Mönchtum und Klöster

 

Mönchtum

 

 

Das in Ägypten, Syrien u. Palästina entstandene Mönchtum breitete sich im Abendland aus u. wurde im 6. Jahrhundert von Benedikt von Nursia maßgeblich beeinflusst. Niederlassungen wurden in fast allen Teilen Europas errichtet. Die Mönche erwarben sich ihre Verdienste durch Erziehung, der Pflege von Kunst u. Wissenschaft, sowie der Förderung von Landwirtschaft u. Handwerk, aber in erster Linie durch ihre Glaubensverkündigung. Ihre Klöster wurden im Mittelalter zu Pflanzstätten der christlichen Kultur. Im 9. Jahrhundert setzte mit Erlangung von Reichtum u. politischem Einfluss der Niedergang des Mönchstums ein. 1098 wurde von zwanzig Mönchen in der Einöde Burgunds das Kloster Citeaux gegründet, das zur Geburtsstätte des Zisterzienserordens werden sollte. Im 14. u. 15. Jh. verhinderten Missernten, Seuchen, langandauernde Kriege u. immense Verfallserscheinungen in den Klöstern die Durchsetzung notwendiger Reformen. Im 16. Jh. führte die Reformation zu einem schwerwiegenden Aderlass für die Orden u. Kirche. England u. Nordeuropa fielen von Rom ab. Viele Konvente nahmen die Lehre Luthers an oder lösten sich auf. Deutsche Fürsten traten zum neuen Glauben über, um sich Kirchen- u. Klosterbesitz anzueignen. Im 17. u. 18. Jh. gelangten die Ordensniederlassungen in den katholischen Gebieten zu neuer Blüte u. führte zu barocker Prachtentfaltung. 1782 leitete Kaiser Joseph II. in Österreich die Aufhebung von 8oo Klöstern ein. Diese Tendenz setzte sich während der Französischen Revolution u. unter Kaiser Napoleon fort. In Preußen brachte das Dekret von 1810 alle Klöster in weltlichen Besitz. Schwerste Schäden fügte allen Ordensniederlassungen das Dritte Reich u. der kommunistische Ostblock zu.

 

 

Benedikt v. Nursia

480 - 547

Gründer des Mutterklosters von Monte Cassino. Er gab dem Orden 529 seine „Benediktregel“ in Monte Cassino nach dem Grundsatz „ora et labora“ (bete und arbeite). Abt, Patriarch des westlichen Mönchstums u. Schutzpatron von Europa. Bruder der hl. Scholastika. Lebte in der Umgebung Roms u. später (529-547 ) im Kloster von Monte Cassino, wo er auch bestattet ist.

am 11. Juli 547 in der Abtei von Monte Cassino. Hl.

 

 

Bernhard de Fontaines von Clairvaux

1090 - 1153

Gründer des Ordens der Zisterzienser war der hl. Bernhard de Fontaines von Clairvaux. * 1090 als Sohn des Ritters Tecelin u. Elisabeth auf Schloss Fontaines - Burgund. Theologe u. Schriftsteller. 1113 mit 30 Freunden u. Verwandten im Kloster von Citeaux aufgenommen. 1115 wurde er vom englischen Abt Stephan Harding von Cìteaux mit der Neugründung des Ordens (in neuer Form) unter der Verwerfung aller Pracht in den Kirchen u. Klöstern betraut u. beauftragt, in der französischen Champagne zu Clairvaux als Abt ein Kloster zu gründen. Prediger u. theologischer Schriftsteller. Geistiger Führer des Ordens u. geschätzter Berater weltlicher u. geistlicher Würdenträger. 38 Jahre Abt seines Ordens. Kirchenlehrer durch päpstliche Bulle. Er predigte 1146 den zweiten Kreuzzug.

am 20. 8. 1153. Hl. seit 1173

 

 

Domenico di Guzma’n

1170 - 1221

Domenico di Guzma’n, * 1170 im Dorf Kalaroga in Kastilien. Später Priester zu Osma, (das Gebet des Rosenkranzes geht auf ihn zurück), Stifter des Ordens der Dominikaner. Heiligsprechung 1234.

6.8.1221 in Bologna. Hl.

 

 

 

Ausgewählte Klöster

 

 

Name

Standort

Gründer

 

Abbazia del Santo Croces

In der Nähe der Stadt Foligno

Eines der ältesten Klosterbauten Italiens. Gründung um 1070 vom deutschen Mönch Meinhard.

Einst mächtige Abtei mit 42 Kirchen

 

Aniane

bei Marseille

Abt Benedikt ist unter Kaiser Ludwig d. Frommen Generalabt aller Klöster des Reiches

 

Bobbio

in der Lombardei seit 612

 

 

Brogne

bei Namur. Reformabtei

 

 

Citeaux

Zisterzienser Mutterkloster in Burgund

Gründung der Abtei 1098 von Abt Robert v. Molesme (1044-1111)

 

Cluny

bei Mácon in Burgund. Monumentaler Kirchenbau. Der Abt von Cluny war Generalabt der ihm unterstellten etwa 1000 Klöster

Wilhelm v. Aquitanien 910.

1. Abt Berno (910-927).

Cluny kannte weder Eremiten, Laienbrüder noch Wanderprediger an

 

Corbie

bei Amiens in Nordfrankreich seit 660

 

 

Corvey

im Sächsischen

 

 

Fontevrault

in Aquitanien

Gründung von Robert d’ Arbrissel 1100

 

Fruttuaria

Reformabtei

 

Fulda

in Hessen

 

 

Gorze

südwestl. von Metz, Reformabtei

Gründung 756 als Eigenkloster des Bischofs Chrodegang von Metz. Seine Ausdehnung über 25 Dörfer u. 45 Pfarreien. Besaß Zehentrechte in 99 Gemeinden.

 

Hirsau

Reformabtei

 

Katharinen-Kloster

Auf der Halbinsel Sinai

Ummauertes Kloster der hl. Katharina auf dem Berg Sinai (2637 m), auf dem Moses die 10 Gebote empfing u. Gott seinen Bund mit Israel schloss.

 

Kornelimünster

unweit der kaiserlichen Pfalz Aachen

Musterkloster des Imperiums. 817 wurde in Aachen eine Äbtesynode gehalten mit Beschluss eines Reichsgesetzes für die Klöster.

 

Kremsmünster

in Bayern

 

 

Luxeuil

in den Vogesen seit 590

Gründung von Kolumbian dem Jüngeren

 

Montecassino

Abtei südlich von Rom auf dem Monte Cassino. Mutterhaus des Benediktinerordens.

Begründung des Mönchstums

Gegründet im Jahr 529 auf den Trümmern eines Tempels des Apoll vom hl. Benedikt von Nursia. 883 durch islamische Krieger verwüstet u. blieb das Kloster bis 1058 unbewohnt. Abt Desiderius, später Papst Viktor III., begann den Wiederaufbau. Am 9. September 1349 wurde das Kloster durch ein Erdbeben zerstört u. wieder aufgebaut. Im Februar 1944 abermalige Zerstörung durch die Alliierten u. sofortiger Beginn des Neubaus.

 

Niederaltaich

in Bayern

 

 

Otmar v. Chur

 

 

 

Reichenau

am Bodensee

 

 

Savigny

in der Normandie

Gründung von Vitalis v. Mortain 1105

 

Stablo-Malmedy

Reformabtei

 

 

St. Emmeram

in Regensburg

Reformabtei unter Abt Ramwold

 

St. Gallen

in der Schweiz, im Alemannischen. Berühmte Stätte der Gelehrsamkeit in Europa

Klostergründung 720 am Grab des hl. Gallus. Zuvor war vom hl. Gallus eine Mönchssiedlung eingerichtet u. durch den Priester Otmar v. Chur das Benediktinerkloster gegründet worden.

 

St. Maximin

in Trier. Reformabtei

 

 

St. Victor

in Marseille. Reformabtei

 

 

Tabennisi

in Oberägypten. Umfriedung mit hoher Mauer u. mit einer Regel versehen.

1. Klostergründung

Gründung durch ehemaligen Soldaten Pachomios

346

 

 

 

Tromsò

nördlichstes Kloster der Welt

Karmelitinnenkloster. Weihe am 23. Aug. 1998.

Karmelitinnen kamen 1990 von Island nach Norwegen

 

Weltenburg

in Bayern, frühes 7. Jahrhundert