Regentin

Galla Placidia

423-437

* 389

27. 11. 450

 

 

 

Gallia Placidia

 

 

Galla Placidia. * 389. Tochter von Kaiser Theodosius I. u. Galla, * 373, 394, Tochter des Kaisers Valentinianus I.

Nach dem Tod des Vaters als Vollwaise im Haus Serenas, der Adoptivtochter ihres Vaters erzogen. Sie wurde seit der Eroberung Roms 410 über vier Jahre als Beutegut Alarichs, des Königs der Westgoten, mitgeführt, bis Honorius die Einwilligung zur Ehe mit König Athaulf gab.

Seit 421 Augusta u. Regentin in Aquileia. Mußte 423 vor ihrem Stiefbruder Kaiser Honorius nach Konstantinopel zu ihrem Neffen Theodosius II. fliehen. 423 wurde sie von ihrem Halbbruder Honorius als Augusta anerkannt, ihr Sohn Valentinianus zum Cäsar erhoben u. mit einem Heer nach Italien zurückgesandt. Ravenna konnte 425 kampflos genommen werden. Gegenkaiser Johannes wurde hingerichtet. Für ihren kleinen Sohn Valentinianus III. übernahm sie von 425 bis 437 in Ravenna erneut die Regentschaft. Seit 433 stand sie im Schatten ihres großen Heeresmeisters Aètius. 428 geht die Provinz Afrika an die Vandalen verloren.

Verlobung mit Eucherius, 408 (beim Sturz des Vaters mit untergegangen), Sohn des Heermeisters Stilicho.

1. Ehe im Jan. 414 in Narbonne mit dem Westgoten Athaulf, im Aug. 415, ermordet, mit Hofhaltung in Barcelona. Sohn:

Theodosius, * im Nov. 414 in Barcelona, nach einem Monat .

2. Ehe am 1. Jan. 417 mit Usurpator Constantius III., einem Illyrer, Berater von Kaiser Honorius, dreimal Konsul. Siegte über Usurpator Constantius 411 in Arles. 421 Erhebung von Kaiser Honorius zum Mitregenten, am 2. Sept. 421 an Rippenfellentzündung. Kinder:

Justia Gratia Honoria, * 418., vor der Kaiserin Eudoxia zur Augusta erhoben. Nahm trotz ihrem Gelübde der Jungfräulichkeit eine Liebschaft auf, die nicht ohne Folgen blieb. Sie mußte wegen Verschwörung gegen ihren Bruder in die Verbannung u. bot als Rache König Attila die Hand. Die Ehe mit dem unbedeutenden Senator F. C. Herculanus wurde erzwungen.

Flavius Placidius Valentinianus III., * 2. Juli 419. Tochter:

Honoria

am 27. Nov. 450

Beisetzung mit ihrem Sohn Valentinianus III. im Mausoleum auf der Südseite der alten Peterskirche in Rom nach Kaiser Hadrianus u. seinen Frauen.

 

 

Kaiser

Valentinian III. 425 - 455

* 2. 7. 419

16. 3. 455

 

Valentinianus III.            Flavius Placidus Valentinianus III.

 

* am 2. Juli 419 in Ravenna. Sohn des Feldherrn u. Usurpators Constantius III. u. Galla Placidia, Tochter von Kaiser Theodosius I.

Nach dem Tod von Kaiser Honorius hatte Johannes als Gegenkaiser die Macht an sich genommen. Es war die letzte Erhebung durch den Senat in Rom, vermutlich um einen Abfall an Ost-Rom zu verhindern. 425 wurde Johannes von Kaiser Valentinianus III. bei Aquileia verhaftet u. enthauptet. Von Kaiser Theodosius II., Herrscher im Ostreich, wurde er über das Westreich gesetzt. Als Neffe Kaiser Honorius hatte er Anspruch auf den Thron erhoben. Erhebung zum Caesar 421. Mit Hilfe der Truppen in Ravenna 425 zum Augustus durchgesetzt. Kaiser im Westen seit 23. Okt. 425. Die Residenz wurde in Ravenna u. Rom genommen. Er tötete eigenhändig seinen erfolgreichen Heerführer Aetius, der seinen Sohn mit einer seiner Töchter verheiraten wollte u. mußte vermutlich dafür selbst sterben.

Seine Herrschaft stärkte die Stellung des Papstes.

 

Regenten:

Galla Placidia (388-450), seine Mutter fungierte von 421 bis 437.

Flavius Aètius aus Durostorum. * um 390. Römer. Reichsfeldherr seit 430. Patricius seit 433. Übte seinen Einfluß auf Kaiser Valentinianus III. aus. Nach siegreichen Kämpfen wurde er 428 zum Heeresmeister befördert. Ließ 430 den einflußreichen Hausmeier Felix ermorden u. trat als Reichsfeldherr an seine Stelle. Mußte sich im Kampf um die höchste Beamtenstelle, nicht um den Thron, gegen Bewerber durchsetzen. Er siegte 451 auch gegen den Hunnen Attila auf den Katalaunischen Feldern. Sein Sturz wurde 454 durch eine Palastintrige erreicht.

am 21. Sept. 454, ermordet

 

Verlobung 424 mit der 2jährigen Licinia Eudoxia, Tochter von Kaiser Theodosius II.

Ehe am 29. Okt. 437 in Konstantinopel, Flitterwochen in Saloniki, mit (Verlobten) Licinia Eudoxia (in 2. Ehe mit Kaiser Petronius Maximus, Imperator in Rom), * 422, Tochter des byzantinischen Kaiser Theodosius II. u. Athenais Eudokia II., (Einführung als Kaiserin am 28. Jan. 438 in Ravenna. Nach der Geburt des ersten Kindes Eudokia zur Augusta erhoben). Licinia wurde 455 zusammen mit ihren Töchtern von den Vandalen in die Sklaverei verschleppt. 462 durfte sie mit ihrer Tochter Placidia auf bitten des Papstes zurückkehren. Tochter Eudokia war mit Hunerich, dem Sohn von König Geiserich, vermählt worden. Kinder:

Eudokia, 455 zusammen mit ihrer Mutter u. ihrer Schwester von den Vandalen in die Sklaverei verschleppt u. dem Hunerich, ein Sohn von König Geiserich, zur Ehe gegeben. Sohn: Hilderich.

Gallia Placidia d. Jüngere (455 zusammen mit ihrer Mutter u. Schwester von den Vandalen in die Sklaverei verschleppt), Ehe mit Kaiser Anicius Olybrius.

am 16. März 455, von zwei Offizieren des Aetius in Rom erschlagen.

Ende der Theodosianischen Dynastie

 

 

 

 

Kaiser

Maximus

455

31. 5. 455

 

Petronius Maximus

 

Da Kaiser Valentinian III. keinen Sohn hinterließ, wurde der betagte u. wohlhabende Senator, Angehöriger der italienischen Aristokratie vom Heer zum Nachfolger gewählt. Als junger Mensch wurde er 38jährig Konsul u. sechs Jahre später Prätorianerpräfekt für Italien. Vermutlich war er durch Bestechung an die Macht gekommen. Kaiser seit 17. März 455. Maximus schonte die Mörder seines Vorgängers, nahm sie zu Freunden u. wollte die verwitwete Kaiserin Eudoxia zur Frau nehmen. Der Kaiser wollte 455 vor dem Vandaleneinfall fliehen u. wurde von seiner Palastwache daran gehindert u. getötet. Sein Leichnam wurde zerstückelt u. in den Tiber geworfen. König Geiserich landete in Ostia am 3. Juni 455. Rom wurde geplündert u. Kaiserin Licinia Eudokia zusammen mit ihren Töchtern von den Vandalen in die Sklaverei verschleppt.

Ehe ? 455 mit Licinia Eudoxia, * 422, Witwe Kaiser Valentinianus III. u. Tochter des byzantinischen Kaiser Theodosius II. u. Athenais Eudokia II.

am 31. Mai 455 (11 Wochen nach Machtantritt ermordet).

 

 

Kaiser

Avitus

455 - 456

* um 400

456

 

Avitus                           Maecilius Avitus

 

* um 400. Freund des Westgotenkönigs Theoderich II.

In Tolosa (Toulouse) in Gallien am Hof des Westgoten König Theoderich II. am 9. Juli 455 zum Kaiser ausgerufen. 456 kam es in Ravenna durch Riccimer zum Aufstand. Kaiser Avitus zog gegen Riccimer ins Feld, unterlag in der Schlacht von Placentia, geriet in Gefangenschaft u. wurde am 17. Okt. 456 von Ricimer abgesetzt u. mit dem Bischofsamt in Piacenza abgefunden. Später wurde er von seinem Nachfolger Majorian vertrieben u. von den Westgoten getötet.

Ende 456, von Eurich, König der Westgoten, ermordet.

 

 

Diktator

Ricimer

457-472

18. 8. 472

 

Ricimer (Rekimer)                    Interregnum

Suebenfürst. Enkel oder Tochtersohn von Wallia, Königs der Westgoten. Feldherr. Diktator. Patricius seit Anfang 457. Setzte die Kaiser ein u. wieder ab (Kaisermacher u. Kaisermörder). Er setzte 456 Kaiser Avitus ab, versuchte die Anerkennung seines Kandidaten Majorian zu erreichen u. denselben nach seiner Festigung im Amt wieder zu töten. Danach setzte er den willfährigen Libius Severus ein. Als dieser starb folgte Anthemius, ein Kandidat des oströmischen Kaisers Leo. Wegen Unfähigkeit wurde er 472 von Riccimer beseitigt. Er setzte nun als Nachfolger Olybrius ein. Beide starben aber noch im gleichen Jahr.

Ehe mit Alypia, Tochter von Kaiser Anthemius u. Marciana.

am 18. Aug. 472

 

 

Kaiser

Maiorian

457 - 461

2. 8. 461

 

Maiorian                  Julius Majorianus

 

Senator. Kaiser seit 28. Dez. 457. Von seinem Feldherrn Ricimer eingesetzt. Als er zu sehr an Einfluß gewonnen hatte, wurde er bei seiner Rückkehr aus Gallien von Ricimer verhaftet u. gestürzt.

am 2. Aug. 461, enthauptet

 

 

Kaiser

Libius Severus

461 - 465

14. 11. 465

 

Severus III.

 

Kaiser seit 19. Nov. 461, von Riccimer protegiert. Ein Herrsche ohne Bedeutung. Die Herrschaft führte Riccimer. Es wurde kein neuer Augustus eingesetzt.

am 14. Nov. 465

 

 

Kaiser

Anthemius

467 - 472

11. 7. 472

 

Anthemius              Procopius Anthemios

 

Sohn des Oströmischen Kaisers Markian.

Kaiser seit dem 12. April 467. Kandidat des Oströmischen Kaisers Leo. Sein Feldzug gegen die Vandalen endete in einer Katastrophe. Riccimer marschierte im Juli 472 nach Rom, ließ Anthemius gefangennehmen u. töten.

Ehe mit Marciana, Tochter von Kaiser Marcianus u. Pulscheria, Tochter von Kaiser Arcadius. Sohn:

Markian, führte den Aufstand 479 gegen den oströmischen Kaiser Zenon, wurde gefaßt, begnadigt u. zum Presbyter geweiht. Ehe mit Leontina, der jüngsten Tochter von Kaiser Leon I., sie ging nach dem Aufstand ins Kloster.

am 11. Juli 472, hingerichtet

 

 

Kaiser

Olybrius

472

2. 11. 472

 

Olybrius                    Anicius Olybrius

 

Kaiser seit April 472, von Riccimer eingesetzt.

Ehe mit Galla Placidia d. Jüngeren, Tochter von Kaiser Valentinianus III. u. Eudoxia. Sie war nach der Erstürmung u. Plünderung Roms 455 mit ihrer Mutter Licinia Eudoxia u. ihrer Schwester von den Vandalen in die Sklaverei verschleppt worden.

am 2. Nov. 472, an Wassersucht

 

 

Kaiser

Glycerius

473 - 474

 

Glycerius          Flavius Glycerius

 

Nach dem Ableben des Riccimer u. seines Kandidaten Olybrius übte der burgundische Fürst Gundobad, Sohn des Ricimer, die Herrschaft im Weströmischen Reich aus. Er ernannte Glycerius zum Kaiser. Von Kaiser Leon I. in Konstantinopel nicht anerkannt.

Kaiser seit 3. März 473. Floh 474 vor dem anrückenden Julius Nepos, wurde am 24. Juni 474 abgesetzt u. entsagte dem Thron. Er erhielt das Erzbistum Salona.

 

 

Kaiser

Julius Nepos

474 - 475

9. 5. 480

 

Julius Nepos

 

Thronkandidat des Oströmischen Kaisers Zeno. Er zog mit militärischer Macht gegen Rom, vertrieb Kaiser Glycerius u. wurde selbst zum Kaiser ausgerufen.

Kaiser seit 19./24. Juni 474. Im August 475 putschte sein Feldherr Orestes, der Vater des späteren Kaisers Romolus. Julius Nepos floh über Ravenna nach Salona u. traf dort in peinlicher Begegnung mit seinem Vorgänger zusammen. Absetzung am 28. Aug. 475. Orestes ernannte seinen Sohn Romulus zum Kaiser. Die Macht lag aber schon in den Händen der germanischen Söldner.

am 9. Mai 480, an der dalmatinischen Küste ermordet

 

 

Kaiser

Romulus

475 - 476

* um 460

 

Romulus Augustulus          (lat.:  das  „Kaiserlein“).

 

* um 460. Sohn des Feldherrn Orestes aus Pannonien. Am Hof des Attila persönlicher Sekretär. Unter Kaiser Anthemius Befehlshaber der Leibgarde u. stürzte als Heermeister Kaiser Julius Nepos.

Sein Vater Orestes vertrieb Kaiser Julius Nepos, kehrte nach Rom zurück, blieb nach dem Sturz des Julius Nepos Reichsfeldherr u. erhob seinen Sohn in Ravenna am 31. Okt. 475 zum Kaiser. Romulus wurde nicht anerkannt. Im Sommer 476 inszenierten die germanischen Söldner einen Aufstand. Sie stellten Forderungen nach Landzuweisungen, denen Orestes nicht entsprechen konnte. Die Truppen riefen ihren Söldnerführer u. Standartenträger Odoaker vom Stamm der Skiren am 23. Aug. 476 zum Kaiser aus. Orestes floh zunächst nach Ticinum (dem heutigen Pavia), wurde in Piacenza verhaftet u. ermordet. Romulus entging dem Schwert indem er am 4. Sept. 476 abdankte. Mit einer Pension wurde zu seinen Verwandten nach Campanien entlassen.

Mit der Ablehnung des Kaiser-Titels von Odoaker entstand ein politisches Vakuum in der alten Hauptstadt. Beginn des Zeitalters des mittelalterlichen Papsttums.

Das Römische Reich war auseinandergefallen

Gallien wurde bereits von den Franken, Burgunden u. den Westgoten kontrolliert. Die Westgoten u. Sueben teilten sich Spanien, die Vandalen herrschten in Nordafrika u. Britannien wurde bald Besitz der Angelsachsen.

 

-           letzter      weströmischer        Kaiser          -

 

Niedergang eines glanzvollen Amtes. Im Westen blieb nur die Erinnerung an einstige Größe

 

 

 

Oströmischen Reich

 

Kaiser

Valens

364 - 378

* 329

9. 8. 378

 

Valens                                      Flavius Valens

 

* 329 in Pannonien. Sohn des Gratianus d. Älteren u. Bruder Kaiser Valentinian I.

Arianer, von unästhetischer Gestalt u. grausam.

Valens wurde von seinem Bruder Kaiser Valentinian I. in Konstantinopel im März 364 als Augustus u. Mitregenten im Osten des Reiches über den Balkan eingesetzt. Mit der 5. Reichsteilung war er seit 28. März 364 Kaiser im Osten des Reiches. Im Frühjahr 365 gab Procopius, ein Vetter Kaiser Julians das Signal zum Aufstand. Valens floh in Panik nach Ankyra. Procopius verlor aber seine Anhänger, wurde im Mai 365 im thrakischen Philippopel (dem heutigen Plovdiv) gefangengenommen u. enthauptet. Valens rächte sich unter den Abweichlern grausam. Am 9. Aug. 378 wurde der Kaiser Valens vom vereinigten Heer der West- u. Ostgoten bei Hadrianopolis vernichtend geschlagen. Er verlor dabei sein Leben zusammen mit seinem Oberkommando u. einer Vielzahl seiner Soldaten.

Gemäßigter orthodoxer Christ, Dulder des Heidentums.

am 9. Aug. 378, gefallen in der Schlacht gegen die Ostgoten

 

Usurpatoren:

Procopius (365-366), von Kaiser Valens niedergeworfen.

Firmus (372-375).

 

Ehe mit Albia Domnica

am 9. Aug. 378, während der Schlacht gegen die Ostgoten bei Hadrianopolis gefallen

 

 

Kaiser

Theodosius I.

379 - 395

* 11. 1. 347

17. 1. 395

 

Theodosius I.

 

Theodosius I. d. Gr.                       Flavius Theodosius

 

* am 11. Jan. 347. Sohn des Theodosius d. Älteren („Saxonieus“, eines Feldherrn des Kaiser Valentinianus I., mit einem großen Sieg gegen die Sachsen) u. Thermantia d. Älteren, aus reicher Familie in Nordspanien. Taufe in Thessalonike 380.

Als Offizier wurde er im Jahr 378 von Kaiser Gratianus zur Verteidigung des Ostreiches zum Augustus erhoben. Er erwies sich auf militärischem u. zivilem Gebiet als überaus fähig, was ihm den Titel „der Große“ einbrachte.

Kaiser im Osten seit 19. Jan. 379. Mit der Vereinigung des Römischen Reiches wurde er seit 6. Sept. 394 Alleinherrscher im ganzen Reich. Aufgrund seiner Freveltat an der Bevölkerung von Thessalonike unterwarf sich der Kaiser dem Urteil, der Verdammung u. Bestrafung, der höher gestellten Autorität, vertreten durch Bischof Ambrosius, indem er in Mailand öffentliche Abbitte leistete.

Kaiser Theodosius siegte bei Mösien über die Goten. Schlug er den Usurpator Maximus 388 mit seinem Sohn Victor. Nach dem Tod von Kaiser Valentinianus II. unternahm er 394 einen Feldzug nach Westen u. unterwarf die Usurpatoren Eugenius u. Arbogast. Die Vereinigung des Gesamtreiches gelang aber nur für kurze Zeit. Die Nachfolge im Reich regelte er nach dem Tod des kinderlosen Kaisers Valentinian II. unter seinen eigenen Söhnen. Nach seinem Tod ging das Westreich seinem 80jährigen Untergang entgegen. Kaiser Theodosius war Gesetzgeber u. Verfechter des Christentums. 381 wurde das 2. ökumenische Konzil von Konstantinopel in die Irenenkirche einberufen, die orthodoxe Lehre zur allgemeinen (kath.) Staatsreligion erhoben. 391 folgte das Verbot heidnischer Kulte u. 394 das Verbot der Olympischen Spiele (bisher waren 293 Spiele ausgetragen worden, erstmalig im Jahr 776 v. Chr.).

Sein Heeresmeister war Flavius Stilicho, * um 360, Sohn eines Vandalen. Er war sein Feldherr u. Minister, sein Generalissimus u. Hausmeier bis 408. Regent u. Vormund für den unmündigen Kaiser Honorius im Westen seit 17. Jan. 395. Seit der Schlacht an der Wippach gegen Eugenius u. Arbogast wurde er Reichsfeldherr u. Magister militum. Absetzung am 14. Aug. 408 wegen angeblichen Verrats u. am 22. Aug. 408 hingerichtet. Ehe mit Serena, der Nichte u. Adoptivtochter von Kaiser Theodosius I., Serena, 410, beim Einfall von König Alarich in Rom wegen Verrat hingerichtet.

 

Usurpatoren:

Magnus Maximus (383-388). Feldherr. Von seinen britannischen Legionen zum Kaiser ausgerufen. Mörder von Kaiser Gratianus. Das Westreich geriet unter die Herrschaft germanischer Generale. Er ernannte seinen Sohn Victor zum Mitregenten, zog 387 nach Italien u. erlitt eine Niederlage. 388 wurde er von Kaiser Theodosius bei Sissek in Kroatien geschlagen. am 28. Aug. 388 (in der Sau ertrunken), ermordet. Sein Bruder Marcellinus wurde ebenfalls bei Petau geschlagen u. blieb vermutlich auf dem Feld.

Flavius Victor (387-388). Sohn u. Mitregent des Usurpators Magnus Maximus.

 

Ehe 379 bis 385 mit Aelia Flaccilla, 386. Söhne:

Arcadius, * 377, 383 vom Vater zum Augustus u. Erbe des Ostreiches ernannt.

Honorius, * 384, 393 vom Vater zum Augustus u. Erbe des Westreiches ernannt.

Ehe Frühjahr 386 mit Galla, * 373, 394 bei einer Fehlgeburt (zwei Jahre nach der Geburt ihrer Tochter Galla), Tochter von Kaiser Valentinianus I. u. Iustina. Einzige Tochter:

Galla Placidia, 392, am 27. Nov. 450. Nach dem Tod des Vaters als Vollwaise im Haus Serenas, der Adoptivtochter ihres Vaters erzogen.

Verlobung mit Eucherius (beim Sturz des Vaters 408 mit untergegangen), Sohn des Hausmeiers Stilicho.

1. Ehe mit dem Westgoten Ataulf.

2. Ehe mit Kaiser Constantius III., Kinder:

Valentinianus III.

Justa Grata Honoria

am 17. Jan. 395, in Mailand.

 

Beginn des Mittelalters