Kaiser

Karl V.

1519 - 1556

* 24. 2. 1500

21. 9. 1558

 

Karl V.

 

 

* am 24. Febr. 1500 in Gent als zweites Kind u. ältester Sohn des Erzherzogs Philipp d. Schönen v. Österreich, 1506, als Philipp I. v. Kastilien, Sohn des Kaiser Maximilian I. u. Maria v. Burgund u. seiner Mutter Johanna „d. Wahnsinnigen“, 1555, Tochter des Königs Ferdinand V. v. Spanien u. Isabella v. Kastilien. Ältester Enkel u. Nachfolger des Kaisers Maximilian I. - Habsburger.

Wuchs am Hof seiner Tante Margarethe v. Savoyen, Statthalterin der Niederlande, im Nov. 1530, zusammen mit seinen zwei Schwestern, aber nicht mit seinem jüngeren Bruder Ferdinand, in den Niederlanden auf. Ferdinand wurde von seinem Großvater Ferdinand in Spanien erzogen. Enkel des Königs Ferdinand V. d. Katholischen v. Spanien.

Nach dem Tod seines Vaters als 9jähriger Erbprinz u. Herzog v. Burgund. Oberhaupt des Männerbundes der Ritter vom Goldenen Vlies. Karl galt in den Niederlanden als Spanier u. in Spanien als Deutscher. Muttersprache war französisch, die deutsche Sprache beherrschte er kaum. Litt in den Kinderjahren an Ohnmachtsanfällen, später an Asthma u. Gicht.

Seit 1506 Herr u. Nachfolger seines Vaters König Philipp I. v. Kastilien in der Niederlande u. Burgund. Die Krone von Spanien hatte er ererbt. Die Nachfolge seines Großvaters König Ferdinand V. v. Spanien trat er aber durch die Wahl der Kurfürsten an. Er vollzog mit der Mündigkeitserklärung am 5. Jan. 1515 den Antritt seiner selbständigen Herrschaft in den Niederlanden u. dem Herzogtum Burgund. Damit brüskierte er seine Tante Margarethe, die die Regentschaft ausgeübt hatte, setzte sie aber nach sieben Jahren selbst wieder ein. Seit 13 März 1516 als Karl I. König v. Spanien, Neapel u. Sizilien. 1519 Erzherzog u. Herr der habsburgischen Erblande u. Wahl durch die Kurfürsten zum Kaiser in Frankfurt a. Main.

Karl V. Deutscher König u. Römischer Kaiser (1519-1556)

Karl erbte 1506 die Niederlande u. Burgund, 1516 Aragonien, Kastilien, Neapel u. Sizilien u. 1519 die österreichischen Erbländer. Erstrebung eines habsburgischen Universalreiches.

Eroberung 1519/21 von Mexiko u. 1532/33 von Peru. Karl V. übte die Oberhoheit aus über Deutschland, Österreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Burgund, ganze Teile Amerikas u. Nordafrikas.

Die Vorwahl zum Römisch-Deutschen König am 27. Aug. 1518 mit der Verweigerung des Kurfürsten Friedrich d. Weisen (dem Förderer u. Landesherrn Luthers). Einstimmige Wahl in Aachen am 28. Juni 1519 zum Römisch-Deutschen Kaiser (gegen die Ansprüche König Franz I. v. Frankreich). Besuch Englands am 26. Mai 1520. Eintreffen am 22. Okt. 1520 in der Krönungsstadt Aachen. Am 23. Okt. 1520 Krönung mit dem Einverständnis des Papstes in Aachen als „Erwählter Römischer Kaiser“. Karl war im Besitz von insgesamt 70 Titel.

1521 übertrug er die Statthalterschaft über das Reich seinem Bruder Ferdinand u. setzte ihn als Herrn über die österreichischen Erblande. Er selbst blieb Kaiser u. König v. Spanien u. Herzog v. Burgund.

Am 28. Jan. 1521 eröffnete der Kaiser den Reichstages in Worms. Um mit dem Papsttum das habsburgische Weltreich zu erhalten, trat er als Gegner der lutherischen Reformation in Erscheinung. An seinem 25. Geburtstag Sieg über Frankreich vor Pavia u. Gefangennahme des französischen Königs. 1526 wurde sein Bruder Ferdinand zum König v. Böhmen u. Ungarn gewählt. Am 6. Mai 1527 fallen kaiserliche Truppen in Rom ein, der Papst gerät in kaiserliche Gefangenschaft. Am 29. Juni 1528 kommt es zu dem Friedensschluß mit Papst Klemens VII. in Barcelona. Feierlicher Einzug am 6. Dez. 1529 in Bologna. Von Dez. 1529 bis März 1530 wohnten Papst Clemens VII. u. Karl V. im Palazzo Publico in Bologna. Am 22. Febr. 1530 empfing Karl V. in der Kapelle des Palazzo Pubblico als König v. Italien die Eisenkrone der Lombardei. Die Krone mußte aus Monza herbeigeschafft werden. Am 24. Febr. 1530 (seinem 30. Geburtstag) Kaiserkrönung in San Petronio zu Bologna (nicht in Rom, da an der Peterskirche noch gearbeitet wurde). Er empfing die Kaiserkrone als letzter Deutscher König aus den Händen eines Papstes. Karl kehrte nach 9jähriger Abwesenheit  in das Deutsche Reich 1530 zurück. Nach dem überzeugenden Sieg gegen Frankreich u. der Versöhnung mit Papst Clemens VII. sollten die deutschen Verhältnisse gegen Ansprüche der Protestanten geordnet werden. Nach seiner Kaiserkrönung 1531, ließ er seinen Bruder Ferdinand zum Römischen König nachrücken.

Kriege:

1525 Sieg über König Franz v. Frankreich u. dessen Gefangennahme.

1527 Plünderung der Stadt Rom („Sacco di Roma“).

1529 gegen die Türkei.

1532 gegen die Türkei.

1535 Tunis wurde von den Osmanen erobert.

1536 gegen Frankreich.

1544 gegen König Franz I. v. Frankreich.

1547 im Schmalkaldischen Krieg Sieg über die Lutheraner bei Mühlberg u. die Gefangennahme des Kurfürsten Johann Friedrich v. Sachsen.

Im Schmalkaldischen Krieg gelang am 24. April 1547 bei Mühlberg an der Elbe der durchschlagende Sieg gegen die Protestanten. Kurfürst Johann Friedrich v. Sachsen u. Landgraf Philipp v. Hessen gerieten in Gefangenschaft. Todesurteile gegen sie wurden nicht vollstreckt, sie mußten Landverzicht leisten.

1548 setzt Karl seinen Neffen u. Schwiegersohn Maximilian II. zum Regenten in Spanien, seinen Sohn Philipp in den Niederlanden ein. Am 22. Okt. 1555 übergibt Kaiser Karl V. die Souveränität des Ritterordens vom Goldenen Vlies an seinen Sohn Philipp. Er ist damit das Haupt der Dynastie Habsburg und nicht sein Bruder Ferdinand, der ihm auf als Kaiser folgt. Der Kaiser leistete am 25. Okt. 1555 in Brüssel Verzicht auf die Niederlande zu Gunsten seines Sohnes Philipp II. (niederländisch-burgundische Herzogswürde), auf Spanien am 18. Jan. 1556 (Abdankung ebenfalls in Brüssel), zugunsten seines Sohnes Philipp II. u. auf das Kaiserreich am 12. Sept. 1556 zugunsten seines Bruders Ferdinand. Abdankung von Kaiser Karl V. am 23. Aug. 1556. Niederlegung der Krone am 12. Sept. 1556 u. sofortige Abreise nach Spanien. Nach dem Verzicht aller Herrschaften verbringt er seine letzten Lebensjahre in einem Landhaus in unmittelbarer Nähe des Hieronymitenklosters San Yuste in Spanien.

Statthalterinnen in den Niederlanden:

Margarethe, die Ziehmutter u. Tante Kaiser Karl V. (1506, nach dem Tod ihres Bruders Philipp d. Schönen, wurde sie von ihrem Vater Kaiser Maximilian I. als Regentin der Niederlande u. zum Vormund der Kinder ihres Bruders Philipp (Karl mit seinen zwei Schwestern, Ferdinand ist in Spanien) eingesetzt. Karl übernimmt am 5. Jan. 1515 ganz überraschend selbst die Regierung, setzte seine Tante als Statthalterin aber 1522 wieder ein.

Maria, Schwester Kaiser Karls V. u. verwitwete König v. Ungarn.

Margarethe v. Parma, natürliche Tochter von Kaiser Karl V.

Verlobung 1522 mit seiner 6jährigen Cousine Mark, Tochter Königs Heinrich VIII. v. England u. Katharina.

Ehe am 11. März 1526 in Sevilla mit seiner Cousine Isabella v. Portugal, * am 4. Okt. 1503 in Lissabon, am 1. Mai 1539 im 7. Wochenbett zu Toledo (Spanien hat sie nie verlassen u. wurde auch nicht zur Kaiserin gekrönt), Tochter des Königs Emanuel I. d. Gr. v. Portugal u. Maria v. Kastilien. 5 Kinder:

Philipp II., * am 21. Mai 1527, Ehe 1543 mit der gleichaltrigen Maria v. Portugal, 1598, sein Nachfolger in Spanien u. den Niederlanden.

Juan (Johanna), Ehe 1553 mit Johannes, * am 3. Juni 1537, am 2. Jan. 1554, Sohn des Königs Johannes III. v. Portugal.

Maria, Ehe mit Kaiser Maximilian II. (Sohn des Bruders ihres Vaters). Kinder:

Anna, älteste Tochter, * 1549, 1580, Ehe 1570 mit König Philipp II. v. Spanien.

Rudolf II., * am 18. Juli 1552, am 20. Jan. 1612, Nachfolger seines Vaters Kaiser Maximilian II.

Matthias, * am 24. Febr. 1557, am 20. März 1619, Nachfolger seines Bruders Kaiser Rudolf II.

Maximilian., Erzherzog, mußte 1588 in Gefangenschaft auf die polnische Krone verzichten.

Albrecht, Kardinal Erzherzog v. Österreich, Ehe mit Isabella, Tochter des Königs Philipp II. v. Spanien. Keine Kinder.

Tochter: ? Ehe mit König Karl IX. v. Frankreich.

Natürliche Kinder:

Margarethe v. Parma (1522-1586), Tochter einer niederländischen Edeldame, seine Nachfolgerin als Statthalterin der Niederlande.

1. Ehe mit Herzog Alessandro v. Medici, ein natürlicher Sohn von Papst Klemens VII.

2. Ehe mit Ottavio, Enkel von Papst Paul III.

Hans, * am 24. Febr. 1547, Sohn des deutschen Bürgermädchens, der Badertochter Barbara Blomberg aus Regensburg. Er war unter dem Namen Don Juan d`Austria berühmt, als Oberbefehlshaber der vereinigten christlichen Flotte u. Türkensieger von Lepanto 1571.

Geschwister:

Eleonore, * 1498, 1. Ehe mit König Emanuel I. d. Gr. v. Portugal., in 2. Ehe seit 19. Jan. 1526 mit König Franz I. v. Frankreich (vermutlich in 3. Ehe mit König Johann III. v. Portugal). 2 Kinder:

Karl

Maria

Ferdinand I., * 1503, sein Nachfolger als Kaiser (1556-1564).

Marie, * (vermutlich) 1505, Ehe mit König Ludwig II. v. Böhmen u. Ungarn.

Katharina, * nach dem Tod des Vaters, Ehe mit König Johannes III. v. Portugal.

am 21. Sept. 1558 im Kloster San Jerònimo de Yuste in Estremadura (Spanien)

 

 

Kaiser

Ferdinand I.

1556 - 1564

* 10. 3. 1503

1564

 

Ferdinand I.

Ferdinand I. v. Österreich. * am 10. März 1503 in Alcala. Sohn des Erzherzogs Philipp d. Schönen v. Österreich, 1506, als Philipp I. v. Kastilien, Sohn des Kaiser Maximilian I. u. Maria v. Burgund u. seiner Mutter Johanna „d. Wahnsinnigen“, 1555, Tochter des Königs Ferdinand V. v. Spanien u. Isabella v. Kastilien. Ältester Enkel des Kaisers Maximilian I. Jüngerer Bruder u. Nachfolger Kaiser Karl V., Habsburger.

Lebte entgegen seinem älteren Bruder Karl nicht bei Tante Margarete in den Niederlanden, sondern seit dem 4. Lebensjahr bei seinem Großvater Ferdinand in Spanien. Katholik.

Seit 1521 regierender Erzherzog der österreichischen Erblande u. Statthalter des Kaiser im Heiligen Römischen Reich. Einstimmige Wahl am 23. Okt. 1526 zum König v. Böhmen. König v. Böhmen seit 21. Febr. 1527 u. König v. Ungarn.. Kämpfte gegen eine türkische Bedrohung u. um die Überwindung der Glaubensspaltung. Wahl zum Römisch-Deutschen König auf dem Reichstag zu Augsburg 1530. Nach der Kaiserkrönung seines Bruders Karl V. 1531 Wahl zum Römischen König in Köln am 5. Jan. 1531. Krönung am 11. Jan. 1531 in Aachen. Kaiser Ferdinand I. ermöglichte den Augsburger Religionsfrieden u. bereitete die Gegenreformation vor. Kaiser seit 24. Febr. 1556.

Beginn der Personalunion des Kaiserreiches mit Ungarn u. Böhmen

Begründer der Habsburg-österreichischen Linie u. des österreichischen Vielvölkerstaates.

Ferntrauung am 20. Juli 1516 mit Prinzessin Anna, der einstweiligen Gemahlin des Kaisers Maximilian I.

Ehe 1521 in Linz mit der Jagiellonenprinzessin Anna v. Ungarn u. Böhmen, * 1503, 1547, Tochter des Königs Wladislaw v. Ungarn u. Gräfin Anna v. Foix, einer französischen Prinzessin. 15 Kinder:

Maximilian II., * am 31. Juli 1527, sein Nachfolger (1564-1576), am 12. Okt. 1576.

Ferdinand II., * 1529, Graf v. Tirol (1564-1595), Erzherzog v. Österreich, 1595, Ehe 1500 ? mit der Patriziertochter Philippine Welser (geistvoll u. schön). Philippine wurde zur Freifrau v. Zinnenburg erhoben, ihre Söhne ohne Erbrecht. Söhne:

Andreas, Kardinal.

Karl, Markgraf v. Burgau.

Karl, * 1540, 1590, Erzherzog v. Österreich (Steiermark, Kärnten u. Krain), Ehe mit Maria v. Bayern, 1608. 15 Kinder:

Ferdinand II., * 1578, 1637.

Leopold V., * 1586, 1632, Bischof v. Passau u. Straßburg, Erzherzog v. Österreich, Ehe mit Claudia Medici v. Toskana, 1648. 5 Kinder:

Ferdinand Karl, * 1628, 1662, Erzherzog v. Tirol.

Sigmund Franz, * 1630, 1665, Erzherzog v. Österreich-Tirol, Bischof v. Augsburg, Gurk u. Triest.

Tochter, Ehe mit Herzog v. Kleve.

Tochter, Ehe mit Wolfgang Wilhelm v. Pfalz-Neuburg.

Johanna, * 1547, 1578, Ehe mit Großherzog Franz I. v. Medici, Herzog v. Toscana, 1587. 4 Kinder:

Philippe, 1583

Anna, 1584

Eleonore, Ehe 1534 mit Vinzenz von Gonzaga, Herzog v. Mantua.

Maria v. Medici, * am 26. April 1573, am 3. Juli 1642, Ehe mit König Heinrich IV. v. Frankreich. Kinder:

Ludwig XIII., * 1601, Dauphin, 1643, sein Nachfolger in Frankreich.

Isabella (Elisabeth), * 1602, 1644, Ehe mit Prinz Philipp v. Asturien, dem späteren König Philipp IV. v. Spanien, Bruder der Anna v. Österreich u. Gemahlin König Ludwig XIII. v. Frankreich.

Christine v. Savoyen, * 1606, 1663, Ehe mit Victor-Amadeus I. v. Savoyen.

Nicolas, * 1607, 1611.

Gaston v. Orleans, * 1608, 1660, 1. Ehe mit Marie v. Montpensier, in 2. Ehe mit Margarethe v. Lothringen-Vaudèmont.

Henriette-Marie, * 1609, 1669, Ehe am 1. Mai 1625 mit Karl I. v. England u. Schottland.

am 25. Juli 1564

 

 

Kaiser

Maximilian II.

1564 - 1576

* 31. 7. 1527

12. 10. 1576

 

Kaiser

Maximilian II.

* am 31. Juli 1527. S. u. N. des Kaiser Ferdinand I. u. Anna v. Ungarn u. Böhmen, * 1503, 1547, Tochter des Königs Wladislaw v. Ungarn u. Gräfin Anna v. Foix.

König v. Österreich, Ungarn u. Böhmen. Als König Maximilian I. v. Böhmen seit 25. April 1548. Wahl zum Römisch-Deutschen König am 24. Nov. 1562 in Frankfurt a. Main. Eine Krönung in Aachen war durch den vakanten Thron des Erzbischofs nicht möglich, deshalb die Durchführung mit dem Erzbischof v. Mainz im Frankfurter Dom. Kaiser seit 25. Juli 1564 in Personalunion mit Böhmen u. Österreich-Ungarn.

Maximilian II. war protestantisch gesinnt u. versuchte mit seiner allgemeinen christlichen Reformation einen Vergleich zwischen den Konfessionen.

Ehe mit Maria, 1603, Tochter des Königs Karl I. v. Spanien (Kaiser Karl V.).

16 Kinder:

Anna, älteste Tochter, * am 1. Nov. 1549, am 28. Okt. 1580, in 4. Ehe seit 12. Nov. 1570 mit König Philipp II. v. Spanien. (3 Söhne u. 2 Töchter).

Philipp III. v. Spanien.

Rudolf II., * am 18. Juli 1552, sein Nachfolger (1576-1612), am 20. Jan. 1612.

Matthias, * am 24. Febr. 1557, Nachfolger seines Bruders, am 20. März 1619.

Maximilian, mußte 1588 in Gefangenschaft auf die polnische Krone verzichten.

Albrecht (Albert), Kardinal Erzherzog v. Österreich.

Ehe mit Isabella, Tochter des Königs Philipp II. v. Spanien, in 3. mit Isabella (Elisabeth) v. Valois.

Tochter, Ehe mit König Karl IX. v. Frankreich.

am 12. Okt. 1576, bestattet in Prag

 

 

Kaiser

Rudolf II.

1576 - 1612

* 18. 7. 1552

20. 1. 1612

 

Rudolf II.

* am 18. Juli 1552. S. u. N. des Kaisers Maximilian II. u. Maria, 1603, Tochter des Königs Karl I. v. Spanien. Jesuitische Erziehung.

König v. Ungarn seit 1572. König v. Böhmen seit 22. Sept. 1575. Krönung zum Römisch-Deutschen König am 27. Okt. 1575 im Dom zu Regensburg, Prag u. Ofen. Kaiser seit 12. Okt. 1576. Abdankung am 23. Mai 1611.

Rudolf schuf durch seine Unentschlossenheit in der Gegenreformation, die er unterstützte, ihr aber nicht zum Sieg verhalf, die Grundlage zum Dreißigjährigen Krieg.

Seit 1605 wegen Anzeichen einer Geisteskrankheit zunehmend entmachtet, wurde er von den Kurfürsten abgewählt, aus Österreich u. Ungarn vertrieben u. in Böhmen abgesetzt.

Unverheiratet. Natürliche Kinder: 3 Söhne u. 3 Töchter mit der Tochter des Antiquars Strader:

Karoline, Ehe mit Graf v. Cantucray.

Dorothea, Nonne, im Kloster.

Elisabeth, Nonne, im Kloster.

Mathias

Karl

Julio, der 3. Sohn des Kaisers Rudolf II., Marchese v. Krumau, am 25. Juni 1609 im Wahnsinn.

am 20. Jan. 1612

 

 

Kaiser

Matthias

1612 - 1619

* 24. 2. 1557

20. 3. 1619

* am 24. Febr. 1557. Sohn des Kaisers Maximilian II. u. Maria, 1603, Tochter des Königs Karl I. v. Spanien. Bruder u. Nachfolger des Kaisers Rudolf II.

Matthias war das Haupt der unabhängigen Opposition gegen Kaiser Rudolf II., seine Wahl der habsburgischen Erzherzöge am 25. April 1606 in Wien zum Oberhaupt ihres Hauses, brachte ihn in der Nachfolge zur Krone. 1608 als König Matyès II. v. Ungarn u. König v. Österreich. Seit 23. Mai 1611 König v. Böhmen.

Kaiserwahl am 13. Juni 1612 in Frankf. a. Main mit seiner Krönung am 24. Juli 1612.

Seine Brüder Maximilian u. Albrecht verzichten zu Gunsten ihres Vetters, Ferdinand v. Steiermark, auf die Nachfolge an der Krone.

am 20. März 1619, kinderlos.

 

 

Kaiser

Ferdinand II.

1619 - 1637

* 9. 7. 1578

15. 2. 1637

 

Ferdinand II.

* am 9. Juli 1578. Sohn des Erzherzogs Karl d. Steiermark. Neffe u. Nachfolger des Kaisers Matthias I. u. Enkel des Kaisers Ferdinand I., Jesuitenzögling, entschiedener Katholik.

Erzherzog Ferdinand II. v. Habsburg. Erzherzog v. Steiermark. Seit 29. Juni 1617 König v. Böhmen. Seit 1618 König v. Ungarn. Einstimmige Wahl am 28. Aug. 1619 zum Deutschen Kaiser. Krönung 1619 in Frankf. a. Main.

Zwei Tage vor seiner Kaiserwahl wird in Böhmen Kurfürst Friedrich V. widerrechtlich, den erbrechtlichen Ansprüchen König Philipp III. v. Spanien entgegen zum König v. Böhmen gewählt.

Entscheidungsträger u. einer der Häupter der Gegenreformation. Seine Politik löste den Dreißigjährigen Krieg aus. Er konnte mit der Hilfe Bayerns, Spaniens u. dem Papsttum am 8. Nov. 1620 unter der Führung von Feldmarschall Johann Tserclaes Graf v. Tilly den protestantisch-aufständischen Kräften in der Schlacht am Weißen Berg die entscheidende Niederlage beibringen. Kaiser Ferdinand II. siegte auch am 27. Aug. 1626 am Barenberg bei Lutter mit seinem neuen Feldherrn Wallenstein über die Dänen.

1. Ehe mit Maria Anna, * 1574, 1616, Tochter des Herzogs Wilhelm V. v. Bayern u. Schwester des Kurfürsten Maximilian I. v. Bayern. 7 Kinder:

Ferdinand III., * am 13. Juli 1608, sein Nachfolger (1637-1657), am 2. April 1657

Maria Anna, * am 13. Jan. 1610 in Graz, am 25. Sept. 1665 in München.

Ehe 1635 mit Kurfürst Maximilian I. v. Bayern als dessen 2. Gemahlin. Kinder:

Ferdinand Maria, * 1636, 1679.

Ehe mit Henriette Adelheid, 1676, Tochter des Herzogs Viktor Amadeus v. Savoyen.

Maximilian Philipp Hieronymus, 1705.

Ehe mit Mauritia de la Tour d’ Auvergue, 1706.

Leopold Wilhelm, * 1614, Erzherzog v. Österreich u. Fürstbischof v. Magdeburg (1631-1638), Bischof v. Passau u. Straßburg, 1662.

2. Ehe 1622 mit Prinzessin Eleonora I. v. Mantua, Tochter des Herzogs Vincenzos I. v. Mantua.

Sein Bruder ?: Erzherzog Leopold (1619-1632).

am 15. Febr. 1637