König

Aripert II.

701 - 712

712

S. u. N. des Königs Raginpert der Langobarden.

Begann den Kampf seines Vaters um die Krone der Langobarden von neuem. Stritt mit König Liutpert u. Ansprand. König Liutpert wurde als Kind gefangen genommen. Aripert II. hatte aber noch die Gegenwehr des Herzog Rotharit v. Bergamo zu brechen, der nach der Krone strebte. Herzog Rothari nahm er gefangen u. ließ ihn später töten. Luitpert wurde später im Bad ermordet u. Sigiprand, der Sohn des vertriebenen Ansprand ließ er blenden. Der Rückkehrende Ansprand lieferte ihm zusammen mit dem Herzog v. Bayern eine Schlacht.

712, vermutlich auf der Flucht gefallen.

 

 

König

Ansprand

712

Ansprand der Weise.

Vormund des König Liutpert. War vor König Aripert II. nach Bayern geflohen. Kehrte mit Heeresmacht u. Unterstützung des Herzog v. Bayern zurück u. lieferte König Aripert eine Schlacht. Regierte nur 3 Monate.

Ehe mit Theoderada (von König Aripert II. körperlich entstellt). Kinder:

Sigiprand, von König Aripert II. geblendet.

Liutprand, sein Nachfolger, von König Aripert II. gefangen gehalten.

Aurona (während der Gefangenschaft durch König Aripert II. wie ihre Mutter entstellt). Tochter:

Guntberga, Ehe mit Herzog Romuald v. Benevent, Sohn des Herzogs Gisulf v. Benevent. Sohn:

Gisulf, in 2. Ehe mit Ranigunda, Tochter des Herzogs Gaiduald v. Brescia.

.

 

 

König

Liutprand

712 - 744

744

S. u. N. des Königs Ansprand des Weisen u. Theodorada.

Konnte zur Zeit seiner Gefangenschaft seinem Vater noch als Knabe nach Bayern in die Verbannung folgen. Starker Fürst, gehorsam gegen die Kirche. Hatte allerdings 741 Rom belagert u. 742 die Stadt Ravenna hart bedrängt, der Papst hatte sich jeweils als Vermittler eingeschaltet. Nahm 736 seinen Neffen Hildeprand zum Mitregenten.

Ehe mit Guntrud, Tochter des Herzogs Theodebert v. Bayern (717-724).

Eine einzige Tochter.

vor dem Monat Juni im Jahr 744, bestattet in San Pietro in Ciel d’Oro bei Pavia.

 

 

König

Hildeprand

744

Neffe, Mitregent u. Nachfolger des Königs Liutprand der Langobarden.

Seit 736 Mitregent. Regierte nur 7 Monate u. wurde gestürzt.

 

 

König

Ratchis

744 - 749

Sohn des Herzogs Pemmo v. Friaul u. Ratberga.

Herzog v. Friaul. Römerfreundlich. Beendete die Zerwürfnisse seiner Vorgänger u. machte Frieden mit dem Papst. Entsagte der Macht (wurde vertrieben) u. ging ins Kloster nach Monte Cassino. Seine Frau u. seine Tochter Rattruda gründeten in der Nähe ein Kloster.

Seine Brüder:

Ratchait

Aistulf, Nachfolger seines Bruders Ratchis in der Herrschaft der Langobarden.

im Kloster

 

 

König

Aistulf

749 - 756

Dez. 756

Bruder u. N. des Königs Ratchis der Langobarden.

König seit Juni 749. Er eroberte 751 Ravenna u. residierte dort. Bedrohte Rom und die Päpste Zacharias u. Stephan II., brach Verträge, besetzte kirchliches Land u. ließ sich nicht auf neue Verhandlungen ein. Von König Pippin III. nach schwerer Niederlage in Pavia 754 belagert u. zu Zugeständnissen gezwungen. Diese Zusagen nicht haltend erlitt er 756 erneut eine schwere Niederlage gegen Pippin III. den Jüngeren (der Kirche wurden einige der zurückgewonnenen Gebiete übergegeben).

im Dez. 756 durch einen Jagdunfall, ohne Erben

 

 

König

Ratchis

756 - 757

(2. Reg.). Hatte vor 7 ½ Jahren entsagt u. war Mönch auf Monte Cassino geworden. Durch seine Verachtung gegenüber Desiderius widersetzte er sich ihm u. zog gegen ihn zu Felde. Leistete erneuter Verzicht, da Desiderius aufgrund seiner Versprechungen die Unterstützung des Papstes erfuhr.

 

 

König

Desiderius

757 - 774

774

Von König Aistulf zum Herzog v. Tuscien bestellt. Nach dessen Tod sammelte er ein Heer u. wollte die Langobardenherrschaft an sich bringen. Trat seit 756 als Gegenkönig auf. Mit der Unterstützung des Papstes konnte er sich durchsetzen u. König Ratchis verzichtete erneut. Im Aug. 759 setzte König Desiderius seinen Sohn Adalgis zum Mitregenten ein. Stellte sich später gegen den Kirchenstaat u. kam seinen Zusagen nicht nach. Er bedrohte den Papst, nahm Kirchenbesitz an sich u. kam mit Heeresmacht nach Rom. Von Karl dem Großen wurde er daraufhin 10 Monate in Pavia, sein Sohn Adalgis in Verona, belagert, besiegt u. ins Kloster verbannt.

Ehe mit Anza. Kinder:

1. Desiderata, Ehe mit Karl dem Großen (nach 1 Jahr dem Vater zurückgegeben).

2. Adalgis (Adelchis), konnte 774 nach des Vaters Niederlage fliehen.

3. Liutberga, Ehe mit Herzog Tassilo v. Bayern.

4. Adelberga, Ehe mit Herzog Arichis v. Benevent, 787.

774

Letzter König der Langobarden

 

Prinz

Adalgis

759-774

28. 1. 814

(Adelchis). Sohn des Königs Desiderius u. Anza.

Kronprinz. Seit Aug. 759 Mitregent seines Vaters. Plante Angriffe gegen Rom, um sich den Thron der Langobarden zu sichern, der durch die Unterwerfung der Langobarden an Kaiser Karl den Großen überging. Die Verschwörung mit Unterstützung des Herzogs Rodgaus wurde 756 von dem aus Sachsen kommenden König der Franken unterdrückt. Danach war er von Verona nach Byzanz geflohen.

 

-       Übergang zum Frankenreich     -

 

König

Karl I. d. Gr.

768 - 781

* 2. 4. 742.

28. 1. 814

 

Karl I. d. Gr.

Flavius Anicius Carlus. * am 2. April 742. Ältester natürlicher S. u. N. des Königs Pippin III. d. Jüngeren, 768 u. Bertrada, 783, einer Tochter des Grafen v. Laon. Karolinger. Groß an Geist u. Körper. Fürst, Staatsmann, Mensch, 1165 hl. gesprochen.

Seit 9. Okt. 768 Teilkönig d. Franken. 745 in Rom von Papst Stephan II. zum König gesalbt u. mit dem Titel „Patricius Romanorum“ belehnt.

- 1. Kaiser des Weströmischen Reiches -

Übernahm als Erbe Austrasien u. Neustrien u. war nach dem Tod seines Karlmanns, der einen sich anbahnenden Bruderzwist verhinderte, am 4. Dez. 771 Alleinherrscher im Reich. Die Witwe des Karlmanns, Gerberga, floh mit ihrem einjährigen Sohn zu ihrem Vater, König Desiderius der Langobarden. 773 wurde sie von Karl I. d. Gr. in ein Kloster verbannt. Karl hatte 773 den Sieg über die Langobarden in Oberitalien errungen u. wurde Anfang Juni 774 König v. Italien u. Patricius der Römer (König Desiderius wurde kahl geschoren u. ebenfalls ins Kloster verbannt). 772, 776, 779, 782, 797 u. 804 folgten die Siege über die Sachsen, 778 über die Bayern. Der Aufstand des Herzogs Widukind wurde (782-785) niedergeschlagen, dessen Erhebung brach zusammen u. endete mit der Taufe Widukinds im Jahr 785. Die Araber wurden von Karl an den Ebro zurückgeworfen. Damit schuf er das große Karolinger Frankenreich. Er erreichte i. Jahr 800 das Bestätigungsrecht der Papstwahl u. war nach seiner Krönung König d. Franken u. Langobarden, Kaiser u. Schutzherr Roms. Vier Italienzüge:

1. Italienzug 773 mit Sieg über die Langobarden u. Antritt zur Nachfolger als König v. Italien. Weilte Ostern 773 in Rom u. nahm auf der Heimreise König Desiderius u. dessen Gemahlin mit in die Verbannung.

Nannte sich nun „König d. Franken u. Langobarden u. Patrizier der Römer“. 776 hatte er aus Sachsen kommend die Verschwörung im Langobardenreich des Prinzen Adalgis unterdrückt.

2. Italienzug 780 mit Salbung seiner Söhne in Rom.

3. Italienzug 787 mit dem Sieg gegen Herzog Arichis v. Benevent u. Salerno.

4. Italienzug 800 mit seiner Kaiserkrönung am 25. Dez. 800 in St. Peter in Rom durch Papst Leo III.

Nach seiner Krönung in Rom wurde er Kaiser u. Augustus genannt. Seine nachträgliche Anerkennung durch den byzantinischen Kaiser in den westlichen Gebieten erfolgte 811.

Schaffung der Voraussetzung zur Bildung eines Deutschen Staates.

Er gründete das Karolingische Kaisertum u. erhob die Benediktregel zum Reichsgesetz.

Die Pippinische Schenkung an den Papst wurde 774 in feierlicher Form bestätigt. Für Notre-Dame wurde der Grundstein gelegt, das Bauwerk später von König Philipp August vollendet. Erbauer der Pfalzen von Aachen u. Ingelheim.

Insgesamt vier Ehen u. fünf Konkubinate:

Vor seiner 1. Ehe hatte er mit Himiltrud um 768 einen natürlichen Sohn:

Pippin d. Bucklige, * um 770, (nach der Erhebung gegen seinen Vater 792, Mönch im Kloster Prüm), 811. Sohn:

Bernhard, 818

1. Ehe um 770 mit Desiderata (Adalhardi), Tochter des Königs Desiderius der Langobarden. Er wurde dadurch Schwager des Herzogs Tassilo v. Bayern, gab aber nach einem Jahr Desiderata an ihren Vater zurück.

2. Ehe vor 30. April 771 mit Hildegard, * 758, am 30. April 783, Tochter des schwäbischen Grafen Gerold u. d. Alemannin Imma. Sohn:

Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840.

Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

3. Ehe im Okt. 783 mit Fastrada, 10. Aug. 794, Tochter Rudolf aus ostfränkischem Grafengeschlecht. Töchter:

Theodrada, * um 785, am 9. Jan. 844/853, seit 814 Äbtissin v. Argenteuil.

Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

4. Ehe im Herbst 794/796 mit Liutgard v. Alemannien, am 4. Juni 800.

Sandte im Sommer 802 einen Heiratsantrag an Kaiserin Irene von Byzanz.

Kinder:

1. Pippin d. Bucklige, * um 770, nach Erhebung gegen seinen Vater 792, Mönch im Kloster Prüm, 810. Sohn:

Bernhard, 818

2. Karl, * 772 / 773, König in Neustrien u. Austrasien seit 788. Befand sich als 12jähriger 784 mit seinem Vater auf dem Sachsenfeldzug. Krönung am 25. Dez. 800 in Rom zum fränkischen König u. 806 in der Nachfolge des Kaisertums proklamiert. am 4. Dez. 811, bestattet vermutlich in Aachen.

3. Adelheid, * Sept. 773 / Juni 774, am Juli / Aug. 774.

4. Rotrud (Hruodtrud), * um 775, am 6. Juni 810, durfte als seine Tochter nicht heiraten. Verlobung (781-786) mit dem Sohn der byzantinischen Kaiserin Irene, Konstantin VI. Porphyrogenetos, wurde 786 aufgelöst. Seit ca. 800 Verbindung mit Graf Rorico, um 840. Sohn:

Ludwig, * um 800, am 9. Jan. 867, seit Okt 840 Abt v. Denis, Erzkanzler des König Karl d. Kahlen (840-867).

5. Karlmann, * 777 (seit 15. April 781 Pippin), am 8. Juli 810, Unterkönig der Langobarden, König v. Italien (781-810). Taufe u. Krönung zum König der Langobarden durch den Papst 781. Ehe seit ca. 795 mit ? Kinder:

Bernhard, am 8. Juli 810, König v. Italien (813-817) unter dem Vormund des Abtes Wala v. Corbie. Nach seiner Verschwörung wurde er 818 geblendet u. starb. Fünf Töchter.

6. Ludwig I. d. Fromme, * am 16. April 778, sein Nachfolger, am 20. Juni 840.

Krönung zum König v. Aquitanien durch den Papst 781. Kaiser (814-840).

7. Lothar (Zwillingsbruder des Ludwig), 779 / 780.

8. Berta, * 779 / 780, am 14. Jan. 823, durfte als seine Tochter nicht heiraten, seit ca. 795 Verbindung mit Angilbert, Abt v. St. Riquier, am 18. Febr. 814. Kinder:

Nithard (800-845)

Hartuid (800-?)

9. Gisela, * vor Mai 781, nach 800, vermutlich nach 814.

 10. Hildegard, * nach 8. Juni 782, am 8. Juni 783.

 11. Ruodheid, * um 784, nach 800, vermutlich nach 814.

 12. Theodrada, * um 875, am 9. Jan. 844 / 853, seit ca. 814 Äbtissin v. Argenteuil.

 13. Hiltrud, * 787, nach 800, vermutlich nach 814.

 14. Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

 15. Adalthrud

 16. Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

 17. Hugo, * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822 / 823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

 18. Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

Karl I. d. Gr. hielt sich nach seiner 4. Ehe drei Nebenfrauen:

1. Konkubinat mit Madelgard. Tochter:

Ruothild, * ?, am 24. März 852, seit Okt. 840 Äbtissin v. Faremoutiers.

2. Konkubinat mit der Sächsin Gerswind. Tochter:

Adalthrud

3. Konkubinat mit Regina. Sohn:

Drogo, * am 17. Juni 801, am 8. Dez. 855, seit 818 Kleriker, 820 Abt v. Luxeuil, seit 28. Juni 823 Bischof v. Metz, Erzbischof, Erzkaplan u. Päpstlicher Vikar.

Hugo, * 802/806, am 14. Juni 844, seit m818 Kleriker, Mönch im Kloster Charroux, Abt v. St. Quentin (822/823), 836 Abt v. St. Bertin, Erzkanzler des Kaisers Ludwig d. Frommen (834-840).

4. Konkubinat mit Adallind. Sohn:

Theoderich, * 807, nach 818, seit 818 Kleriker.

am 28. Jan. 814, 9h in seiner Pfalz in Aachen. Trauerzug von Babylon nach Alexandrien. Bestattet im Aachener-Münster (Marienkirche). Hl.

 

vergl.: Deutsche Kaiser  u. Langobarden.

 

 

König

Pippin

781 - 810

* 777

8. 7. 810

Karlmann (seit 15. April 781 Pippin). * 777. S. u. N. des Kaisers Karl I. d. Gr. u. Hildegard, * 758, am 30. April 773 (vermutlich 783), des schwäbischen Grafen Gerold u. der Alemannin Imma Tochter.

Unterkönig der Langobarden. Taufe u. Krönung zum König der Langobarden durch den Papst Ostern 781. Empörung 792. Krönung zum König v. Italien 800 in Rom durch den Papst. König v. Italien (781-810).

Ehe seit ca. 795 mit ?, Kinder:

Bernhard, König v. Italien (810-818).

Adelheid, bestattet in St. Arnulf zu Metz.

Rotaid, bestattet in St. Arnulf zu Metz.

Weitere drei Töchter.

am 8. Juli 810, im Kloster

 

 

König

Bernhard

810 - 818

* 798

17. 4. 1818

* 798. Natürlicher S. u. N. des Königs Pippin. Neffe des Königs Ludwig des Frommen, dem jüngeren Bruder Pippin’s. Wegen seiner Empörung wurde er nach Frankreich gelockt u. am 15. April 1818 geblendet.

Sein Sohn:

Pippin.

am 17. April 1818

 

 

König

Lothar I.

818 - 844

* 795

29. 9. 855

* 795. Sohn des Kaisers Ludwig I. des Frommen. Enkel des Kaisers Karl I. des Großen.

Krönung zum König der Langobarden zu Monza 822 (die Eisenkrone war ein Geschenk von Papst Gregor dem Großen an die soeben geweihte Basilika in Monza). Italien als Unterkönigreich im Kaiserreich errichtet. König v. Italien (818-825 u. 829-844).

Seine Söhne:

Ludwig II., sein Nachfolger, König v. Italien (844-875) u. Römischer Kaiser.

Lothar II., Herzog v. Lothringen, 869.

Karl v. Provence, Herzog v. Burgund, 863.

am 29. Sept. 855