Der Kreuzzug war ein militärisches Unternehmen, dass vom Papst autorisiert wurde mit dem Ziel, die Heiligen Stätten zurückzuerobern, die christliche Bevölkerung, die christlichen Reiche u. auch die Rechte der Kirche zu verteidigen. Im Besonderen die Versuche im 11. - 14. Jahrhundert, die das Ziel hatten, das Heilige Land aus der Herrschaft der Muselmanen zu befreien, wurden dazu unternommen. Dies gelang von der Einnahme Jerusalems am 15. Juli 1099 bis zur Eroberung Akkos durch die Muselmanen im Jahr 1291. Ausgelöst wurde die Bewegung durch die Eroberung des Heiligen Landes durch den Islam im 7. u. 9. Jahrhundert. Die Pilgerfahrten wurden seit dieser Zeit zunehmend schwieriger u. gefährlicher. Kalif El Hakim hatte 1008 die Basilika des Heiligen Grabes zerstört u. bis zum Jahr 1014 dreißigtausend christliche Kirchen für das Christentum entweiht. Das Heilige Land galt in der feudalen Epoche als Erbbesitz des Herrn u. musste für dessen Stellvertreter zurückgewonnen werden.
Üblicherweise zählt man 7 Kreuzzüge. Der 1. Kreuzzug war der berühmteste, der 4. Kreuzzug richtete mit dem größten Schaden.
Historisches Ergebnis der Kreuzzüge war die Errichtung des Königreichs von Jerusalem, des Fürstentums von Antiochia, der Grafschaften von Edessa u. Tripolis. Der Westen gewann umfassende Kenntnis der arabischen Philosophie u. Naturwissenschaften. Wallfahrten nach Mekka wurden von den christlichen Heeren nie behindert.
siehe: Weltgeschichte v. Helmolt, Bd. 6, S. 383 - 412
Erste Gedanken zum Kreuzzug gingen von Papst Sylvester II. (999 - 1003) aus. Später nahm Papst Gregor VII. (1073 - 1085) den Gedanken wieder auf. Papst Urban II. (1088 - 1099) brachte auf dem Konzil zu Clermont 1095 diese Idee zur Ausführung. Der bewaffnete Pilgerzug wurde zur Befreiung des Heilige Landes u. von den türkischen Seldschuken 1071 eroberten Jerusalem eingesetzt. Die Teilnahme wurde als Nachfolge Christi u. als Martyrium verstanden. Voraussetzungen für das Sendungsbewußtsein des christlichen Abendlandes waren die Abwehr der vordringenden Mohammedaner in Spanien u. die Unterstützung des oströmischen Reiches. Die Kreuzzüge brachten dem Oströmischen Reich aber keine Hilfe gegen den moslemischen Ansturm, sondern belasteten die Beziehungen der Kirchen des Ostens u. des Westens untereinander ganz entscheidend. Byzanz wurde fast ausschließlich zur Unterhaltung u. Versorgung der Kreuzheere eingebunden. Geographisch günstig gelegen, nahmen die Heere ihren Weg über den Bosporus.
Nach der Eroberung Jerusalems im 1. Kreuzzug wurden auch die Kreuzfahrerstaaten konsolidiert. Ägypten wurde besiegt, Tripolis erobert u. als Grafschaft errichtet, sowie Sidon u. Beirut eingegliedert.
Die Geschichtsschreibung nennt sieben Kreuzzüge.
1. Kreuzzug (1096 - 1099)
Der berühmteste aller sieben Kreuzzüge.
Nach einer langen Ruheperiode bezwingen im Jahr 1071 türkische Seldschuken unter Atsiz ibn Aboq das byzantinische Heer unter Kaiser Romanos IV. Diogenes v. Byzanz bei Manzikert in Armenien durch eine vernichtende Niederlage. Im gleichen Jahr wird Jerusalem kampflos eingenommen u. Palästina vollständig besetzt. Der Seldschukenfürst Tutusch lässt Atsiz 1079 ermorden u. übernimmt das Land von Aleppo bis an die Grenzen Ägyptens. Mit seinem Tod 1095 zerfällt das Reich. Die christliche Bevölkerung wurde mit einer hohen Kopfsteuer belegt. Es herrschen chaotische Zustände. Christen werden überfallen u. ermordet, Wallfahrten sind nicht mehr möglich. Das christliche Volk wandte sich an Kaiser Alexius v. Konstantinopel um Hilfe. 1094 erging ein Hilferuf von Kaiser Alexius I. wider die Türken an Papst Urban II., überreicht auf der Synode im März 1095 zu Piacenza. Auf dem Konzil von Clermont-Ferrant in Aquitanien (18.-26. Nov. 1095) ruft Papst Urban II. mit einer denkwürdigen Rede die Fürsten des Abendlandes zum Kreuzzug u. zur Befreiung des Heiligen Landes auf, mit einem Heer, das am Fest Mariä Himmelfahrt, also am 15. Aug. 1096 bereitstehen soll.
Zur Führung des 1. Kreuzzuges fielen die beiden wichtigsten Fürsten des Abendlandes aus. Kaiser Heinrich IV. u. König Philipp I. v. Frankreich waren gebannt. So fiel die Führung dem Papsttum zu. Für die Durchführung boten sich Herzog Gottfried v. Lothringen, Herzog Robert von der Normandie u. König Wilhelm II. v. England, Graf Raimund v. St. Gilles, Hugo (Bruder des König Philipp v. Frankreich) u. einige anderen an.
Schon zu Beginn des Aufbruchs im Frühjahr 1096 mit 20.000 Männern, Frauen u. Kindern unter der Führung des Wanderpredigers Peter des Einsiedlers kam es zu Plünderungen u. Verwüstungen auf dem byzantinischen Balkan. Byzanz muss dagegen vorgehen. Bei Nicäa kommt es zur vollständigen Niederlage des Kreuzheeres. Nachrückende Abteilungen werden vom Kaiser angegriffen u. zurückgeworfen. Ab dem 15. Aug. 1096 zogen die ersten großen u. gutgerüsteten Truppenverbände mit namhaften Fürsten verschiedenster Völker in Richtung Konstantinopel u. trafen am 23. Dez. 1096 in einer Stärke von ca. 80.000 Kämpfern dort ein. Eine einheitliche Führung gab es unter mehreren gleichrangigen Fürsten nicht. Als Heerführer trafen in Konstantinopel Hugo v. Vermandois, der jüngere Bruder König Philipp I. v. Frankreich, danach der Herzog Gottfried v. Bouillion v. Niederlothringen mit seinem Bruder Balduin v. Boulogne ein. Es folgten Fürst Bohemund v. Tarent, Sohn des Thronprätendenten Robert Guiscard, Graf Raimund IV. v. Toulouse u. Markgraf der Provence u. Herzog Robert der Normandie, Sohn des Wilhelm des Eroberers. Am 2. April 1097 kam es zum Aufstand, da es zu erheblichen Bedrückungen gekommen war, weil Gottfried v. Bouillion den Lehnseid für Eroberungen in Asien an den Kaiser verweigerte. Der Kreuzzug wurde aber noch ein voller Erfolg. Am 19. Juni 1097 wurde Nikaia erobert u. am 1. Juli ein Sieg über die Seldschuken bei Doryläum in Anatolien errungen. Danach wird das christlich-armenische Edessa am Euphrat erobert, als Bollwerk für weiteres Vordringen. Am 3. Juni 1098 fiel nach neunmonatiger Belagerung Antiochien, die Hauptstadt Syriens. Jerusalem wurde am 7. Juni 1099 erreicht u. nach 6 Wochen Belagerung am Freitag dem 15. Juli 1099 mit einem furchtbares Massaker unter der moslemischen Bevölkerung genommen. Unter dem Ritter Gottfried von Bouillon war Jerusalem von den Mohammedanern befreit. Noch im Sommer kommt es zum erwarteten Zusammenstoß mit den ägyptischen Fatimiden. Die Truppen des Wesir el-Afdal werden in die Flucht geschlagen. Galiläa wird befreit. Außer Jaffa befinden sich die stark befestigten Küstenstädte in der Hand der Fatimiden.
Die eroberten Gebiete wurden nicht wie versprochen, politisch dem Oströmischen Kaiser u. kirchlich den östlichen Patriarchen unterstellt, sondern Antiochien wurde dem Papst, als dem „ersten Bf.-Sitz des Apostels Petrus“, als rechtmäßiges Erbe angeboten.
2. Kreuzzug (1147 - 1149)
1144 fällt Edssa in moslemische Hände. Diese Nachricht u. eine Bittschrift der Königin Melisende v. Jerusalem an Papst Eugen III. veranlassen den Papst, den Zisterzienserabt u. Kirchenlehrer Bernhard von Clairvaux (1091-1153) mit der Kreuzzugspredigt zu beauftragen. König Ludwig VII. v. Frankreich u. der widerstrebende König Konrad III. wurden für die Unternehmung gewonnen. Im Mai 1147 brach das Heer in drei Abteilungen mit zahlreichen Fürsten: Herzog Friedrich v. Schwaben (Friedrich Barbarossa), Welf VI. u. vielen Bischöfen auf. Das deutsche Heer nahm seinen Weg über Ungarn, Griechenland u. Konstantinopel, wurde aber bei Dorylaion vernichtend geschlagen. König Konrad III. u. Herzog Friedrich v. Schwaben konnten entkommen, kehrten um u. schlossen sich der nachfolgenden französischen Abteilung an. Unter Georg v. Antiochien zog eine sizilianische Abteilung plündernd durchs Land, annektierte christlich-byzantinische Inseln u. führte Gefangene aus Theben nach Palermo. Auf dem Fürstentag in Akkon wurde ein Feldzug gegen Damaskus beschlossen. Die Belagerung von Damaskus musste unter König Konrad III. (1138 - 1152) u. König Ludwig VII. v. Frankreich aufgegeben werden. Der Rückzug durch die syrische Wüste bedeutete das Ende des glorreichen Heeres, es war verloren ohne einen Fußbreit Boden von den Moslems zurückerobert zu haben. Die Eroberung von Lissabon im Westen durch englische u. flämische Truppen war ein Erfolg, das eigentliche Ziel aber wurde nicht erreicht. Auf der Rückreise geriet König Ludwig VII. v. Frankreich in byzantinische Gefangenschaft, wurde aber vom Feldherrn des König Roger II. v. Siziliens, Georg v. Antiochien, befreit. Es kam 1149 zu einer Allianz zwischen König Ludwig VII. v. Frankreich, König Roger II. v. Sizilien u. Papst Eugen III. gegen König Konrad III. u. den byzantinischen Kaiser Emanuel. Der 2. Kreuzzug war militärisch ein Fehlschlag, hat dem fränkischen Ruf sehr geschadet u. den Zusammenschluss der Moslems herbeigeführt.
Ebenso wenig gelang der als Kreuzzug von Bernhard v. Clairvaux 1147 gepredigte Krieg gegen die Wenden mit der Losung „Vernichtung oder Bekehrung der Heiden“
3. Kreuzzug (1189 - 1192)
Anlass zum 3. Kreuzzug war die Niederlage der Ritterheere am 5. Juli 1187 am See Tiberias u. vor allem der Fall Jerusalems in die Hände des Sultans Saladin am 3. Okt. 1187. Der Mut zur Durchführung des dritten Kreuzzuges war den Bemühung von Papst Klemens III. zu verdanken. Ihm gelang es, Frieden zwischen England u. Frankreich zu stiften u. alle wichtigen Fürsten Europas zur Teilnahme zu bewegen.
Hauptteilnehmer waren:
Kaiser Friedrich I. Barbarossa, König Philipp II. August v. Frankreich, König Richard Löwenherz v. England u. König Wilhelm II. v. Sizilien.
König Wilhelm II. v. Sizilien brachte den noch verbliebenen festen Plätzen (Tyros, Tripolis u. Antiochia) die dringend erforderliche sofortige Verstärkung. Saladin musste die jeweilige Belagerung aufgeben.
Unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa (1152 - 1190) brach am 24. April 1189 in Regensburg ein wohlgerüstetes Heer auf. Er zog durch Ungarn nach Griechenland u. überwinterte in Adrianopel. Kaiser Friedrich I. hatte sich mit Kaiser Isaak v. Byzanz in Verbindung gesetzt u. konnte die Überfahrt mit griechischen Booten in sieben Tagen ohne Verluste durchführen. Durch die Festnahme seiner gesandten in Konstantinopel erhielt er aber den päpstlichen Dispens für einen Angriff gegen das ketzerische Byzanz. Kaiser Isaak II. v. Byzanz kapitulierte u. musste den Transport u. die Verpflegung der deutschen Truppen übernehmen. Durch einen Unglücksfall ertrank Kaiser Friedrich I. bei der Durchquerung des Flusses Saleph „Kalykadmus“ bei Seleukia u. fand am 10. Juni 1190 den Tod. Die Unternehmung wurde dadurch stark geschwächt. Das Heer begann sich aufzulösen. Sein Sohn Friedrich übernahm die Führung, kam mit dem Heer nach Antiochia u. bestattete hier des Vaters Fleisch in Ehren. Die Gebeine nahm er mit auf den weiteren Weg nach Acheron.
Mit König Philipp II. August v. Frankreich (1180 - 1223) u. König Richard Löwenherz v. England (1189 - 1199), beide kamen zur See u. umschifften das byzantinische Reich, wurde die Befreiung Jerusalems wie im 2. Kreuzzug ebenfalls nicht erreicht. Sechs Monate nach dem Tod Kaiser Friedrich I. starb auch dessen Sohn Friedrich v. Schwaben, worauf sich das deutsche Heer auflöste. König Richard Löwenherz v. England eroberte Zypern u. entsetzte Akkon. Im Streit der Fürsten untereinander kehrte Richard Löwenherz zurück in die Heimat. Jerusalem blieb weiterhin moslemisch.
Kaiser Heinrich VI. hatte 1195 eine Unternehmung begonnen, die nicht in der Kreuzzugszählung erscheint. Tyrus u. Sidon wurde erobert, sowie die Küste gesichert. Der Kaiser starb aber 1197 u. die Doppelwahl in Deutschland verhinderte einen erfolgreichen Abschluss.
4. Kreuzzug (1202 - 1204)
Es war der Kreuzzug, (der diesen Namen nicht verdient), der den größten Schaden angerichtet hatte, zum Raubzug ausartete u. zum schlimmsten Verlust in der Weltgeschichte führte. Das Oströmische Reich lag wirtschaftlich verkrüppelt u. territorial verstümmelt danieder, unfähig, sich gegen den moslemischen Vormarsch zu wehren.
Papst Innozenz III. (1198 - 1216) hatte 1199 zum 4. Kreuzzug aufgerufen.
Teilnehmer waren:
Die Erzbischöfe von Mainz u. Bremen, der Reichskanzler u. Bischof v. Hildesheim, die Herzoge Heinrich v. Brabant, Heinrich v. Braunschweig, Friedrich v. Österreich, Berthold v. Dalmatien u. Ulrich v. Kärnten. Sie waren 1197 von Messina aufgebrochen u. hatten in Sidon u. Beirut schon einige Erfolge erzielt. König Heinrich VI. war in Sizilien geblieben um einen Aufstand zu bekämpfen u. am 28. Sept. 1197 in Messina verstorben. Bei dieser u. der Nachricht über einen Aufstand in Deutschland löste sich die Gemeinschaft auf u. kehrte zurück.
Den Transport über den Seeweg nach Ägypten sollten zu Beginn des Kreuzzuges die Venezianer tragen u. die Hälfte aller eroberten Gebiete übertragen bekommen. Die Franzosen u. Piemontesen sammelten sich 1202 in Venedig. Wegen der Verschuldung bei den Venetianern sollte für diese Zadar in Dalmatien zurückgewonnen u. Konstantinopel für den byzantinischen Kaiser Isaak Angelos, (der zusammen mit seinem jüngeren Sohn Alexios von dessen jüngeren Bruder Alexios III. abgesetzt u. eingekerkert worden war), erobert werden. Dem Papst war die Führung des Kreuzzugs vollständig entglitten. Die Flotte legte am 8. Okt. 1202 in Venedig ab. Am 17. Juli 1203 war Konstantinopel erobert. Der byzantinische Kaiser Isaak II. konnte die Versprechungen seines aus der Gefangenschaft entflohenen u. mit dem Kreuzfahrerheer zurückgekehrten Sohnes nicht einhalten u. wurde erneut eingekerkert. Kaiser Alexios IV. wurde mit seinem Vater am 28. Jan. 1204 ermordet u. Alexios V. am 28. Jan. 1204 zum Kaiser gekrönt. Seine Weigerung die Kreuzfahrer zufrieden zustellen, führte zur Katastrophe. Die Venezianer eroberten zusammen mit dem Kreuzfahrerheer am 13. April 1204 Konstantinopel. Mehrere Tage wurde gemordet, geschändet, geplündert, verwüstet u. gebrandschatzt. Mit der Errichtung eines lateinischen Patriarchats begründeten sie das abendländische Kaisertum. Die Kirchengemeinschaft zwischen Konstantinopel u. Rom, sowie die Liquidierung einer Macht, die den moslemischen Türken Widerstand hätte leisten können, war damit zerstört. Die noch bestehenden Reste der Kreuzfahrerstaaten waren jetzt der islamischen Bedrohung ungehindert ausgesetzt. Papst Innozenz verurteilte zwar die Zerstörung von Konstantinopel, begrüßte aber die Unterstellung der Griechen unter seine Obedienz. Eigentlich war es ein Kreuzzug gegen die Schismatiker. Graf Balduin IX. v. Flandern u. Hennegau, eine Marionette des venezianischen Dogen Dandolo, wurde Kaiser des oströmischen Reiches (1204 - 1205). Die venezianische Republik hatte sich maßlos bereichert.
Die Befreiung Jerusalems blieb Hauptanliegen des Papstes. Auf dem 4. Laterankonzil wurde ein Kreuzzug für 1217 vereinbart. König Andreas II. v. Ungarn u. Herzog Leopold VI. v. Österreich waren vor Akkon wenig erfolgreich u. endeten mit einer schwerer Niederlage 1221 in Ägypten.
Kinderkreuzzug 1212
Ein Wahnsinnsunternehmen u. eine Verzerrung des Glaubens war der Kinderkreuzzug von 1212.
Stephan, ein französischer Hirtenknabe u. der 10jährige Nikolaus v. Köln führten Tausende Kinder nach Marseille u. Brindisi, wo die meisten von ihnen schon umkamen oder als Sklaven verkauft wurden.
5. Kreuzzug (1228 - 1229)
Aufruf zum Kreuzzug durch Papst Innozenz III. auf dem 4. Laterankonzil von 1215.
Papst Honorius (1216 - 1227) musste Kaiser Friedrich II. mehrmals an sein Gelübde mahnen. Der Kaiser hatte schon 1215 das Kreuz genommen. Erst 1227 sammelte er ein großes Heer in Brindisi. Das Unternehmen war schon durch die Auseinandersetzung zwischen Kaiser u. Papst überschattet. Als der Kaiser erkrankte, musste der Kreuzzug verschoben werden. Der Kaiser wurde daraufhin gebannt. Trotzdem begab sich der Kaiser 1228 nach Syrien u. erreichte durch Verhandlungen mit dem Heer im Rücken die Herausgabe von Jerusalem, Bethlehem, Nazareth u. einen Korridor nach Jaffa, verbunden mit einem Waffenstillstand für 10 Jahre.
Unter Kaiser Friedrich II. (1212 - 1250) wurde der Kreuzzug der bisher erfolgreichste.
6. Kreuzzug (1248 - 1254)
1244 fiel Jerusalem endgültig in die Hand der Moslems. Das Ritterheer war bei Gaza vernichtet worden. Auf dem Konzil 1245 wurde über einen erneuten Kreuzzug beraten. Nur König Ludwig IX. der Heilige v. Frankreich (1226 - 1270) unternahm 1248 eine Kreuzfahrt nach Ägypten, wurde mit seinem Heer gefangengenommen u. konnte sich nur durch Zahlung von Lösegeld 1250 freikaufen.
Unter König Ludwig IX. v. Frankreich waren Siege im Heiligen Land nicht mehr möglich. Die Ausbreitung einer Seuche verhinderte ein erfolgreiches Vordringen. Das Christentum konnte sich in Palästina nicht mehr halten. 1261 wurde auch das lateinische Kaisertum in Konstantinopel beseitigt.
7. Kreuzzug (1266 - 1270)
1268 gingen Jaffa u. Antiochien verloren. Daraufhin unternahm König Ludwig IX. v. Frankreich seinen letzten, den 7. Kreuzzug. Er wollte Tunis erobern u. hoffte, der dortige Emir würde sich taufen lassen. Gemeinsam wollte er dann gegen Ägypten ziehen. König Ludwig stirbt 1270 mit einem Großteil seines Heeres während der Belagerung von Tunis an der Pest. Mit diesem Ereignis ist der Kreuzzug beendet.
1289 fiel Tripolis u. 1291 wird Akkon, die letzte Bastion der Christenheit im Morgenland, von den Ungläubigen erobert.
Allerdings nicht durch die Stärke der islamischen Staaten ist es zu dieser Entstehung der Ereignisse gekommen, sondern durch die Zerstrittenheit der abendländischen Ritter u. Fürsten, die sich keiner Autorität unterstellen wollten.
? Kreuzzug von Nikopolis (1396)
Die Kraftprobe des katholischen Westens gegen das islamisch-osmanische Sultanat
Durch die immense Bedrohung Europas durch das islamisch türkische Reich erreicht König Sigismund eine allgemeine Unterstützung u. auch die Zustimmung von Papst Bonifazius IX. aus Rom u. des Gegenpapstes Benedikt XIII. aus Avignon. Der Vernichtung des Byzantinischen Reiches hatte man bisher tatenlos zugesehen. Am 30. April 1396 begibt sich der 25jährige Herzog Johann v. Burgund mit dem burgundischen Erbprinzen v. Dijon auf seinen Kreuzzug. Im Aug. 1396 sammelte sich ein Heer von über 100.000 Mann in Buda. Während der Belagerung von Nikopolis werden rauschende feste gefeiert. Am 25. Sept. 1396 erfolgt die Überrumpelung u. totale Niederlage des Kreuzfahrerheeres durch islamischen Türken unter Sultan Bajazid I. u. endete mit einem grausamen Massaker. Alle die nicht lösegeldwürdig sind, werden niedergemacht. König Sigismund v. Böhmen u. der Großmeister Philibert v. Naillac konnten entkommen. Herzog Johann v. Nevers muß 200.000 Gulden aufbringen, bevor er die Heimreise antreten darf. Im März 1398 trifft er in Gent ein.
? Kreuzzug (1443 - 1444)
Im Spätsommer 1443 setzte sich ein 25.000 Mann starkes Kreuzzugsheer unter der Führung König Wladislaw I. Jagiellonczyk v. Ungarn u. Polen u. dem ungarischen Feldherrn Johannes Hunyadi mit päpstlicher Vollmacht in Bewegung, zerstörte vor der serbischen Stadt Nis die Streitmacht des türkischen Statthalters von Rumelien u. zog nach Bulgarien weiter. Sofia kapitulierte. Sultan Murad II., mit eigenen Schwierigkeiten in Anatolien, ging im Juni 1444 auf Verhandlungen ein u. stimmte einem zehnjährigen Waffenstillstand zu. In Rom drängte man auf die Fortsetzung des Kreuzzuges. König Wladislaw I. brach seinen Eid mit Sultan Murad. Einige seiner Kreuzritter befanden sich zwar bereits auf dem Heimweg, aber mit der Verstärkung aus der Walachei sollte der Kreuzzug erneut aufgenommen werden. Der Mitstreiter von König Wladislaw I., Georgios Brankovich, gedachte sich aber an die geschlossene Vereinbarung mit dem Sultan zu halten. Im Sept. 1444 wurde der Kreuzzug erneut aufgenommen. Am 10. Nov. 1444 kämpfte das christliche Heer an der Schwarzmeerküste bei Varna gegen eine dreifach stärkere Übermacht des anstürmenden Sultans Murad II. tapfer, aber ohne die geringste Chance auf den Sieg. König Ladislaus u. Kardinal Cesarini sind in der Schlacht gefallen.
Der letzte Kreuzzug gegen eine moslemische Streitmacht in Europa endete mit einer Katastrophe.