zu Böckelheim bei Bingen gefangen. Die erzwungene Abdankung von 1106 wurde am 31. Dez. 1105 zu Ingelheim besiegelt. Daran anschließend begab er sich nach Köln u. Lüttich, von der Heeresmacht seines Sohnes verfolgt.

Verlobung 1055 in Zürich mit der ebenfalls im Kindesalter stehenden Berta v. Turin in der Pfalz.

1. Ehe am 13. Juli 1066 in Tibur mit Bertha v. Susa, 1087, Tochter des Markgrafen Otto v. Savoyen u. der Markgräfin Adelheid v. Turin. Kinder:

Adelheid, um 1079.

Heinrich, der Erstgeborene, 1071.

Konrad, * 1075, Krönung am 30. Mai 1087 zum Deutschen König in Aachen, Herzog v. Niederlothringen. Empört sich 1093 gegen seinen Vater, wird 1098 abgewählt u. durch Papst Urban II. entsetzt. Er wurde im Aufstand als Gegenkönig (1093-1101) von der italienischen Markgräfin Mathilde unterstützt u. angestiftet. am 27. Juni 1101, vergiftet, bestattet in Florenz. Sein Schwiegervater: Graf Roger I. v. Sizilien.

Heinrich V., * 1081 als 3. Sohn, sein Nachfolger (1106-1125), Empörung, da sein gebannter Vater nicht König sein konnte.

Agnes, Ahnfrau der Hohenstaufen. 1143.

1. Ehe mit Herzog Friedrich I. v. Staufen in Schwaben, * um 1047, 1105. Söhne:

Friedrich II., Herzog v. Schwaben, 1147.

Konrad III., Gegenkönig u. König (1138-1152). * 1093, am 15. Febr. 1152.

2. Ehe 1106 mit Markgraf Leopold III. v. Babenberg, Markgraf v. Österreich, Sohn des Markgrafen Leopold II. v. Österreich. 18 Kinder:

Leopold IV., sein Nachfolger in Österreich, Herzog v. Schwaben (1136-1141).

Heinrich Jasomirgott, * 1107, Nachfolger seines Bruders als Markgraf v. Österreich (1141-1176).

Otto (5. Sohn), Markgraf v. Österreich, Geschichtsschreiber, Probst, Abt, Bischof v. Freising (1138-1158).

Agnes, * 1107, 1157, Ehe mit Herzog Wladislaw v. Polen u. Schlesien, 1159.

Berta, um 1150, Ehe mit Burggraf Heinrich III. v. Regensburg, 1174.

Ernst, 1137.

Konrad, Bischof v. Passau (1149-1164), Erzbischof v. Salzburg (1164-1168).

Elisabeth, 1143, Ehe mit Graf Hermann II. v. Winzenburg, 1152.

Judith, Ehe mit Markgraf Wilhelm v. Montferrat, 1191.

Gertrud, 1151, Ehe mit König Wladislaw II. v. Böhmen, 1175.

(7 Kinder jung ).

2. Ehe 1089 mit Großfürstin Praxedis v. Kiew, genannt Adelheid od. Gisela, Tochter des russischen Fürsten Suantopolei Michaelis v. Kiew. Witwe des Grafen Udo v. Stade. 1097 geschieden, als Äbtissin.

am 7. Aug. 1106 in Lüttich (6 Mon. nach der Abdankung). Bestattung in Lüttich, danach Ausgrabung u. Bestattung in geweihter Erde. Erst 1111 nach Speyer überführt.