Kaiser

Karl IV.

1347 - 1378

* 14. 5. 1316

29. 11. 1378

 

Karl IV.

(Václav IV. Û Wenzel). * am 14. Mai 1316 (vermutlich in Ingelheim am Rhein). Ältester Sohn des Königs Johannes I. v. Böhmen, aus dem Haus der Grafen v. Luxemburg u. Eliska, (Elisabeth), jüngste Tochter des Königs Wenzel II. v. Böhmen.

Erziehung in Paris. 1319 von seiner Mutter getrennt u. isoliert. Beherrschte fünf Sprachen. In Prag getauft auf den böhmischen Königsnamen Wenzel. Gefirmt mit dem Namen Karl. Seine Firmung fand einen Tag vor der Trauung mit Prinzessin Blanca statt (er mußte seinen Namen Wenzel ablegen u. erhielt vom französischen König, als seinem Firmpaten, seinen Namen Karl u. ließ sich fortan auch so nennen).

Staatsmann u. Förderer der Künste. Gründer der 1. Universität im Deutschen Reich 1348 in Prag. Bauherr Prags.

Herzog v. Luxemburg. Seit 1333 Markgraf v. Mähren. Kurfürst v. Brandenburg. Regierte nach der Erblindung seines Vaters seit 1340 als Karl I. v. Böhmen u. wurde am 11. Juni 1341 bestätigt. König v. Böhmen seit 26. Aug. 1346. Luxemburg-Böhmischer Kaiser.

König mit den meisten Krönungen (Karl IV. ließ sich fünfmal krönen).

Mit der Unterstützung von Papst Clemens VI. Wahl am 11. Juli 1346 zu Reims am Rhein zum Römisch-Deutschen König mit den Stimmen von fünf Kurfürsten während der Kaiser Ludwig IV. d. Bayern noch amtierte. Approbation des Papstes erfolgte am 6. Nov. 1346. Krönung als erwählter Deutscher König (Gegenkönig) am 26. Nov. 1346 in Bonn (nicht in Aachen) auf Betreiben von Papst Clemens VI., Bischof Balduin v. Trier, König Johann v. Böhmen, Herzog Rudolf v. Sachsen-Wittenberg u. dem Bischof v. Mainz. Krönung zum König v. Böhmen am 2. Sept. 1347 in Prag mit der Wenzelskrone. Karl erwarb die Mark Brandenburg (u. damit nach Böhmen die zweite Kurstimme), Schlesien u. Bayern. Nach dem Tod Kaiser Ludwig IV. erfolgte im Okt. 1347 die Anerkennung als Deutscher König u. die nochmalige Krönung am 25. Juli 1349 durch seinen Großonkel Erzbischof Balduin v. Trier in Aachen. Am 30. Jan. 1349 erfolgte aber auch die Wahl des Gegenkönigs, Graf Günther v. Schwarzenberg, welcher aber gegen eine Abfindung im Mai 1349 zum Verzicht bewegt werden konnte u. am 14. Juni 1349 auch starb. Mit Ludwig dem Brandenburger, Sohn u. Erbe von Kaiser Ludwig IV. d. Bayern, wurde am 14. Febr. 1350 in Bautzen ein Vertrag geschlossen.

Krönung zum König v. Italien (Okt. 1354) am 6. Jan. 1355 zu St. Ambrosius in Mailand mit der Eisernen Krone der Langobarden. Kaiserkrönung Ostersonntag am 5. April 1355 zu St. Peter in Rom mit seiner 3. Gemahlin Anna v. Schweidnitz durch den Kardinallegaten Ägidius Albornez, der für Papst Innozenz VI. Rom u. den Vatikan verwaltete. Römischer Kaiser seit 1356. Krönung zum König v. Burgund am 4. Juni 1365 in Arles.

Einen Italienzug unternahm er 1367 über Verona u. Mailand. 1368 weilt er in Rom u. ließ seine 4. Gemahlin Elisabeth krönen. Er begann mit der Erbauung des Veitsdoms in Prag (Vollendung 1929). Rückkehr nach Böhmen 1369.

Römisch-Deutscher Kaiser u. König v. Böhmen, Italien u. Burgund

Am 26. Aug. 1346 erlitt Karl IV. im Verbund mit Frankreich eine militärische Niederlage gegen England, in deren Verlauf auch sein Vater gefallen war. Am 25. Dez. 1356 erließ Karl IV. auf den Reichstagen in Nürnberg u. Metz das Reichsgrundgesetz, die „Goldene Bulle“, zur Regelung der Wahl eines Deutschen Königs, seiner Krönung u. die Einhaltung der kurfürstlichen Rechte. Mit diesem Gesetz geht die Durchführung der Wahl des Kaiser an sieben Kurfürsten u. wird damit rechtlich. Es gab sieben kurfürstliche Wahlstimmen zur Wahl des Römischen Königs (3 des geistlichen u. 4 des weltlichen Standes):

- Erzbischof v. Mainz, als Erzkanzler des Deutschen Reiches.

- Erzbischof v. Köln, als Erzkanzler für Italien.

- Erzbischof v. Trier, als Erzkanzler für Gallien, für das Königreich Arelat (Burgund mit der Hauptstadt Arles).

- König v. Böhmen, als Erzmundschenk.

- Pfalzgraf bei Rhein, als Erztruchseß.

- Herzog v. Sachsen, als Erzmarschall.

- Markgraf v. Brandenburg, als Erzkämmerer.

(Schenk, Truchseß, Marschall u. Kämmerer galten als die höchsten Ämter des königlichen Hofes. Die Sieben Alleinwähler repräsentierten das Grundgesetz, die Reichsverfassung u. den Schutz gegen päpstliche Ansprüche).

Die Wahl wird für die Stadt Frankfurt u. die Krönung für Aachen bestätigt. Die Trennung zwischen Kaisertum u. Papsttum ist damit vollzogen. Zur Unterstützung der Inquisition erließ Karl IV. 5 kaiserliche Edikte.

Besuch am 4. Jan. 1378 in Paris bei König Karl V. v. Frankreich.

1. Ehe am 15. Mai 1323 als 7jähriger mit der französischen Prinzessin Blanca/Bianca v. Valois (eigentlich Margarete), am 1. Aug. 1348 im Alter von 22 Jahren, Tochter des Herzogs Karl I. v. Valois u. dessen 3. Gemahlin Mahaut de Chátillion. Kinder:

Margarethe, * am 24. Mai 1335 in Prag, 1349, Ehe mit König Ludwig I. v. Ungarn u. Polen, ein Sohn des Königs Karl Robert v. Ungarn.

Katharina, * 1342, 1395, Ehe im April 1353 mit, dem als 5jährigen versprochenen, Herzog Rudolf IV. v. Österreich, 1365, in 2. Ehe mit Markgraf Otto v. Brandenburg.

2. Ehe am 4. od. 11. März 1349 in Bacherach am Rhein mit Anna, 1353, Krönung zur Königin v. Böhmen am 1. Nov. 1349, Tochter des Pfalzgrafen Rudolf II. u. Kurfürst v. d. Pfalz. Sohn:

Wenzel, * 1350, 1351.

3. Ehe am 27. Mai 1353 in Buda mit Anna, * 1339, am 11. Juli 1362 (bei ihrer dritten Geburt), Krönung zur Römischen Königin am 9. Febr. 1354 in Aachen, Tochter des Herzogs Heinrich II. v. Schweidnitz-Jauer u. Schwester des Königs Ludwig v. Ungarn. Kinder:

Elisabeth, * am 19. April 1358, 1373, Ehe 1366 mit Herzog Albert III. mit d. Zopf v. Österreich, Enkel Kaiser Albrecht I.

Wenzel IV., * 1361, sein Nachfolger in Böhmen u. designierter als Deutscher König, 1419. 1. Ehe mit Johanna, Tochter von Herzog Albrecht I. v. Bayern. 2. Ehe mit Sophie, Tochter des Herzogs Johann II. v. Bayern.

4. Ehe am 21. Mai 1363 mit Elisabeth in Krakau, Tochter des Herzogs Bogislaw V. v. Pommern, Enkelin des Königs Casimir III. v. Polen. Krönung zur Römischen Kaiserin am 1. Nov. 1368 in Rom. 6 Kinder:

Anna, 1394, Ehe mit König Richard II. v. England.

Karl, 1373

Sigmund, * am 15. Febr. 1368, Kurfürst u. Herzog v. Brandenburg, seit 1382 Mitkönig in Ungarn, sein Nachfolger in Brandenburg. Kaiser (1433-1437). Erzkämmerer des Heiligen Römischen Reiches.

1. Ehe mit Maria, Tochter des Königs Ludwig I. v. Ungarn u. Polen.

2. Ehe mit Barbara, Tochter des Grafen Hermann II. v. Cilli. Sohn:

Albrecht II., Herzog v. Österreich, 1358, Ehe mit Elisabeth ? (Johanna v. Pfirt).

Johann, * am 22. Juni 1370, am 1. März 1396, jüngster Sohn u. sein Nachfolger in der Lausitz. Herzog v. Görlitz, 1396, Ehe mit Richardis v. Mecklenburg. Keine Erben.

Margarethe, 1410, Ehe mit Burggraf Johann III. v. Nürnberg.

Heinrich (6. Kind), * 1377, 1378.

Insgesamt 11 Kinder, u.a.:

Blanca, Ehe 1344 mit Philipp, Sohn des Königs Philipp VI. v. Frankreich.

am 29. Nov. 1378 in Prag. Beisetzung im Veitsdom am 16. Dez. 1378

 

 

König

Wenzel

1378 - 1400

* 26. 2. 1361

16. 8. 1419

Va´clav (Wenzeslaus). * am 26. Febr. 1361 in Nürnberg. S. u. N. des Kaisers Karl IV. u. Anna, * 1339, am 11. Juli 1362, Tochter des Herzogs Heinrich II. v. Schweidnitz-Jauer u. Schwester des Königs Ludwig v. Ungarn v. Schweidnitz.

Erbte Böhmen, Schlesien u. Luxemburg. Als König Wenzel IV. v. Böhmen (1363-1419). Krönung als 2jähriges Kind am 15. Juni 1363. Seit 1373 Markgraf v. Brandenburg. Herzog v. Schlesien.

Wenzel bestieg unangefochten den Doppelthron des deutsch-böhmischen Reiches. Wahl zum Deutschen König am 10. Juni 1376 in Frankf. a. Main. Krönung am 6. Juli 1376 in Aachen, noch zu Lebzeiten seines Vaters. Faktischer Regierungsantritt am 29. Nov. 1378. Graf v. Luxemburg (1383-1388). Gefangennahme am 8. Mai 1394 durch den Vetter Jobst v. Mähren. Befreiung durch seinen Bruder Herzog Johann v. Görlitz. 1395 Krieg mit dem Habsburger Herzog Albrecht III. v. Österreich, welcher aber am 29. Aug. 1395 starb. Seine Absetzung wegen Unfähigkeit erfolgte am 20. Aug. 1400 mit der Abdankung als Kaiser.

Wenzel bleibt König v. Böhmen, wird aber 1402 von seinem Bruder Sigmund gefangen gesetzt. 1411 Aussöhnung mit seinem jüngeren Bruder Sigismund.

Wegen der Durchsetzung kirchlicher Rechte wurde der Prager Generalvikar gefoltert u. im Auftrag des Königs in die Moldau gestürzt (er mußte das Martyrium erleiden).

Die Verlobung 1361 mit der 3jährigen Tochter des Burggrafen v. Nürnberg zerschlug sich.

1. Ehe am 29. Sept. 1370 mit Johanna, am 31. Dez. 1386 (an der Pest ?), Tochter des Herzogs Albrecht I. v. Bayern. Keine Kinder.

2. Ehe mit Sophie, Tochter des Herzogs Johann II. v. Bayern. Keine Kinder.

am (30. Juli) 16. Aug. 1419, ermordet

 

 

König

Ruprecht

1400 - 1410

* 5. 5. 1352

18. 5. 1410

* am 5. Mai 1352 in Amberg. Sohn des Kurfürsten Ruprecht II. v. d. Pfalz, 1398 u. Beatrix, Tochter des Königs Peter II. v. Sizilien. Wittelsbacher.

Ruprecht III als Kurfürst u. Pfalzgraf v. d. Pfalz. Nach dem Tod seines Vaters 1398 von König Wenzel mit der Kurwürde belehnt. Wahl zum Deutschen König am 21. Aug. 1400 bzw. mit der Krönung am 6. Jan. 1401 in Köln. Sein Italienzug 1401/02 war gescheitert. Seine päpstliche Anerkennung erfolgte mit der Absetzung von König Wenzel durch den Papst am 10. Okt 1403 (eigentlich nur ein Schatten - König).

Ehe 1374 mit Elisabeth, 1411, Tochter des Burggrafen Friedrich V. v. Nürnberg. (Elisabeth war 3jährig mit König Wenzel IV. v. Böhmen liiert, die Verlobung hatte sich zerschlagen). 6 Söhne u. 3 Töchter:

Ruprecht Pipan, 1397, Ehe mit Elisabeth v. Sponheim.

Margarethe, 1434, Ehe mit Herzog Karl I. v. Lothringen.

Friedrich, vor 1401

Ludwig III., sein Nachfolger in der Kurwürde v. d. Pfalz, 1436. Ehe mit Blanca v. England, in 2. Ehe mit Mathilde v. Savoyen.

Agnes, 1401, Ehe mit Herzog Adolf v. Kleve.

Elisabeth, 1408, Ehe mit Herzog Friedrich IV. v. Österreich.

Johann, Pfalzgraf v. Neumarkt, 1443, Ehe mit Katharina v. Pommern, in 2. Ehe mit Beatrix v. Bayern.

Stefan, Pfalzgraf v. Simmern, 1459, Ehe mit Anna v. Veldenz.

Otto, Pfalzgraf v. Mosbach, 1461, Ehe mit Johanna v. Bayern.

Vier Kinder: Ruprecht, Friedrich, Agnes, Elisabeth, früh

am 18. Mai 1410 in Schloß Landskron bei Oppenheim

 

 

Kaiser

Sigismund

1410 - 1437

* 15. 2. 1368

9. 12. 1437

 

Sigismund

Sigismund v. Luxemburg. * am 15. Febr. 1368. Sohn des Kaisers Karl IV. u. Elisabeth v. Pommern, Tochter des Herzogs Bogislaw V. v. Pommern, Enkelin des Königs Casimir III. v. Polen. Bruder des Königs Wenzel. Letzter Luxemburger.

Seit 1378 Kurfürst u. Markgraf v. Brandenburg. Seit 1386 Mitkönig in Ungarn, seit 1436 de facto König v. Böhmen. Generalvikar des Reiches (1395-1410). Seit 1387 König v. Ungarn Wahl am 20. Sept. 1410 zum Deutschen König. Nach dem Tod des Königs Ruprecht 1410 wurden Kurfürst Sigismund u. Markgraf Jobst v. Brandenburg gegeneinander zu Deutschen Königen gewählt. Damit existierten 3 Herrscher aus einer Familie, die Anspruch auf den Thron erhoben. König Wenzel wurde 1400 wegen Unfähigkeit abgesetzt u. 1402 gefangen gesetzt. Markgraf Jobst starb 1411. Kurfürst Sigismund fand mit einer 2. Wahl am 21. Juli 1411 seine Anerkennung auf dem Konzil zu Konstanz am 5. Nov. 1414. Krönung durch Erzbischof Dietrich v. Köln am 8. Nov. 1414 mit Maria in Aachen. 1415 trat Sigismund die Kur von Brandenburg ab u. belehnte damit den Burggrafen Friedrich v. Nürnberg. König v. Böhmen seit 1419. Krönung am 28. Juli 1420 im Prager Veitsdom.

Als Gegenkönig trat Koributh Sigismund v. Litauen (1421-1427) auf, 1440.

Auf seiner Romreise (1431-1433) kam er in den Besitz der Langobardenkrone u. so zum Königreich v. Italien am 25. Nov. 1431. Krönung zum König d. Langobarden in Monza 1437. Kaiserkrönung am 31. Mai 1433 in Rom.

Die Verlobung mit Maria, Tochter des Königs Ludwig I. v. Ungarn u. Elisabeth, wurde zerschlagen (König Ludwig starb 1382, Elisabeth wurde ermordet u. Maria 1386 entführt).

1. Ehe 1387 (nach ihrer Befreiung u. seit 1419 de jure) mit Maria, Tochter des Königs Ludwig I. v. Ungarn u. Polen. Einzige Tochter:

Elisabeth, Ehe 1421 mit Herzog Albrecht V. v. Österreich, später König Albrecht II.

2. Ehe nach dem Tod Marias mit Barbara, Tochter des steierischen Grafen Hermann II. v. Cilli. Sohn:

Albrecht II., Herzog v. Österreich, 1358, Ehe mit Johanna v. Pfirt.

am 9. Dez. 1437, auf dem Weg nach Buda im mährischen Znaim

 

 

König

Albrecht II.

1438 - 1439

* 10. 8. 1397

27. 10. 1439

* am 10. Aug. 1397. Sohn des Herzogs Albrecht IV. v. Ober- u. Niederösterreich aus dem Haus Habsburg, 1404 u. Johanna, Tochter eines bayrischen Herzogs. Nachfolger u. Schwiegersohn des Kaisers Sigismund u. Maria, Tochter des Königs Ludwig I. v. Ungarn u. Polen.

Seit 30. Okt. 1411 als Erzherzog Albrecht V. v. Österreich. Wahl am 27. Dez. 1437 zum König v. Böhmen. Krönung am 29. Juni 1438 im Prager Veitsdom. In Böhmen wurde Kasimir (1437-1438), der Bruder des polnischen Königs, zum Gegenkönig in Böhmen gewählt. Wahl am 18. Dez. 1437 zum König v. Ungarn. Krönung am 1. Jan. 1438 mit der Stephanskrone. Wahl zum Deutschen König am 18. März 143von 6 Kurfürsten (am 29. April 1438 in Frankf. a. Main). Eine Krönung zum Deutschen König konnte nicht stattfinden. König des Deutschen Reiches, von Österreich, Böhmen u. Ungarn.

Verlobung am 7. Okt. 1411 mit der 2jährigen Elisabeth, Tochter des Kaisers Sigismund.

Ehe am 28. Sept. 1421 mit Elisabeth v. Luxemburg (sie überlebte ihren Gatten), einzige Tochter des Kaisers Sigismund u. Maria. Kinder:

Anna, 1462, Ehe mit Herzog Wilhelm III. v. Sachsen.

Georg, 1435

Elisabeth, 1505, Ehe mit König Kasimir IV. v. Polen.

Ladislaus Postumus, * am 22. Febr. 1440 (der Nachgeborene, wurde noch in der Wiege zum König v. Ungarn gekrönt), am 23. Nov. 1457, König v. Ungarn u. Böhmen.

am 27. Okt. 1439, ohne männliche Nachkommen, auf dem Feldzug gegen die Türken in Langendorf an der Donau. Beisetzung im Wiener Stephansdom.

 

 

Kaiser

Friedrich III.

1440 - 1493

* 21. 9. 1415

19. 8. 1493

 

Friedrich III.

* am 21. Sept. 1415. Sohn des Herzogs Ernst I. d. Eisernen v. Österreich, Krain, Kärnten, Steiermark, Istrien u. Trient, 1424 u. Cimburgis v. Masowien, 1429, Tochter des Herzogs v. Masowien. Habsburger. Vetter u. Nachfolger des König Albrecht II.

Vormund:

Herzog Friedrich IV., am 24. Juni 1439, Bruder des Herzogs Ernst I. d. Eisernen.

Herzog Friedrich V. v. Steiermark seit 1424. 1431 Erlangung der Volljährigkeit. Sein Erbe erhielt er erst durch Unterstützung Vormunds. Da König Albrecht II. keine männlichen Erben hinterließ u. Ladislaus nachgeboren war, wurde Friedrich 24jährig Chef des Hauses Habsburg in drei Linien. 1436 Reise zum Heiligen Grab nach Jerusalem.

Wahl zum Deutschen König als Friedrich III. am 2. Febr. (6. Apr.) 1440 in Frankf. a. Main. Krönung am 17. Juni 1442 in Aachen zum Deutschen König u. am 16. März 1452 durch Papst Nikolaus V. unter dem Protest der Gesandten von Mailand Krönung zum König v. Italien mit der lombardischen Krone.

Kaiserkrönung am Sonntag „Laetare“ dem 19. März 1452 in Rom durch Papst Nikolaus V., 3 Tage nach der durch den Papst vollzogenen Eheschließung mit Eleonore.

Erster in Rom gesalbter u. gekrönter Habsburger u. zugleich der letzte Kaiser dem diese Ehre widerfuhr.

- Letzte Kaiserkrönung eines Deutschen Königs in Rom -

Ladislaus d. Nachgeborene blieb bis 1453 als Mündel bei Kaiser Friedrich III. u. nach dem Tod des Ladislaus 1457 kam es zum Streit mit Albrecht VI. um das Herzogtum Österreich. Albrecht VI. starb am 2. Dez. 1463, damit war Friedrich III. Herzog v. Österreich. Trotz zahlreicher Unruhen im Land vereinte er durch seine Erbschaftspolitik den habsburgischen Besitz.

Ehe am 16. März 1452 in Rom mit Eleonore, 1467, Tochter des Königs Eduard I. v. Portugal u. Nichte des Königs Alfonso I. v. Neapel. Die Ehe wurde vom Papst gesegnet u. das Paar zugleich zum König v. Italien gekrönt. 5 Kinder:

Christoph, 1456

Maximilian I., * 22. März 1459, sein Nachfolger (1493-1519), am 12. Jan. 1519.

Helene, * 1460, 1461.

Kunigunde, * 1465, 1520, Ehe mit Herzog Albrecht IV. v. Bayern, 1508.

Johann, 1467

Sein Bruder:

Herzog Albert VI. d. Verschwender, * 1418, erlangte 1434 seine Volljährigkeit. Ehe mit Mechthild, Tochter des Kurfürsten v. d. Pfalz Ludwig IV. u. der Witwe des Herzogs Ludwig v. Württemberg. Keine Kinder.

Sein Vormund:

Herzog Friedrich IV. v. Österreich, 1439, Ehe mit Elisabeth, Tochter des Königs Ruprecht, in 2. Ehe mit Anna v. Braunschweig. Sohn:

Sigmund, Herzog v. Österreich, 1496.

am 19. Aug. 1493 in Linz an der Ruhr

 

 

Kaiser

Maximilian I.

1493 - 1519

* 22. 3. 1459

12. 1. 1519

 

Maximilian I.

 

Karl V.

 

Ferdinand I.

* am 22. März 1459 in der Wiener Neustadt. S. u. N. des Kaisers Friedrich III. u. Eleonore, 1467, Tochter des Königs Eduard I. v. Portugal, Nichte des Königs Alfonso I. v. Neapel. Habsburger. Herzog v. Burgund. Seit 1490 Erzherzog v. Österreich.

Begründer der habsburgischen Hausmacht                      - Der Letzte Ritter -

Wahl zum Römisch-Deutschen König am 16. Febr. 1486 in Frankf. a. Main. Krönung zu Lebzeiten seines Vaters am 9. April 1486 in Aachen. Kaiserproklamation am 4. (6.) Febr. 1508 im Tridenter Dom. Kaiser (ohne die obligatorische päpstliche Krönung) seit 10. Febr. 1508. Maximilian I. nahm als erster Kaiser den Titel „Erwählter Römischer Kaiser“ an.

Mit seiner Eheschließung mit Maria, der Tochter des Herzogs Karl d. Kühnen v. Burgund, fiel die Niederlande als Eigentum an das Haus Habsburg.

1. Ehe am 19. Aug. 1477 mit Maria v. Burgund, am 27. März 1482 an den Folgen eines Jagdunfalls, Erbtochter des Herzog Karl des Kühnen v. Burgund, am 5. Jan. 1477 u. Margarethe v. York, * 1446, 1503. Kinder:

Philipp I. d. Schöne, * am 22. Juni 1478, Erzherzog v. Burgund. König v. Kastilien, am 25. Sept. 1506 in Burgos, Ehe am 21. Okt. 1496 (in einer Doppelhochzeit zusammen mit seiner Schwester Margarethe) mit Johanna d. Wahnsinnigen v. Kastilien u. Aragòn, 1555, Tochter des Königs Ferdinand V. v. Aragon u. Isabella v. Kastilien. 6 Kinder:

Eleonore, * 1498, 1558, 1. Ehe mit König Manuel I. d. Gr. v. Portugal, in 2. Ehe mit König Franz I. v. Frankreich, 1547, in 3. Ehe mit König Johann III. v. Portugal.

Karl V., * am 24. Febr. 1500 in Gent, 1558, Kaiser (1519-1556) u. König v. Spanien.

Ferdinand I., * am 10. März 1503 in Alcala, 1564, Erzherzog u. Kaiser (1556-1564), Ferntrauung am 20. Juli 1516 mit Prinzessin Anna, der einstweiligen Gemahlin von Kaiser Maximilian I.

Maria, * 1508 (vermutlich 1505), Ehe am 22. Juli 1515 mit dem 9jährigen Ludwig, Sohn des Königs Wladislaw v. Ungarn.

Katharina, * nach dem Tod des Vaters, Ehe mit König Johannes III. v. Portugal.

Margarethe, * 10. Jan. 1480, Erzherzogin, eine sehr kluge Frau, im Nov. 1530.

1. Ehe 1496 (in einer Doppelhochzeit zusammen mit ihrem Bruder Philipp) mit Erbprinz Juan v. Spanien, 1497, nach ½ Jahr (Herzog Johann v. Aragon ? ).

2. Ehe mit Herzog Philibert II. v. Savoyen, 1506.

Margarethe war vom Vater als Regentin der Niederlande u. Vormund der Kinder ihres Bruders Philipp (Karl mit seinen zwei Schwestern, Ferdinand erlebte seine Jugend in Spanien) eingesetzt.

2. Ehe im Dez. 1490 mit Anna mittels eines Stellvertreters, Erbtochter des Herzogs v. Bretagne. (König Karl VIII. v. Frankreich hatte Margarethe, die Tochter des Kaisers Maximilian I. verstoßen. Raubte Anna u. nahm sie im Dez. 1491 zur Gemahlin).

3. Ehe am 9. März 1494 mit Bianca Maria, 1511, eine reiche Nichte des Mailänder Usurpators Ludovico Sforza.

4. Ehe am 22. Juli 1515 mit der 12jährigen Anna v. Ungarn, Tochter des Königs Wladislaw v. Ungarn, in 2. Ehe mit Ferdinand, Enkel des Kaisers Maximilian I.

Natürliche Tochter:

Dorothea, erhielt die Grafschaft Dürbuy im Herzogtum Lützelburg. Sohn:

Graf Maximilian v. Dürbuy.

am 12.Jan. 1519, in der 3. Stunde nach Mitternacht auf Burg Wels in Oberösterreich. Wunschgemäße Beisetzung neben seiner Mutter u. seiner 1. Gemahlin Maria unter dem Hochaltar der St. Georgenkirche der Wiener Neustadt.