Neustrien

 

Franken - Deutsches Germanenvolk, nordwestlicher Teil des Frankenreiches.

Im 3. Jahrhundert nach Chr. gründeten die Franken ihre Niederlassung im mittel- u. niederrheinischen Raum u. entstand aus der Eroberung Galliens durch den Stammverband der salischen Franken aus dem Geschlecht der Merowinger. Der Aufstieg der Franken vollzog sich unter den Merowingern zur beherrschenden Großmacht. 531 errangen sie einen Sieg über Thüringen. Die Mainlande wurde Kernraum der Franken mit den Landesteilen:

- Austrasien mit der Hauptstadt Reims, später (nach Chlodwig I.) Metz.

- Neustrien mit der Hauptstadt Paris, später (nach Chlodwig I.) Soisson.

- Aquitanien mit der Hauptstadt Toulouse (seit 629 selbständig).

Grenzherzogtümer des Fränkischen Königreiches: Alemannien, Bayern, Thüringen.

Ausübung der Herrschaft durch Merowinger u. Karolinger.

Franken bis Hugo Capet (987) germanischer Abstammung.

 

 

Hauptstadt Paris

 

König

Chlodwig I. d. Gr.

507 - 511

* 466

27. 11. 511

Chlodwig I. d. Große. * 466. Sohn des Königs Childerich I. u. Basina. Merowinger.

Begründer des Franken-Reiches. Seit 482 Kleinkönig eines salfränkischen Stammes.

Unterwarf 486 bei Soissons den römischen Statthalter Syagrius von Gallien, in den Jahren 496 bis 498 die Alemannen u. 507 die Westgoten in Aquitanien. Er entledigte sich aller fränkischer Mitkönige. Ausdehnung des Reiches bis an die Seine, später bis zur Loire mit der Residenz in Soisson.

1. Germanenfürst, der sich dem westlichen Glaubensbekenntnis anschloß. Erster Christ durch den Übertritt zur katholischen Konfession aufgrund des Sieges von 496. Am 25. Dez. 497 wurden mit König Chlodwig I. mit ca. 3000 Franken (fränkischer Adel) in Reims durch den Heiligen Bischof Remiqius getauft.

Ehe 493 mit Chlothilde (Chrotechilde), hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund. Kinder:

Ingomar, der Erstgeborene, (getauft, danach gest.).

Theuderich (1. natürlicher Sohn), 534, sein Nachfolger in Austrasien.

Chlodomer (2. Sohn), König v. Orleans.

Von König Godomar v. Burgund besiegt u. getötet. Ehe mit Gundeuca. Söhne:

Theodebald, von Oheim Chlotar I. ermordet.

Gunthar, von Oheim Chlotar I. ermordet.

? einen dritten Sohn schickte Chlotar I. ins Kloster, 524, gefallen.

Childebert I. (3. Sohn), Herzog v. Burgund, 558.

Chlotar I. (4. Sohn), Herzog v. Soisson, 561.

Chlothilde, Ehe mit König Amalarich der Westgoten, ein Sohn des Königs Alarich. Von ihrem arianischen Gatten zu Tode gemartert. (Eventuell Tochter des Königs Chlotar I. der Franken. Tochter: Brunhilde, Ehe mit König Sigibert I. v. Austrasien).

am 27. Nov. 511 in Paris, bestattet in der Apostelkirche zu Paris

 

Nach seinem Tod 511 Reichsteilung unter seinen Söhnen

 

 

König

Childebert I.

558

S. u. N. des König Chlodwig I. u. Chlothilde (Chrotechilde), hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund.

Herzog v. Burgund. Teilte sich das Herzogtum Burgund mit seinem Bruder Chlotar I.

558

 

 

Hauptstadt Soisson

 

König

Chlotar I.

511 - 561

* um 466

Nov. / Dez. 561

* um 466. Vierter u. jüngster Sohn des Königs Chlodwig I. u. Chlothilde, hl., am 3. Juni 545, Tochter des Königs Chilperich II. v. Burgund. Nachfolger seines Bruders König Childebert I. in Neustrien.

Herzog in Soisson seit 27. Nov. 511. Er teilte sich das Herzogtum Burgund mit seinem Bruder Childebert I. u. vergrößerte sein Reich nach der Schlacht 531 an der Unstrut mit großen Teilen Thüringens. Alleinherrscher nach dem Tod seiner Brüder u. seines Neffen Theudebert seit 23. Dez. 558 bis 561.

Nach seinem Tod abermals Reichsaufteilung unter seine Söhnen u. Verfall des Reiches.

Sechs Ehen:

Ehe mit Waldrada (Valroda), Witwe des Königs Theudobald (Theodebald, 555).

Ehe mit der Gefangenen Radegunde (Radegonda), * 519, im Krieg von Chlotar I. 531 gefangen genommen, am 13. Aug. 587 im Kloster Portiers, Tochter des in der Schlacht erschlagenen Königs Betthari (Berthachar) v. Thüringen u. Nichte des Königs Hermanfried (Irminfried) v. Thüringen. Ging nach der Ermordung ihres ebenfalls in Gefangenschaft geratenen Bruders durch ihren Gatten u. der Auflösung ihrer Ehe 550 in das von ihr gegründete Kloster Portiers.

Ehe mit Harigunda (Aerigunda). Sohn:

Chilperich I., sein Nachfolger in Soisson, 584, ermordet (vermutlich von Fredegunde).

Ehe mit Ingunda, Schwester der Harigunda. 6 Kinder:

Sigibert, * 535, sein Nachfolger in Austrasien in Metz, 575, ermordet (vermutlich von Fredegunde). Ehe mit Brunhilde. Kinder:

Childebert II., * 570, 595

Ingunde

Clodosinde

Guntram (Gunthchramm), König v. Burgund (Orleans), 592.

Charibert, 3. S. u. N. des König Chlotar I. u. Ingunde. König in Paris, 570.

? Sohn ?, wurde ins Kloster gesperrt u. nach mißlungenem Racheakt getötet.

Lautildis, ging ins Kloster.

Audefleda, Ehe mit Theoderich (vermutlich ältester natürlicher Sohn des Königs Theuderich I. v. Austrasien).

Chlothilde, Ehe mit König Amalerich der Westgoten, Sohn des Königs Alerich II., (eventuell eine Tochter des Königs Chlodwig I.).

am 29. Nov. (Dez.) 561 in Compiègne

 

561 Reichsteilung

 

König

Chilperich I.

561 - 584

584

Sohn des Königs Chlotar I. u. Harigunda. Nachfolger seines Halbbruders König Charibert I. in Aquitanien.

König v. Neustrien (561-567) in Soisson u. (567-584) zu Paris. Führte Kriege gegen seine Brüder, konnte aber die Alleinherrschaft nicht erringen.

1. Ehe mit Audovera. Sohn:

Theodobert (ältester Sohn des König Chilperich I.), König in Soisson.

568 von des Vaters Bruder König Sigibert gefangen u. in der Schlacht 575 gegen Sigibert erschlagen.

2. Ehe mit seiner Mätresse Fredegunde, 597, verstoßen. Vormundschaft u. Regierung führte sie seit 584 für ihren Sohn Chlotar u. Kriege gegen Brunhilde u. deren Sohn bis zum Tod. Sohn:

Chlotar II., * 584, (4 Monate alt zum Zeitpunkt der Ermordung seines Vaters), sein Nachfolger in Neustrien.

3. Ehe mit Galaswintha (Goidewintha, Galswind), 567, ermordet, Tochter des Königs Athanagild d. Westgoten u. Goswintha aus Spanien. Galaswintha ist die Schwester der Brunhilde, der Gattin des Königs Sigibert I. v. Austrasien. (König Chilperich behielt aber seine (2. Gemahlin od.) Geliebte Fredegunde bei sich). Galswintha wurde (vermutlich von Fredegunde) erdrosselt.

4. Ehe mit Fredegunde.

Sein Sohn:

Merowech, nach der Ermordung König Siegbert v. Austrasien, Ehe mit dessen Witwe Brunhilde.

Seine ? Tochter: Basina.

im Herbst 584, ermordet (vermutlich von Fredegunde erdolcht).

 

siehe: Neustrien

 

König

Chlotar II.

584 - 629

* 584

629

* 584 (zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters war erst 4 Monate). S. u. N. des Königs Chilperich I. u. der Mätresse Fredegunde, 597.

König Chlotar II. d. Junge od. d. Große. König v. Neustrien seit 584. Seit 613 König von Austrasien u. Burgund.

Vormundschaft u. Regierung führte seit 584 an seine Mutter Fredegunde, 597.

Fredegunde nahm 595 Paris mit Heeresmacht u. griff die Söhne König Childebert II. an. Sie besiegte König Sigibert II., nahm ihn mit seinen fünf Brüdern gefangen u. ließ sie, wie seine Großmutter Brunhilde, ermorden. Brunhilde wurde nach verlorener Schlacht gegen König Chlotar II. v. Austrasien u. dem Tod des König Theuderich II., sowie der ihr nachgewiesenen Schuld am Mord von zehn Frankenkönigen, 613 zu Tode geschleift.

Alleinherrscher im Frankenreich 613-623

625 mußte er als Belohnung für Hilfeleistungen des fränkischen Adels in seinen Kämpfen seinen Sohn Dagobert I. zum Mitregenten u. Unterkönig von Austrien einsetzen. Der Adel erlangte seine dominierende Stellung über die königlichen Beamten der Hausmeier.

1. Ehe mit Haldetrude

2. Ehe mit Bertrude, um 619

3. Ehe mit Sichilde, ohne Kinder.

Seine Söhne:

Charibert II. v. Aquitanien, ältester Sohn (einfältig), 632. Dessen Sohn:

Chilperich, kurz nach seinem Vater.

Dagobert I., sein Nachfolger, seit 622 Regent in Austrasien.

im Herbst 629, bestattet in der Kirche des heiligen Vincentius vor Paris.

 

 

König

Dagobert I.

629 - 639

19. 1. 639

Deodericus (Dagobert I.). S. u. N. des Königs Chlotar II.

König v. Austrien seit Frühjahr 623 mit der Hauptstadt Metz, später Köln.

Nach dem Tod des Vaters 629 Alleinherrscher im Frankenreich mit der Hauptstadt Paris.

Seine Ratgeber waren der Bischof Arnulf v. Metz, Hausmeier Pippin u. Bischof Kunibert v. Köln. Nach ihm regierten mehrere minderjährige Könige.

Hausmeier u. Majordomus: Pippin I. d. Ältere.

1. Ehe 626 mit Gomatrud, Schwester von Königin Sichilda, der Gemahlin des Königs Chlothar II., um 635 verstoßen.

2. Ehe mit (der sächsischer Sklavin aus Britannien u. Kammermädchen) Nanthilde, um 642, sie regierte in Neustrien u. Burgund für ihren Sohn:

Chlodwig II., * 634, sein Nachfolger als König v. Neustrien u. Burgund.

? Ehe mit Imnichilde. 2 Kinder:

? Dagobert II., * ? 646, am 23. Dez. 679 ermordet.

Blitilden (Bilichildis), Ehe mit König Childerich II. v. Austrasien u. Burgund.

Natürlicher Sohn mit einem Mädchen Ragnetrud:

Sigibert III., * 630, König v. Austrasien seit 633, am 1. Febr. 656.

Angeblich drei Gattinnen: Nanthilde, Vulfegundis u. Berchildis u. mehrere Mätressen.

am 19. Jan. 639 in Paris durch Krankheit

 

 

König

Chlodwig II.

639 - 657

* 634

657

* 634. S. u. N. des König Dagobert I. u. Nanthilde, um 642.

König v. Neustrien u. Burgund. Die Regierung führte seine Mutter Nanthilde in Metz mit dem Hausmeier (major domus) Pippin d. Älteren.

Ehe mit Bathilde, * in England, von Seeräubern entführt u. an den fränkischen Fürsten Erchinoald, um 658, verkauft, in dessen Diensten die Jugend ehrbar verbracht. Nach der Ehe Aufenthalt in einem Kloster, hl. u. dort am 30. Jan. 685. Söhne:

Chlotar III., ältester Sohn u. Nachfolger in Burgund u. Neustrien, * 652 ?, 673.

Childerich II., * 653 ?, König v. Austrien, folgte an Stelle seines Bruders Theuderich seinem Bruder Chlotar in der Regierung, 674, ermordet.

Theuderich III. (Theodoricus), * 653 ?, König v. Neustrien u. Burgund, 691.

im Herbst 657

 

 

König

Chlotar III.

657 - 673

* 652 ?

673

* 652 ? S. u. N. des König Chlodwig II. u. Bathilde, hl., am 30. Jan. 685. Älterer Bruder des späteren Königs Childerich II.

König in Neustrien.

im Frühjahr 673, ohne Erben.

 

 

König

Childerich II.

673 - 675

* 653 ?

675

* 653 ? Sohn des Königs Chlodwig II. u. Bathilde, hl., am 30. Jan. 685. Bruder u. Nachfolger des Königs Chlotar III.

König v. Austrasien u. Neustrien. Herzog v. Burgund. Alleinherrscher seit 673. Sein Bruder Theuderich u. Hausmeier Ebroin wurden zu Klosterhaft verbannt. Bis zu seiner Gefangennahme 662 war Grimoald I. Hausmeier.

Als Regentin fungierte Elmhilde, die Witwe des Königs Sigibert III.

Ehe mit Bilichildis (Blitilden), Tochter des Königs Dagobert I. u. Imnichilde, ermordet. Söhne:

Dagobert III., ermordet

Chilperich II., König d. Franken (716-720), regierte in Burgund (716-721).

im Herbst 675, auf der Jagd zusammen mit seiner schwangeren Gemahlin Bilichildis ermordet.

 

König

Dagobert II.

675 - 679

* 646

23. 12. 679

Dagobert II. d. Jüngere. * 646. Sohn des König Sigibert III. u. (vermutlich) Elmhilde, der Regentin des Königs Childerich II.

König v. Neustrien u. Austrasien. Hausmeier: Pippin II. d. Mittlere.

am 23. Dez. 679, ermordet

 

 

König

Theuderich III.

679 - 691

* 653 ?

691

Theuderich III. (Theodoricus I., Theodor I.). * 653 ? Jüngster Sohn des Königs Chlodwig II. u. Bathilde, hl., am 30. Jan. 685. Nachfolger seines Bruders König Childerich II. Nach dem Tod seines ältesten Bruders König Chlotar III. wurde er durch den Majordomus Ebroin zum König v. Neustrien u. Burgund ausgerufen. Auf den Thron kam durch die Verschwörung gegen Ebroin sein mittlerer Bruder König Childerich II. u. dieser schickte beide, Ebroin u. ihn ins Kloster. Nach König Childerich II. u. dessen Sohnes gewaltsamen Todes, wurde er König v. Neustrien. Seit 24. Dez. 679 Alleinherrscher in Franken.

Sein Hausmeier Ebroin wurde 687 nach 20jähriger Schreckensherrschaft in Neustrien von Pippin d. Mittleren, der Hausmeier in Austrasien war, bezwungen u. er selbst gefangen genommen. König seit Frühjahr 673 u. seit Herbst 675.

Ehe mit Grotilde (Chrodchilde). 2 Söhne:

1. Chlodwig III. (Clodoveum), * 676.

2. Childebert III., * 676, 711 (beide Söhne wurden nacheinander König der Franken).

691, 39jährig

 

 

König

Chlodwig III.

691 - 694

* 676

694

* 676, ältester S. u. N. des Königs Theuderich III. u. Grotilde.

Die Regierung führte sein Oberhofmeister Grimoaldus, der Sohn des Hausmeiers Pippin d. Mittleren.

694

 

 

König

Childebert III.

694 - 711

* 676

14. 4. 711

Childebert III. d. Gerechte. * 676. Sohn des Königs Theuderich III. u. Grotilde. Bruder u. Nachfolger des Königs Chlodwig III.

König seit Ende 694. Sein Hausmeier war Pippin II. d. Mittlere. Die Regierung führte sein Oberhofmeister Grimoaldus, Sohn des Hausmeiers Pippin d. Mittleren.

Sein Sohn:

Dagobert III., sein Nachfolger. Sohn:

Theodor I. ?

am 14. April 711, 35jährig

 

 

König

Dagobert III.

711 - 716

716

S. u. N. des Königs Childebert III.

König vor dem 2. März 711. Bis 714 fungiert als Hausmeier Pippin II. d. Mittlere.

Sein Sohn:

Theodor IV. (Theuderich), * 714. König v. Frankreich.

716

 

König

Chilperich II.

716 - 721

721

Sohn des König Childerich II. u. Bilichildis (Blitilden), Tochter des Königs Dagobert I. u. Imnichilde. Nachfolger des König Dagobert III.

Eigentlich Geistlicher namens Daniel. Nach dem Tod König Dagobert III. ließ man sein Haupthaar wieder wachsen, wählte ihn auf den Thron u. nannte ihn „Chilperich“

Chilperich mußte sich gegen Karl Martell behaupten.

Sein Sohn:

Childerich III., * 734 ?, der letzte Merowinger, unfähig, 754.

Zum Nachfolger wurde Theuderich, der Sohn des Königs Dagobert III., erwählt.

721

 

 

König

Theuderich IV.

721 - 737

* 714

Febr. 737

(Theodor II.), * 714. Sohn des Königs Dagobert III., Nachfolger des König Chilperich II.

König v. Frankreich. Wegen seiner Minderjährigkeit zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters bestieg Chilperich II den Thron. Dieser war zuvor im Kloster erzogen worden.

Durch den die Regierung führenden Karl Martell wurde er zum König v. Austrasien, Neustrien u. Burgund erklärt. König seit 721.

im Febr. 737, 23jährig

 

 

 

Interregnum 737 - 743

 

König

Childerich III.

743 - 751

* 734

754

Childerich der Faule u. Ungeschickte.* 734 ?. Sohn des Königs Chilperich II. v. Burgund. Nachfolger des Königs Theuderich IV.

Schattenkönig. Letzter Merowinger. Unfähig.

Durch Pippin III. u. dessen Bruder Karlmann eingesetzt u. zum König der Franken ernannt, aber mit Hilfe des Papstes auch wieder abgesetzt. Nach der Erhebung Pippin III., Schur der Königslocken u. Verbannung ins Kloster. Absetzung im Dez. 751.

754 im Kloster mit 20 Jahren.

 

Die schwachen Könige werden beherrscht von ihren Hausmeiern (maiores domus)

 

 

Karolinger

 

Pippin I.

(629 ?-640)

640

Pippin I. d. Ältere v. Landen. Hausmeier. Beginn des Geschlechts der Karolinger.

Er war Hausmeier od. Majordomus schon unter König Dagobert I. in Austrasien u. nach ihm in diesem Amt sein Sohn Grimoald. Dieser versuchte seinen Sohn Childebert auf den Thron zu heben, wofür Grimoald in einem Volksaufstand 656 mit seinem Sohn mit dem Leben bezahlen mußten.

Ehe mit Ida. Kinder:

Gertrud v. Nivelles, * 626, am 17. März 659, Äbtissin, hl.

? Grimoald I., sein Nachfolger als Hausmeier, 662 durch Volksaufstand gefangen gesetzt u. 656, hingerichtet. Sein Sohn:

Childebert, 656 durch Volksaufstand hingerichtet.

? Begga, eine Tochter.

Ehe mit Ansegisel, Sohn des Bischofs Arnulf v. Metz. Sohn:

Pippin II. d. Mittlere

640

 

 

Pippin II.

(640-714)

* um 635

714

Pippin II. d. Mittlere v. Heristall. * um 635. Enkel des Hausmeiers Pippin I. d. Älteren.

Sohn des Hausmeiers Ansegisel u. Begga, Tochter des Hausmeier Pippin I. d. Älteren.

Er nannte sich Fürst u. Hausmeier in Austrasien u. errang die Stellung eines Herzog in Austrasien. Nach dem Sieg über die Hausmeier 687 in Neustrien (681 wurde Ebroin nach 20jähriger Schreckensherrschaft ermordet) war die Herrschaft über ganz Frankreich erreicht. Majordomus über ganz Frankreich.

Ehe mit Chalpaida. Sohn:

Karl Martell, * 688, 741

Ehe mit Plektrudis, Stiefmutter des Karl Martell. Söhne:

Drogo, Herzog v. Champagne.

Grimoald, Majordomus in Neustrien

Sein Sohn:

Graf Hildebrand (Childebrand), dessen Sohn: Graf Nibelung.

714

 

 

Karl Martell

(714-741)

* 688

22./29. 10. 741

(Der Hammer). * 688. Sohn des Hausmeiers Pippin II. aus einer Nebenehe mit Chalpaida. Hausmeier in Austrasien u. seit dem Sieg am 21. März 717 auch in Neustrien.

Sieg über die Araber 732 bei Tours u. Poitiers. Damit brachte Karl Martell das Vordringen der Araber zum Stillstand. König Childerich III. führte nur noch ein Schattendasein. Die Könige waren in ihrem Machtbereich erheblich eingeschränkt. Seit 737 waltete er als ungekrönter König.

Er vererbte das Land durch Reichsteilung an seine Söhne.

Das Geschlecht der Arnulf u. Pippiniden Entwicklung zu den Karolingern.

Ehe mit Chrotrude. Söhne:

1. Karlmann, älterer Bruder des Pippin III., Mönch. Fürst u. Herzog d. Franken. Er war von seinem Vater mit Austrasien u. Schwaben belehnt, was seit dieser Zeit Alemannia genannt wurde, sowie mit Thüringen. Als er 746 ins Kloster von Monte-Cassino eintrat hatte er die Regierung u. seinen Sohn Droho an seinen Bruder Pippin III. übergeben, 754.

2. Pippin III. d. Jüngere, d. Kurze, * 714, Hausmeier. Er war von seinem Vater mit Burgund, Neusten u. der Provinz belehnt, 768.

Seine Kinder:

Chiltrud, Ehe mit Herzog Odilo v. Bayern.

Gryfo, Halbbruder Pippin III. u. Karlmann. Er wurde von Ihnen in der Nachfolge ausgeschlossen, 753.

am 22. Okt. 741 zu Quircy. Bestattet in der Kirche des heiligen Dionysius zu Paris.

 

 

König

Pippin III.

(741-768)

751 - 768

* 714

24. 9. 768

Pippin III. d. Jüngere, der Kurze. * 714. Sohn des Hausmeiers Karl Martell u. Chrotrude. Hausmeier in Neustrien seit 741 u. Austrasien seit 747. Nachfolger des Königs Childerich III. seit Nov. 751.

Hausmeier bis 747 zusammen mit seinem Bruder Karlmann. Belehnung durch seinen Vater mit Burgund, Neustrien u. der Provinz. Pippin kämpfte (743-746) gegen die nach Unabhängigkeit strebenden Herzöge v. Schwaben u. Bayern. Nach einem Adelsaufstand wurde das Herzogtum der Alemannen 746 aufgelöst u. dem Frankenreich einverleibt. 746 hatte er auch die Ansprüche seines Bruders Karlmann übernommen u. damit seine Macht bedeutend erweitern können. Nun erfolgte die Zerschlagung des bayrischen Herzogtums. Pippin III. beseitigte die Scheinherrschaft der Könige in Franken. Die Merowinger hatten 270 Jahre in Franken geherrscht u. waren zur Bedeutungslosigkeit herabgesunken, denn die Majordomus regierten für sie. 751 ließ er sich mit päpstlicher Zustimmung zum König wählen. Die Salbung nach biblischem Vorbild mit Chrisam erfolgte am 19. Nov. 751 zum König der Franken mit Bertrada durch Bonifatius (Winfried). Die Krönung zum König der Franken vollzog Papst Stephan II. am 25. Juli 754 zu Saint-Denis, eine zweite Salbung mit seinen beiden Söhnen am 28. Juli 754. Pippin bekämpfte (754-756) König Aistulf der Langobarden zur Unterstützung von Papst Stephan II. u. schenkte das eroberte Land dem Papst (Stiftung des Kirchenstaates).

1. Frankenkönig - Dynastie der Karolinger

Der Papst legte die Übertragung der römischen Schutzherrschaft auf den Frankenkönig Pippin III. Der letzte Merowinger, König Childerich III., wird ins Kloster geschickt. 768 wird Aquitanien in Besitz genommen.

Reichsteilung unter seinen Söhnen:

Karl (d. Große) erhält:   Austrasien u. Neustrien.

Karlmann erhält:             Burgund, Aquitanien, Elsaß, Alemannien u. Provence.

Ehe mit Bertrada (Berta). Kinder:

Karlmann, * am 2. Dez. 751, Krönung am 9. Okt. 768 in Soisson, am 4. Dez. 771

Ehe mit Gerberga, Tochter (Abstammung ?) des Königs Desiderius der Langobarden. Kinder:

Pippin

Siagrium

Gertrud v. Neville, hl., Ehe mit Graf Charibert v. Laon ?

Gisela, Ehe mit Adalgis, Sohn des Königs Desiderius der Langobarden u. Bruder der Desiderata.

Ältester u. natürlicher Sohn:

Karl, später Karl I. d. Gr., sein Nachfolger.

am 24. Sept. 768

siehe: Geschichte d. katholischen Kirche, S. 192

 

 

König

Karl I. d. Gr.

768 - 814

* 2. 4. 742.

28. 1. 814

 

Karl I. d. Gr.

 

Karl I. d. Gr.

 

Karl I. d. Gr.

Flavius Anicius Carlus. * am 2. April 742. Ältester u. natürlicher S. u. N. des Königs Pippin III. d. Jüngeren, 768 u. Bertrada, 783. Karolinger. Fürst, Staatsmann, Mensch. Seit 9. Okt. 768 Teilkönig d. Franken. 745 in Rom von Papst Stephan II. zum König gesalbt u. mit dem Titel „Patricius Romanorum“ belehnt.

- 1. Kaiser des Weströmischen Reiches -

Karl I. übernahm als Erbe Austrasien u. Neustrien u. war nach dem Tod seines Bruders Karlmann 771 Alleinherrscher im Reich. Die Witwe Karlmanns, Gerberga, floh mit ihrem einjährigen Sohn zu ihrem Vater König Desiderius der Langobarden. 773 wurde sie von Karl I. d. Gr. in ein Kloster verbannt. 773 Sieg über die Langobarden in Oberitalien u. Eroberung von Pavia, der Krönungsstadt der Langobarden. Krönung mit der „eisernen Krone“ in der Kathedrale des hl. Michael u. Annahme des Titels „Rex Langobardorum“. Anfang Juni 774 König v. Italien in Monza. König Desiderius wurde kahl geschoren u. ebenfalls ins Kloster verbannt. 776 schlug er den Aufstand im Herzogtum Friaul nieder. 776, 782, 797 u. 804 folgten die Siege über die Sachsen, 778 über die Bayern. Widukinds Aufstand wurde (782-785) niedergeschlagen, dessen Erhebung brach nach 30 Jahren zusammen u. endete 785 mit der Taufe des Herzogs Widukind. Mit dem endgültigen Sieg über die Sachsen legte Karl d. Gr. den Grundstein zur Errichtung des Deutschen Reiches. Die Araber wurden an den Ebro zurückgeworfen; damit er schuf er das große Karolinger Frankenreich (mit dem Christentum sind die Franken u. Sachsen ein Volk geworden). 794 trat er auf der Synode in Frankfurt a. Main im Bilderstreit gegen den Papst auf u. erreichte im Jahr 800 das Bestätigungsrecht der Papstwahl.

Er unternahm vier Italienzüge:

1. Italienzug 773, Sieg über die Langobarden u. Nachfolger als König v. Italien.

2. Italienzug 780, Salbung seiner Söhne in Rom.

3. Italienzug 787, Sieg gegen Herzog Arichis v. Benevent u. Salerno.

4. Italienzug 800, Kaiserkrönung (seit 800 Kaiser des Weströmischen-Reiches).

Mit der Kaiserkrönung am 25. Dez. 800, auch ohne die heilige Salbung, in St. Peter in Rom durch Papst Leo III. war das christliche Abendland vereint. Seinen väterlichen Hof in Aachen ließ er zu einer Pfalz im Rang einer Reichsresidenz umbauen. 805 Gründung des Bistums Paderborn. Seine nachträgliche Anerkennung der Kaiserwürde in den westlichen Gebieten erfolgte 812 mit dem Vertrag von Aachen durch den byzantinischen Kaiser mit dem Titel „Imperator Augustus“ u. seit dem Tod Kaiser Otto II. 983 „Römischer Kaiser“.

Er war groß an Geist u. Körper u. schuf die Voraussetzung zur Bildung eines Deutschen Staates. Die Pippinische Schenkung an den Papst wurde bestätigt. Für Notre-Dame wurde der Grundstein gelegt (das Bauwerk später von König Philipp August vollendet).

Er gründete das Karolinger Kaisertum u. erhob die Benediktregel zum Reichsgesetz.

Insgesamt vier Ehen u. fünf Konkubinate:

Vor seiner 1. Ehe hatte er mit Himiltrud um 768 einen natürlichen Sohn:

Pippin d. Bucklige, * um 770, 811, nach der Erhebung gegen seinen Vater 792 Mönch im Kloster Prüm. Sohn:

Bernhard, 818

1. Ehe um 769 mit Desiderata (Adalhardi), Tochter des Königs Desiderius der Langobarden. Er wurde dadurch Schwager des Herzogs Tassilo v. Bayern, gab aber nach einem Jahr Desiderata an ihren Vater zurück.

2. Ehe vor dem 30. April 771 mit Hildegard, * 758, am 30. April 781, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. der Alemannin Imma. Sohn:

Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840. Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

3. Ehe im Okt. 783 mit Fastrada, am 10. Aug. 794, Tochter eines Rudolf aus einem ostfränkischem Grafengeschlecht. Töchter:

Theodrada, * um 785, am 9. Jan. 844 / 853, seit 814 Äbtissin v. Argenteuil.

Hiltrud, * 787, nach 800 (vermutlich nach 814).

4. Ehe im Herbst 794 / 796 mit Liudgard v. Alemannien, am 4. Juni 800.

Kinder:

1. Pippin d. Bucklige, * um 770, 811 (nach der Erhebung gegen seinen Vater 792 Mönch im Kloster Prüm). Sohn:

Bernhard, 818

2. Karl, * 772 / 773, am 4. Dez. 811, König in Neustrien.

3. Adelheid, * Sept. 773 oder Juni 774, am Juli/Aug. 774.

4. Rotrud (Hruodtrud), * um 775, am 6. Juni 810, durfte als seine Tochter nicht heiraten. Die Verlobung (781-786) mit dem Sohn der byzantinische Kaiserin Irene, Konstantin VI. Porphyrogenetos, wurde 786 aufgelöst. Seit ca. 800 Verbindung mit Graf Rorico, um 840. Sohn:

Ludwig, * um 800, am 9. Jan. 867, seit Okt 840 Abt v. Denis, Erzkanzler des Königs Karl d. Kahlen (840-867).

5. Karlmann,* 777 (seit 15. April 781 Pippin), am 8. Juli 810, Unterkönig der Langobarden, König v. Italien (781-810). Taufe u. Krönung zum König der Langobarden 781 durch den Papst. Ehe seit ca. 795 mit ? Kinder:

Bernhard, unter dem Vormund des Abtes Wala v. Corbie, am 8. Juli 810.

Fünf Töchter.

6. Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840.

Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

7. Lothar (Zwillingsbruder des Ludwig), 779 / 780.

8. Berta, * 779 / 780, am 14. Jan. 823, durfte als seine Tochter ebenfalls nicht heiraten, seit ca. 795 Verbindung mit Abt Angilbert v. St. Riquier, am 18. Febr. 814. Kinder:

Nithard (800-845)

Hartuid 800-?

 9. Gisela, * vor Mai 781, nach 800 (vermutlich nach 814).

10. Hildegard, * nach 8. Juni 782, am 8. Juni 783.

11. Ruodheid, * um 784, nach 800 (vermutlich nach 814).

12. Theodrada, * um 785, am 9. Jan. 844 /853, seit ca. 814 Äbtissin v. Argenteuil.

13. Hiltrud, * 787, nach 800 (vermutlich nach 814).

14. Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

15. Adalthrud, * ?

16. Theodora, * ?

17. Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

18. Hugo, * 802 / 806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

19. Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

(Nach seiner vierten Ehe unterhielt Karl Drei Nebenfrauen).

1. Konkubinat mit Madelgard. Tochter:

Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

2. Konkubinat mit der Sächsin Gerswind. Tochter:

Adalthrud

3. Konkubinat mit Regina. Söhne:

Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

Hugo, * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

4. Konkubinat mit Adallind. Sohn:

Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

am 28. Jan. 814, 9h in seiner Pfalz in Aachen. Trauerzug von Babylon nach Alexandria. Bestattet im Aachener-Münster (der Marienkirche, Wallfahrtsstätte, über 600 Jahre Krönungsstätte des Deutschen Reiches). Hl. (Durch Vermittlung Kaiser Friedrich I. Barbarossa von Gegenpapst Paschalis III. 1165 heilig gesprochen).

 

vergl. Langobarden.

 

 

König

Ludwig I.

814 - 840

* 16. 4. 778

20. 6. 840

Ludwig I. d. Fromme. * am 16. April 778 in Chasseneuil bei Poitiers in Aquitanien.

S. u. N. des Kaisers Karl I. d. Gr. u. Hildegard, * 758, am 30. April 781, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. der Alemannin Imma. Karolinger.

Salbung u. Krönung zum Unterkönig v. Aquitanien durch den Papst am 15. April 781 in Rom. Seit Aug. 813 Mitkaiser. Kaiserkrönung ohne Mitwirkung des Papstes am 11. Sept. 813 im Münster zu Aachen (Karl I. d. Gr. hieß seinem Sohn sich selbst die Krone vom Altar zu nehmen).

Seit 28. Jan. 814 König der Franken u. Römischer Kaiser. Krönung mit seiner Gemahlin Irmengard durch Papst Stephan IV. in Reims. Die Krönungswiederholung erfolgte mit der aus Rom mitgebrachten Krone Konstantins im Sept. 816 in Reims. Die Befugnis einer Krönung wurde dem Papst wieder zugestanden. Reichsteilung unter seinen Söhnen 817. Ludwig wurde mehrfach von seinen Söhnen gestürzt. Mußte sich am 30. Juni 833 auf dem Rothfeld bei Colmar im Elsaß seinen Söhnen ergeben. (Vom 30. Juni 833 - 1. März 834 abgesetzt). Im Vertrag von Verdun wurde 843 die Reichsteilung besiegelt.

Erzkanzler des Kaisers:

Hugo (834-840). Sohn des Kaisers Karl I. d. Gr. u. der Konkubine Regina. * 802 / 806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, 822/823 Abt v. St. Quentin, 836 Abt v. St. Bertin.

Vor seiner Ehe mit Ermengard ein Konkubinat mit ? - Kinder:

1. Alpais (Elpheid), * um 794, am 23. Juli 852, nach der Ehe Äbtissin v. St. Pierre-le-Bas in Reims, Ehe 806 mit Graf Bego, 28. Okt. 816.

2. Arnulf, Graf v. Sens, * um 794, nach 841.

1. Ehe 794 mit Ermengard (Irmgard), am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Kinder:

3. Lothar I. Herzog v. Mittelfranken. * 795, am 29. Sept. 855, sein Nachfolger.

Erhielt 843 lt. Vertrag v. Verdun den Elsaß, Lothringen, Italien, Belgien u. die Niederlande.

4. Pippin, * um 797, König v. Aquitanien (814-838), am 13. Dez. 838.

5. Rotrud, * um 800, ?, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am 25. Juni 841.

6. Hildegard, * 802 / 804, nach Okt. 841 bzw. nach dem 23. Aug. 860 ?, Ehe mit Graf Rather v. Limoges od. Graf Gerhard v. Auvergne, am25. Juni 841. Später bis Okt. 841 Äbtissin des Klosters Notre-Dame in Laon.

7. Ludwig II. d. Ältere, d. Deutsche, * um 806, am 28. Aug. 876 in Frankfurt. Herzog v. Bayern, erhielt 843 lt. Vertrag v. Verdun das ostrheinische Gebiet u. den slawischen Südwesten. 3 Söhne:

Karlmann, * um 830, Erbe von Bayern, Panonien, Kärnten, Böhmen u. Mähren, am 22. März bzw. 29. Sept. 880 an Nervenlähmung, bestattet in Alt-Ötting am Inn.

Ludwig III. d. Jüngere, * um 835, Erbe von Nieder- u. Mitteldeutschland (mit Ostfranken, Sachsen, Thüringen, Friesland, Lothringen), am 20. Jan. 882 in Frankfurt, bestattet im Kloster Lorch.

Karl III. d. Dicke, * 839, Erbe von Schwaben (Alemannen) u. einigen Städten Lothringens, am 13. Jan. 888 in Neudingen an der Donau, bestattet in Reichenau-Mittelzell.

8. Gisela, * Ende 819/822, nach dem 1. Juli 874, Ehe um 836 mit Eberhard v. Friaul, 866. Sohn:

Markgraf Berengar I. v. Friaul, König v. Italien (888-923).

2. Ehe im Febr. 819 mit der welfischen Prinzessin Judith in Aachen, am 19. April 843, Tochter des schwäbischen Grafen Welf I. u. der Sächsin Heilwich. Sohn:

9. Karl II. d. Kahle, * am 13. Juni 823, am 13. Okt. 877 in den Alpen. Herzog v. Westfranken (erhielt 843 lt. Vertrag v. Verdun: Frankreich).

am 20. Juni 840 auf einer Rheininsel bei Ingelheim in der Pfalz (kurz vor der anstehenden Entscheidung gegen seinen aufständischen Sohn Lothar). Bestattet in St. Arnulf in Metz.

 

 

König

Lothar I.

840 - 843

* 795

29. 9. 855

* 795. Ältester S. u. N. des Kaisers Ludwig I. d. Frommen u. Irmengard, am 3. Okt. 818, Tochter des Grafen Ingram. Karolinger. Enkel Kaiser Karl I. d. Großen.

Seit 1. Aug. 814 Unterkönig in Bayern. Seit Juli 817 Mitregent, 818 Krönung in Aachen. König v. Italien (818-844). Krönung 822 zum König der Langobarden zu Monza mit der Eisenkrone (ein Geschenk von Papst Gregor d. Gr. an die soeben geweihte Basilika in Monza). Lothar I. richtete Italien als Unterkönigreich ein.

Kaiser seit 30. Juni 833 bis 1. März 834 u. seit 20. Juni 840. Kaiserkrönung am 5. April 823 durch Papst Paschalis I. in Rom (zum Mitkaiser). König der Franken 840. Im Kampf um die Alleinherrschaft mit seinen Brüdern Ludwig II. d. Deutschen u. Karl II. d. Kahlen ist Lothar 843 klar unterlegen u. muß dem Teilungsvertrag von Verdun zustimmen. Im Vertrag von Verdun vom 10. Aug. 843 wurde die Reichsteilung 843 besiegelt. Ludwig d. Deutsche erhielt das Ostreich (mit Bayern u. der heutigen Schweiz). Karl d. Kahle erhielt das Westreich (mit Neustrien mit Flandern u. Bretagne, Aquitanien) u. Lothar erhielt Mittelfranken (das austrasische Land).

Herzog Lothar I. v. Mittelfranken erhielt lt. Vertrag die Niederlande, Belgien, den Elsaß, Lothringen u. Italien. (Lothringen erhielt von ihm bzw. seinem Sohn Lothar II. seinen Namen „Lothringen“).

Lothar I. blieb nach der Reichsteilung Kaiser u. König v. Italien. Der Vertrag von Verdun 843 war das Dokument zur Bildung der nationalen Reiche von Frankreich u. Deutschland. Seit der Teilung des fränkischen Großreiches wechselte der Kaisertitel zwischen Trägern westfränkischen, französischen u. ostfränkisch-deutschen Herrschern, sowie italienischen Königen. Das Kaisertum verfiel u. verschwand bis 962.

Ostern 850 ließ Lothar noch seinen Sohn Ludwig II. v. Papst Leo IV. zum Kaiser krönen.

Nach seinem Tod zerfiel Mittelfranken in Lothringen (Austrasien mit Friesland an Lothar II.), Burgund (Provence u. Burgund an Karl) u. Italien (an Ludwig II.). Abdankung u. Eintritt ins Kloster Prüm in der Eifel im Sept. 855.

(Ehe 821 mit Ermengard, am 20. März 851, Tochter des Grafen Hugo v. Tours. Kinder) ?

Ehe 822 mit Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Kinder:

1. Ludwig II., * um 825, König v. Italien seit 844. Kaiser (850-875), am 12. Aug. 875, Ehe mit Engelberga (Angilberga), keine Söhne. Einzige Tochter:

Irmengard, um 900, Ehe mit König Boso v. Burgund, am 11. Jan. 887, Sohn des Grafen Buwin. Sohn:

Ludwig III., * 880, 928, Kaiser (901-905).

2. Lothar II., * um 835. Herzog v. Lothringen u. König (855-869), am 8. Aug. 869.

3. Karl, * um 845, König v. Provence (855-863), Herzog v. Burgund, 863.

Seit April 851 Konkubinat mit Doda.

am 29. Sept. 855 im Kloster Prüm

 

 

König

Lothar II.

855 - 869

* um 835

8. 8. 869

* um 835. Sohn des Kaiser Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Nachfolger seines Bruders König Karl in Burgund.

König v. Lothringen seit 29. Sept. 855.

am 8. Aug. 869

 

 

König

Ludwig II.

869 - 875

* um 825

12. 8. 875

* um 825. Sohn des Kaiser Lothar I. u. Ringart, Tochter des Grafen Teudbert v. Madrie. Nachfolger seines Bruders König Lothar II. in Burgund.

Kaiser u. König v. Italien seit 6. April 850.

am 12. Aug. 875

 

 

König

Odo

888 - 898

1. 1. 898

Sohn des Robert d. Tapferen v. Anjou, 867 gefallen.

Graf v. Paris u. Herzog v. Francion (Isle de France). Ein mächtiger Fürst.

König der Westfranken, schlug viele erfolgreiche Schlachten. Hatte sich als Verteidiger der Hauptstadt Paris gegen die Normannen bewährt. Mit der Wahl zum König erkannte er die Lehenhoheit Arnulf v. Kärnten an. 895 wurde ihm erst das westfränkischre Reich zugesprochen u. Guido v. Spoletto damit verdrängt.

Sein Bruder:

Herzog Robert v. Neustrien (als Robert I. Gegenkönig zu Karl III. d. Einfältigen seit 29. Juni 922, gefallen am 15. Juni 923).

am 1. Jan. 898, bestattet im Kloster des hl. Dionysius

 

 

König

Karl III.

898 - 923

929

Karl (III. ?) d. Einfältige. * 879, nach dem Tod seines Vaters, des König Ludwig II. des Stammlers. Nachfolger des König Odo. König der Westgoten seit Jan. 893 gegen König Odo v. Paris. Trat den Normannen die Provinz (Normandie) ab.

Flucht aus der Schlacht vor Robert I., Absetzung u. 923 in Gefangenschaft.

Gegenkönig: Robert I., am 15. Juni 923, gefallen, Bruder des König Odo v. Paris.

Ehe mit Ethgiva. Sohn:

Ludwig IV. d. Überseeische, 954.

Ehe 940 mit Gerberga, Tochter von Kaiser Heinrich I., Kinder:

Lothar (III.), 986. Ehe 965 mit Emma, Tochter des Kaisers Otto I. u. Adelheid. Sohn:

Ludwig V. d. Faule, 987, Ehe 980 mit Adelaide v. Anjou.

Karl v. Niederlothringen.

Tochter:

Gisela, Ehe mit Herzog Rollo der Normannen.

929 in Haft

 

König

Robert I.

923

15. 6. 923

S. u. N. von Robert d. Tapferen v. Anjou in Neustrien, 867 gefallen.

Markgraf u. Herzog Robert I. v. Neustrien, Bruder des Königs Odo. Schlug König Karl (III. ?) d. Einfältigen im Feld. Gegenkönig als Robert I. zu Karl III. d. Einfältigen seit 29. Juni 922.

Sein Sohn:

Hugo d. Große. Sohn:

Hugo Capet (987-996).

am 15. Juni 923, gefallen