Rom - Zentrum der Christenheit

 

Wie es die Legende will: wurde am 21. April 753 v. Chr. eine erste Siedlung auf dem Palatin von Romulus u. Remus umgrenzt. Remus wird wegen Übertretung der Grenzen von seinem Bruder ermordet. Danach kommt es zur Zusammenführung der Römer des Palatin mit den Sabinern des Quirinal. Romulus u. Remus die Söhne des Gottes Mars u. Rhea Silvia, der Tochter des Königs Numitor v. Alba Longa (aus der Nachbarschaft).

 

Geschichtlich wird die Siedlung um 650 v. Chr. auf dem Palatin mit Ausrichtung auf eine höhere Kultur der eingewanderten Etrusker gegründet. In der Sprache latinisch, den seit Vorzeiten ansässigen Italikern verwandt. Der capitolinische Hügel wird Führungsmittelpunkt. Bis 510 war Rom Königtum als Stadtstaat, zum Teil unter etruskischen Herrschern bis zur Vertreibung von König Tarquinius u. seit 510 v. Chr. Republik. Die Monarchie wurde durch eine aristokratische Republik abgelöst. Die Macht wurde durch zwei Konsuln als Abgeordnete des Senats und einem Tribun als Abgeordneter des Volkes ausgeübt. Im Jahr 390 v. Chr. kam es während der Belagerung zu einem großer Brand u. einer Plünderung Roms durch die Kelten (Galater). Bis 270 v. Chr. gelang die Ausdehnung der Macht über Mittel-, Süditalien u. Sizilien. Die Festigung der Macht gelang mit den siegreichen Schlachten der drei Punischen Kriege (264-241, 218-201 u. 149-146 v. Chr.). Die Stadt erweiterte ihre Macht u. sein Territorium ständig bis ins erste Jahrhundert v. Chr. u. erlangte beherrschenden Einfluss über die Länder am Mittelmeer. Das führte zu Machtkämpfen im Innern der Republik bis zur Ermordung Caesars 44 v. Chr. durch Brutus. Cäsar u. Augustus schufen die Grundlagen zur Römischen Weltmacht.

 

Nach der Auferstehung Christi wirkten die Apostel Petrus u. Paulus am Tiber. Der Märtyrertod der beiden Jünger Jesu machte die „Urbs“ zum Zentrum der neuen Religion, zum Sitz der Nachfolger auf dem Stuhl Petri.

80 n. Chr. war das Kolosseum erbaut, die Trajanssäule wurde in den Jahren 106 bis 113 geschaffen u. aufgerichtet, das Pantheon von 118 bis 128 n. Chr. fertiggestellt. Nach seiner Rückkehr aus Avignon übernahm Papst Martin V. (1417-1431) die Stadt Rom bei seinem Einzug am 29. Sept. 1420 in einem völlig zerstörten Zustand. Unter Papst Sixtus V. (1585-1590) wurden mehrere Aquädukte u. Straßen neu angelegt, der Lateranpalast erbaut, der Obelisk (Uero - die Nadel) am 30. April 1586 umgesetzt u. am 10. Sept. 1586 auf dem Petersplatz aufgerichtet. Mit Vollendung der Kuppel von St. Peter 1625 war der Petersdom bis auf die Innenausstattung u. dem Petersplatz fertig. Die Spanische Treppe wurde 1725 eingeweiht. Zum Weihnachtsfest 1950 wurde die Wiederentdeckung des Grabes Petri unter dem Petersdom verkündet.

Rom wurde 410 n. Chr. durch die Westgoten unter Alerich, 455 durch die Vandalen unter Geiserich, 546 durch die Ostgoten unter Totila erobert u. jeweils geplündert. Die Plünderung der Stadt Rom 1527 durch spanische Landsknechte Kaiser Karl V. ging in die Geschichte als der „Sacco di Roma“ ein.

Das Christentum im Römischen Reich wurde um 400 n. Chr. angenommen. Nach großen Invasionen um 410 n. Chr. ging der Sieg des Christentums mit dem Untergang der Stadt Rom einher. Von einer Mill. Einwohner unter Kaiser Konstantin blieben um das Jahr 1000 nur wenige tausend Einwohner übrig. Mit dem Niedergang des Kirchenstaates hatte Rom wenig mehr als 100.000 Einwohner, um 1830 1 Mill., 1997 knapp 4 Millionen, Tendenz wieder sinkend.

 

Der Lateran mit dem Papstpalast u. der Basilika war der Vorläufer des Vatikan, dem Sitz des Papstes, dem Oberhauptes der Kirche u. Zentrum der päpstlichen Verwaltung. Im 12. Jahrhundert besaß Rom 98 Stationskirchen. - Santa Maria Maggiore (mit erster Christmette), Santa Cruce in Gerusalemme (die Heiligkreuzkirche mit Karfreitagsmesse) u. Santo Stefano Rotondo (zum Stefanstag, dem 2. Weihnachtstag), waren Nebenkirchen der Papstkathedrale im Lateran mit einem Sonderstatus. Die Prozessionen wurden vom Lateran dorthin zu Fuß durchgeführt.

Im Jahr 1300 wurde das erste Heilige Jahr gefeiert, dass sehr viele Pilger in die Stadt brachte. Papst Martin V. öffnete erstmals 1423 (alle 33 Jahre Feier des Heiligen Jahres), die Heilige Pforte in der Lateranbasilika. Papst Alexander VI. ließ für das Jubiläumsjahr 1500 in den vier Patriarchalkirchen Eingänge mit der Bezeichnung „Heilige Pforte“ öffnen. Im Jahr 1600 wurde das Jubeljahr mit einem Feuerwerk auf der Engelsburg gefeiert. Dagegen wurden 1725 alle Spiele u. Feste vom asketischen Papst Benedikt XIII. verboten. 1800 fiel die Heilig-Jahr-Feier der französischen Revolution zum Opfer. 1825 wurde wieder gefeiert, dann aber erst wieder im Jahr 1900. 1933 wurde dem 1900. Todesjahr Christi gedacht. 1950 kamen 3 Millionen Pilger nach Rom, keine aber aus Osteuropa. 1975 kamen ca. 8-9 Mill. Besucher nach Rom. Die Heilige Pforte wurde erstmals nicht zugemauert, sondern nur verschlossen.

 

Die Calixtus-Katakombe an der Via Appia Antica ist die Grablege der meisten römischen Bischöfe zwischen Zephyrinus (199-217) u. Miltiades (311–314). Die Grablege Papst Calixtus selbst, er war Friedhofsverwalter (217-222), ein umstrittener Papst, wurde 1960 in einer anderen Katakombe an der Via Appia Aurelia gefunden.

Zur Zeit existieren in Rom fast 1000 Kirchen. 200 Kirchen fungieren traditionell als Titelkirchen der Kardinäle. Titelkirchen sind der symbolische Ausdruck der Verbindung des Kardinals mit der Stadt Rom u. dem Heiligen Vater.

 

 

Die sieben klassischen Hügel Roms:

 

1. Aventin, Schauplatz des rebellierenden Plebs gegen die Aristokratie um 500 v. Chr. u. Sitz von sieben großen Tempeln während der Zeit römischen Stadtstaates.

Santa Sabina; Teilstück der Servianischen Mauer.

Santa Sabina

2. Caelius

Santa Giovanni e Paolo.

 

3. Capitol ↔ caput mundi. Sitz der Konsuln u. Senatoren.

Senatorenpalast; Nationaldenkmal; Santa Marie Aracoeli, erbaut an der Stelle eines nachweislich am 13. Sept. 509 v. Chr. geweihten Tempels der Göttertrias: Jupiter Optimus Maximus Captitolinus, Juno Moneta u. Minerva.

 

              

Capitol                                                              Treppe zum Capitol

         

 

4. Esquilin,

Santa Maria Maggiore; Bäder des Diokletian; Domus Aurea, („Goldene Palast“ des Kaisers Nero auf der Fläche des ausgebrannten Rom).

 

5. Palatin,

Stadtgründung durch Romulus.

Haus der Livia u. Haus des Romulus, (ältestes Siedlungsgebiet auf dem Palatin); Kryptoportikus, (ein 130m halb unterirdischer Gewölbekorridor des Kaiserpalastes). Palast des Septimus Severus; Farnesische Gärten (über dem Tiberius-Palast); Palast der Flavier; Domus Augusta, (Wohnstätte der Kaiser); Stadion, (Märtyrertod des hl. Sebastian); Thermen des Septimus Severus. Auf dem Palatin wurde eine der ältesten Siedlungen ausgegrabene.

 

6. Quirinal, früher unter dem Namen „Monte Cavallo“ Û Pferdeberg bekannt, aufgrund der heut noch bestehenden Dioskurengruppe. Einst Sakralstätte der in der Umgebung angesiedelten Stämme. Der hier ein halbes Jahrtausend v. Chr. errichtete Tempel, war der Gottheit Quirinus geweiht. Zwei weitere Heiligtümer folgten, deren Reste man ausgegraben hatte, sie waren den Gottheiten der Flora u. der Sonne gewidmet. Bis zum Zerfall des weströmischen Reiches im Jahr 476 n. Chr. galt „Quiriten“ als formelle Anrede für die Bürger Roms durch Senat u. Kaiser. Kaiser Konstantin d. Gr. erbaute eine Thermenanlage auf dem Quirinalshügel. Ein erhaltener Rundbau wurde in den Palast integriert. Bis ins 16. Jh. ein Weinberg.

 

- Quirinalspalast -

 

Erster Bau einer Villa durch Kardinal Oliviero Carafa im 15 Jh., Ausbau im 16. Jh. durch Kardinal Ippolito d’Este. Unter Papst Gregor XIII. (1572-1585) Bauarbeiten zur Schaffung einer päpstlichen Residenz. An der weiteren Gestaltung der Anlage waren die Päpste Sixtus V. (1585-1590), Urban VIII. (1623-1644), Alexander VII. (1655-1667), Clemens XIII. (1758-1769) u. Pius IX. (1846-1878) beteiligt.

Der Quirinalspalast mit dem Dioskurenbrunnen u. Sant`Andrea al Quirinale als Hofkirche, einst die Sommerresidenz der Päpste, ging seit 1870 als Wohnsitz italienischer Könige in den Besitz des neuen Staates über, seit 1946 Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten. Ein Bauwerk der Renaissance u. des Barock mit Baubeginn von 1574.

 

7. Viminal

(Weitere Hügel jenseits des Tiber sind: Pincio (mit der Villa Borghese), Oppian, Gianicolo)

 

 

 

Bauliche Anlagen der Stadt Rom:

 

Forum Romanum (ein gewaltiger, Politik, Wirtschaft, Recht u. Religion architektonisch verbindender Komplex), mit der hervorragender Ansicht von der Rückseite des Senatorenpalastes. Anfangs nur trockengelegtes Sumpfland, um 510 v. Chr. Marktplatz, später Mittelpunkt der Welt.

 

               

Forum Romanum                                                Rekonstruktion des Forums

 

 

- Augustus-Tempel, mit versteckter Kirche „Santa Maria Antiqua“, älteste Kirche auf dem Forum Romanum, (selten zugänglich).

- Basilika Aemilia, dreischiffig, 70m lange Aula u. einstige Gerichtshalle, von 179 v. Chr.

- Basilika mit noch erhaltenen imposanten Mauerresten, erbaut unter Kaiser Maxentius als Gerichts- u. Geschäftsgebäude.

- Comitium, der Versammlungsort der Bürgerschaft, direkt vor der Curia gelegen.

- Kurie (Curia), Versammlungsort des Senats, mehrfach umgebaut, (Ermordung Caesars auf den Stufen zum Eingang durch Brutus), Kirche aus dem 7. Jahrhundert u. gut erhalten.

- Lapis Niger, (der schwarze Stein), Grab des Romulus mit Inschrift aus dem 6. Jh. v. Chr.

- Miliarium Aureum, „Goldener Meilenstein“ mit geographischen Angaben

- Phokassäule, seit 608 n. Chr.

- Romulus-Tempel, Rundbau von 309 n. Chr.

- Rostra, die Rednertribüne

- Saturntempel (mit den acht „überlebenden“ Granitsäulen), eingeweiht 498 v. Chr.

- Tempel des Kaisers Antonius Pius u. dessen Gemahlin Faustina, mit sechs Frontsäulen u. einer hohen Aufgangstreppe, Standort der Verbrennung des Leichnams Caesars 44 v. Chr., der im 12. Jahrhundert in die Kirche „S. Lorenzo in Miranda“ umgewandelt wurde.

- Tempelruine der Dioskuren Kastor u. Pollux, mir den drei markanten Säulen (von 484 v. Chr.).

- Titusbogen, nach der Eroberung u. Zerstörung Jerusalems, sowie der Vernichtung u. Vertreibung des Volkes Israel 70 n. Chr. (das Relief zeigt die bedeutendsten Beutestücke, wie den siebenarmigen Leuchter, dem Tisch der Schaubrite u. den Trompeten aus dem Jerusalemer Tempelschatz).

 

 Titusbogen

 

 

- Treppenweg vom Senatorenpalast zum Forum Romanum mit der Kirche „San Giuseppe die Falegnami u. dem Marmertinischen Kerker, (nach der biblischen Legende letzter Aufenthalt der hll. Petrus u. Paulus) u. Santa Luca e Martina.

- Triumphbogen des Septimus Severus u. seiner Söhne, erbaut zur Verherrlichung der Siege über die Parther.

- Vesta-Tempel, Rundtempel der Vestalinnen, der jungfräulichen Hüterinnen, zur Aufbewahrung des „Heiligen Feuers“ (mit deren Wohngebäude daneben).

 

Kaiserforen, angelegt um 50 v. Chr.

- Augustus-Forum mit Mars-Ultur-Tempel, (zum Gedenken der siegreichen Schlacht bei Philippi 42 v. Chr. über Caesars Mörder - Brutus u. Cassius).

- Caesar-Forum

- Nerva-Forum, mit Minerva-Tempel

- Torre delle Milizie, Festungsturm - der Sage nach auf dem Grab des Kaisers Augustus errichtet u. auf dem Kaisers Nero den Brand der Stadt Rom besungen hat -

- Trajan-Forum (das größte u. am besten erhaltene Forum) mit Tempel, Basilika, Triumphbogen, Reiterstandbild, Siegessäule u. den Markthallen.

- Venus-Tempel

- Vespasian-Forum, seine Errichtung wurde mit den Beutegeldern des Judäischen Krieges finanziert (heut von einer Straßenkreuzung bedeckt).

- Zwillingskirchen: Santa Maria Loreto aus dem 16. Jahrhundert u. Santissimo Nome di Maria, der Kirche des „Heiligsten Namens Maria“, 1738 erbaut, bilden den Abschluss des Trajan-Forums.

 

 

Der Vatikan als Kirchenstaat

 

                                                                                                                                                      

 

Peterskirche, San Pietro in Vaticano, Patriarchalbasilika, Pilgerkirche, Hauptkirche.

Stiftung von Kaiser Konstantin. Von Papst Sylvester I. 326 eingeweiht.

 

Grundsteinlegung für den Neubau von St. Peter am 18. April 1506 über dem Grab des Apostel Petrus. Am 18. Nov. 1626 wurde St. Peter geweiht. Größter Sakralbau des Abendlandes. Abmessungen: Länge 213 m, Breite über die Kreuzarme 137 m mit einer Fläche von 25616 m2  u. Platz für 12000 Menschen. Die Höhe der Kuppel beträgt 136 m. Die Anlage von Petersplatz u. Kolonnaden durch Bernini mit 162 Heiligenfiguren auf der Balustrade wird 1667 abgeschlossen.

Beisetzung von 44 Päpsten

(erste Beisetzung Papst Leo I. d. Gr.)

 

 

 

 

 

                   

Eingang zum Papstpalast                                                              St. Peter (Petrigrab)

 

Bedeutende Räume:  „Sixtinische Kapelle“ (mit Jüngstem Gericht von Michelangelo).

„Cappella Paolina“ (mit der Kreuzigung Petri von Michelangelo).

„Sala Regia“ (Thron- u. Audienzsaal der Päpste).

 

St. Peter u. Engelsburg 16. Jh.

 

Engelsburg (Castel Sant’ Angelo). Mausoleum

 

 

Baubeginn unter Kaiser Hadrian um 123 (Hadrianeum). Vollendung unter Kaiser Antonius Pius im Jahr 139. Bestattet wurden 15 Familienmitglieder und Nachfolger bis auf Caracalla. Im 3. Jahrhundert bildet sie ein Teilstück der Aurelianischen Mauer. Verbindung zum Vatikan seit 1277 (Passetto). Die Burg war Grabmonument, Festung, Kerker, Kastell, Zufluchtsstätte, Residenz u. Zitadelle der Päpste

Staatsgefängnis, Hinrichtungsstätte. Nach dem Kolosseum zweitgrößtes Bauwerk der Antike. Über dem Grabmahl Hadrians entstand im Mittelalter eine Festung, die die Beherrschung Roms garantierte. Aus dem Besitz mächtiger Adelsgeschlechter kam die Engelsburg in die Hand der Päpste. Der Verbindungsgang von der Engelsburg zum Vatikan (Passetto) besteht noch heute. Die riesigen, tief verlegten Fundamente des Hadrianeum sind statisch mit der Engelsbrücke verbunden und bilden ein zusammenhängendes Bauwerk.

 

        

 

Der Name „Engelsburg“ geht auf eine Erscheinung von Papst Gregor I. d. Großen zurück, dem in der Zeit der großen Epidemien in Rom während einer Prozession der Erzengel Michael über dem Grabmahl von Kaiser Hadrian erschienen war, der sein flammendes Schwert in zurück die Scheide steckte. Diese Erscheinung wurde als Zeichen verstanden, dass die Strafe Gottes ein Ende gefunden hat.

 

 

Piazza Venetia zur Piazza di Spagna

- Fontana di Trevi                                                                       Trevi-Brunnen

- Mark-Aurel-Säule

- Palazzo Montecitorio, Abgeordnetenkammer (an der gleichnamigen Piazza gelegen) mit Marc-Aurel-Säule u. dem ägyptischen Obelisk, (von Kaiser Augustus aus Heliopolis nach Rom gebracht u. als Sonnenuhr auf dem Marsfeld aufgestellt).

- San Carlo al Corso, gegenüber dem Mausoleo di Augusto Imperatore, die Kuppel der Kirche ist der beste Orientierungspunkt über die Altstadt. Erbaut im 17. Jahrhundert.

- San Lorenzo in Lucina, Gedächtniskirche für den Märtyrer Laurentius, erbaut im 4./5. Jahrhundert, Umbau im 12. u. 17. Jahrhundert.

- Santissima Trinità die Monti, Dreifaltigkeitskirche, Abschluss der Achse der Via Condotti (die eleganteste Einkaufsstraße Roms) über die Spanische Treppe.

 

- Spanische Treppe  

 

Marsfeld, die Ebene zwischen den Hügeln Roms u. dem Tiber, seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. bebaut.

- Campo de‘ Fiore, Hinrichtungsstätte des Mittelalters

- Marcellus-Theater, gegenüber der Tiberinsel, diente im Mittelalter als Festung, Wohnung u. seit dem 16. Jahrhundert als Palazzo der Familie Orsini.

- Palazzo Madama, Sitz der ital. Senatoren u. des Bürgermeisters von Rom

- Palazzo Spada, Sitz des ital. Staatsrats

- Pantheon, ein Zylinder mit Halbkugel u. als Vorbau der Giebel über Säulen. Das besterhaltene u. kaum veränderte Bauwerk der römischen Antike. Errichtet von Marcus Agrippa, dem Schwiegersohn Kaiser Augustus, auf dem Marsfeld als Teil einer Thermenanlage. Dieser heidnische Tempel wurde auf bitten Papst Bonifaz IV. (608-615) durch Kaiser Phokas (602-610) den Christen übereignet. Nach Überführung von vielen Reliquien Weihe 609 als „S. Maria ad Martyres = Sankt Marien zu den Märtyrern“. Der Tag der Weihe am 1. Nov. 609 wurde zum Fest „Allerheiligen“.

Grablege von Kard.-Staatssekretär Consalvi, der ital. Könige Viktor Emanuel II. u. Umberto I. sowie von Raffael. Seit 1929 Staatseigentum.

 

- Piazza Navona mit Fontana die Fiumi (Vier-Ströme-Brunnen)

- Santa Maria dell‘ Anima, in der Nähe der Piazza Navone. Gedenkkirche der deutschen Katholiken. Grabeskirche des letzten deutschen Papstes Hadrian VI. (1522-1523).

- Santa Maria di Monserato, in der Nähe des Tiber, Grabstätte der Päpste Alexander VI. (1492-1503) u. Kalixtus III. (1455-1458), beide waren ursprünglich bestattet in den Grotten des Vatikan.

- Santa Maria sopra Minerva, Marienkirche über den Resten des Tempels der Minerva. Dreischiffige gotische Pfeilerbasilika. Grabmahl der Päpste Leo X. (1513-1521), Klemens VII. (1523-1534) Paul IV. (1555-1559) u. der hl. Katharina v. Siena.

 

Tiberinsel, zu erreichen im Tiberbogen über die älteste erhaltene Brücke Roms, den „Ponte Fabrizio“ (62 v. Chr.). Besiedlung im 8. Jh. durch die Etrusker. Errichtung des Äskulaptempels 291 v. Chr. u. seit dieser Zeit eine Stätte der Heilkunst u. heut noch mit dem Krankenhaus „Bambin Gesù“ der Fatebenefratelli (Barmherzigen Brüder), ein Ort des Heilens.

 

Trastevere, vermutlich das ältestes Stadtviertel Roms 

 

Einzelne Bauwerke der Stadt Rom:

Aurelianische Mauer, erbaut von 270 bis 282 n. Chr.

Basilika des Maxentius

Caracalla-Thermen, Baubeginn 206 v. Chr.

Collegium Germanicum,

Ggründet unter Mitwirkung des hl. Ignatius von Loyola (aus seiner Feder stammt die Gründungsbulle) in Rom 1552 zur Ausbildung der Alumnen (angehende Priester) deutschsprachigen Raumes (Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation). Seit 1580 „Pontificium Collegium Germanicum et Hungaricum.“ Stätte der Priesterausbildung für die von der Reformation heimgesuchten Länder.

 Wappen des Germanicum

 

Diokletiansthermen, unweit des Bahnhofs von Rom. Verfall nach Unterbrechung der Wasserleitung durch die Goten 537 n. Chr., spätere Nutzung als Schuppen, Speicher, Reitställe u. als Steinbruch.

 

Katakomben:

- San Sebastiano

- San Callisto

- Catacombe di Domitilla, an der Via Ardeatina, mit dreischiffiger unterirdischen Basilika.

- Kalixtus-Katakomben, mit mehreren Stockwerken u. ca. 170.000 Grabstellen. Krypta der Päpste.

                                         

Calixtus-Katakomben                            Deckenbildnis in der Commodilla-Katakomb

- Santa Priscilla (Priscilla-Katakombe), die älteste Katakombe in Rom.

- Pretestato

 

Kolosseum, Amphitheater der Flavier, seit 72 n. Chr.

 

Größtes Bauwerk der Antike

 

Lateran, Wohn- u. Amtssitz der Päpste seit Kaiser Konstantin vom 4. bis 14. Jahrhundert (der Verlegung der päpstlichen Residenz nach Avignon). Tagungsort von allgemeinen Konzilien.

 

                                

Lateran                                                                   „Scala Santa“

 

Brand u. Zerstörung 1308. Der Obelisk ist höchster u. ältester Roms, (aus dem Ammon-Tempel in Theben des 15. Jahrhundert v. Chr.). Bischofskirche des Papstes mit „Scala Santa“ der Heiligen Stiege (28 Stufen aus dem Palast des Pilatus, die Jesus zum Verhör hinauf gestiegen war), von Kaiserin Helena von Jerusalem nach Rom verbracht, um den jeweiligen Papst die unmittelbare Bedeutung u. an den geschichtlichen Lebensweg dessen zu erinnern, dessen Stellvertreter er auf Erden ist.

 

Ministero degli Affari Esteri, Außenministerium, in der Nähe des Olympiastadions.

 

Palazzo Borghese, am Tiber, nahe Ponte Cavour u. des Mausoleum des Augustus.

 

Palazzo Chigi, Sitz des Ministerpräsidenten, an der Piazza Colonna mit der Triumphsäule des Kaisers Marc Aurel, (hl. Paulus mit Schwert).

Palazzo Madama, Sitz der ital. Senatoren u. des Bürgermeisters von Rom.

Palazzo Spada, Sitz des Staatsrates Italiens.

Piazza della Repubblica, mit Najaden-Brunnen.

Porta San Sebastiano, Teil der Aurelianischen Stadtmauer, um 400 n. Chr. errichtet. Eingang von der Via Appia mit Drususbogen, einem Teil des Aquädukts über die Via Appia.

Quirinalspalast, Sitz der Päpste seit 1592, der ital. Könige seit 1870, der Präsidenten Italiens seit 1947.

 

 

Sant‘ Andrea della Valle, am Corso Vittorio Emanuele II., mit den Wandgräbern der Päpste Pius II. (1458-1464) u. Pius III. (1503).

Stazione Centrale Roma Termini, Hauptbahnhof neben den Diokletiansthermen u. der Servianischen Stadtmauer.

 

 

Titusbogen, der älteste u. noch erhaltene Triumphbogen (zur Kaiserzeit existierten in Rom fünf Triumphbögen). Kaiser Titus geweiht, der sich durch große Wohltätigkeiten hervorgetan hat. Der ihm errichtete Bogen galt aber einer seiner militärischen Erfolge, dem Sieg Roms über die Juden. Errichtet vermutlich nach seinem Tod, da die Inschrift „Divus“ (Göttlichen) für Lebende damals nicht üblich war.

 

 

Trajansmärkte, zugänglich von der „Via IV Novembre“.

 

Triumphbogen des Konstantin (neben dem Kolosseum), errichtet drei Jahre nach der Schlacht u. dem Sieg über seinen Rivalen Maxentius an der Milvischen Brücke 312 n. Chr.

 

 

 

 

 

 

Konstantinsbogen

 

 

Aussichten:

Sonnenuntergang von den Terrassen des Oincio, nahe Piazza del Popolo.

 

Sternförmige Ausfallstraße Roms:

 

Via Appia, ihre Begehung von Rom bis Brindisi:

- Sie begann in altrömischer Zeit wie alle wichtigen Fernstraßen auf dem Forum Romanum durch das Stadttor der Aurelianischen Mauer in Rom u. wurde 312 v. Chr. angelegt. In unmittelbarer Nähe liegt die Kirche San Sebastiano aus dem 3. Jh. n. Chr. mit ihrem Zugang zu den Katakomben und dem Grab des hl. Märtyrers Sebastian, sowie die Kirche „Domine quo vadis“.

- Kirche Santa Maria in Palmis, bekannt unter dem Namen: „Domine quo vadis“, eine Kapelle aus dem 9. Jahrhundert, der heutige Bau aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts. Nach der Legende erschien Jesus dem Apostel Petrus, der aus Furcht Rom verlassen hatte. Petrus fragte Jesus: „Domine, quo vadis?“ - Herr, wohin gehst du? - Jesus antwortete: „Eo Romam iterum cricifigi.“ - Ich gehe nach Rom, um mich ein zweites Mal kreuzigen zu lassen. - Petrus begriff die Botschaft, kehrte nach Rom zurück, um den Märtyrertod zu erleiden.

- Grabmonumente großer Zahl säumen die Straße. An der Appia nahe Rom entstanden in den Jahrhunderten nach Christus riesige Villen u. kaiserliche Paläste.

- Terracina, eine der ältesten ital. Gründungen. 1088 fand hier das 1. Konklave außerhalb Roms statt in dem Papst Urban II. gewählt wurde.

- Monte San Biagio, mit altem Kastell.

- Fondi. Der Dom ist auf den Grundmauern eines römischen Tempels errichtet. Sehenswert ist die Renaissancekirche Santa Maria Assunta. Im Kastell aus dem 14. Jh. versammelten sich nach dem Ende der „Babylonische Gefangenschaft“ in Avignon die französischen Kardinäle und wählten am 20. Sept. 1378 aus ihren Reihen in Opposition zu Papst Urban VI. ihren Gegen-Papst Klemens VII., dessen Wahl zum kurzlebigen Schisma führte.

- Itri.

- Gaeta, war bis zum Mittelalter byzantinisch. Es gab eine griechische Gründung des 8. od. 7. Jh. v. Chr., nunmehr Wallfahrtsort mit dem Sanktuarium der Hl. Dreifaltigkeit, auch Monte Spaccata (gespaltener Berg) genannt.

- Formina, erreicht man entlang des Golfs von Gaeta.

- Sessa Aurunca, mit einem Dom aus dem 12. Jh., noch älter sind die Reste der Basilika San Casto, benannt nach ihrem 1. Bischof aus dem Ende des 3. Jahrhunderts; in der Nähe der Stadt liegt die römische Brücke der Via Appia (Ponte degli Aurunci).

- Capua, erreicht man nach 193 km von Rom nach Überquerung des Flusses Volturno über die römische Brücke (Ponte Romano). Der Dom aus dem 12. Jh. wurde nach seiner Zerstörung von 1943 wieder aufgebaut. Einige Kirchen aus der langobardischen Zeit sind erhalten.

- Casertavechia, als Casairta von den Langobarden gegründet, wurde z. Z. der frühen Pilger Caserta genannt. Von Santa Maria Capua Vetere kommt man zum nahegelegenen Casertavechia mit dem Sommerpalast der Könige von Neapel. Kathedrale aus dem 12. Jh.

- Benevent, Hauptstadt des einstigen gleichnamigen Herzogtums. Der im Krieg 1943 zerstörte Dom wurde wieder aufgebaut, (die Fassade aus 13. Jh. blieb erhalten, gegründet war die Kathedrale bereits im 7. Jh. u. Sitz eines Erzbischofs). Zu erwähnen ist die Kirche Santa Sofia aus dem 8. Jh. u. der Triumphbogen des Kaisers Trajan von 114 n. Chr., der die Via Appia von Benevent bis zur Küste Apuliens weiterbauen ließ.

- Grottaminarda, Ariano Irpino mit normannischem Kastell

- Troia, mit ihrer Kathedrale aus dem 11. Jh.

- Lucera, mit seinem prunkvollen gotischen Dom aus dem 14.Jh. u. wichtige Garnisonsstadt Kaiser Friedrich II. mit einer riesigen Festung.

- Foggia, mit Kathedrale aus dem 12. Jh.

- Manfredonia, Residenz König Manfreds von Sizilien u. Apulien. Nach Manfredonia Umweg über:

- Monte Sant`Angelo, (Berg des hl. Engels Michael), auf dem Bergmassiv des Gargano mit seinem Sanktuarium eine der ältesten Wallfahrtsstätten des Abendlandes. Nationalheiligtum der Langobarden u. seit 1500 Jahren religiöse Kultstätte u. Pilgerziel. 869 von den Arabern geplündert u. zerstört, vom Frankenkönig u. römischen Kaiser Ludwig II. 871 aufgebaut. - Danach zurück nach Manfredonia, weiter über Ippocampo u. Lupara nach:

- Cerignola, im 13. Jh. gegründete Hafenstadt

- Canosa über Lupara, mit Kathedrale aus normannischer Zeit im 11 Jh. (umgestaltet).

- Andria, Lieblingsstadt Kaiser Friedrich II. u. Geburtsort seines Sohnes Konrad. Im Dom zu Andria sind seine vor ihm verstorbenen Gemahlinnen Jolanda v. Brienne u. Isabella v. England beigesetzt. Unweit von Andria auf einem Berg das „Kastell del Monte“, Residenz Kaiser Friedrich II., später Gefängnis u. Piratenunterschlupf.

- Barletta, Hafenstadt

- Bari über Molfetta, Wallfahrtsort des hl. Nikolaus u. Hafen der Jerusalemfahrer. Kathedrale mit Sitz des Erzbischofs von Bari u. Basilika des hl. Nikolaus.

 

Via Appia Nuova, nach SO

Via del Tritone, beliebte Geschäftsstraße in Rom.

Via del Corso, Die Verbindung zwischen Piazza del Popolo u. Piazza Venezia. Längste Straße des historischen Stadtzentrums von Rom. Zwei identische Kirchen, geweiht Jesus u. Maria, betreut von den Augustinern. Gegenüber die Kirche des hl. Jakob.

Via Flamina, nach NW (Umbrien)

Via Nomentana, nach NO

Via Ostiensis, nach SW

 

Antike Straßen Roms:

 

Via Sacra, die Heilige Straße hieß so, weil sie an beiden Seiten von wichtigen sakralen Stätten, Tempeln, Altären u. dem heiligen Hain flankiert war. Sie ist die älteste bekannte u. benannte Straße Roms. Sie führt vom Platz vor dem Kolosseum quer über das Forum Romanum zum Kapitolshügel u. endet vor den Stufen zum Jupitertempels.

Vicus Tuscus, die Straße der Etrusker. Sie führt von der Basilika Julia, einem grandiosen Gerichtsgebäude, hinunter zum Tiber. Hier wohnten die Einwanderer aus dem nahen Etrurien, das schon in Trastevere begann.

Salita Semita, eine Gasse, die vom Forum Romanum empor zum Palatinhügel führt.

Via Tulliano, die Straße auf dem Forum Romanum, die vor dem Gefängnisgebäude verläuft (bezeichnet als Tullianum, bekannt seit dem 6. Jh. v. Chr. u. seit dem Mittelalter benannt als Mamertinum), in dem auch Petrus eingekerkert war u. heut die Kirche „San Pietro in Carcere“ erbaut wurde.

 

Via Biberatica, eine kleine Gasse in den Trajansmärkten, nahe dem gleichnamigen Kaiserforum. Es war die Getränkestraße zur Lagerung u. dem Verkauf vermutlich von Wein

 

Via del Corso, Hauptverkehrsader im Zentrum Roms.

Via Lata (die breite Straße), zweigt als kurze Straße von der Via del Corso ab. Im Altertum einmal eine große Durchgangsstraße. Eine Flaniermeile mit Tempeln, Foren, Basiliken u. Paläste mit Gärten u. Plätzen.

Via Salaria (vom lateinischen Sal = Salz) am Forum Romanum gelegen. Hier endete die uralte Salzstraße, die von Rom bis zur Adria verlief. Erbaut im 4. Jh. v. Chr.

Via Tarpea, oben am Gerichtsfelsen (dem Steilhang des Kapitols) gelegen, von dem seit dem 6. Jh. v. Chr. Staatsfeinde u. Verräter hinabgestürzt wurden.

 

 

Brücken Roms:

 

Pons Aemilius, eine Holzbrücke mit Pfeilern aus Stein in unmittelbarer Nähe des Pons Sublicius. Erbaut von 181-179 v. Chr. u. 142 v. Chr. als Steinbrücke umgebaut (sie hatte 1000 Jahre überdauert). Die Brücke wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umbenannt.

 

Pons Cestius, erbaut von Lucius Cestius, einem der obersten Beamten unter Julius Caesar. „Ponte San Bartolomeo“ nannte man die Cestius-Brücke seit dem Mittelalter, als über dem Äskulap-Tempel das Gotteshaus „San Bartolomeo all’Ìsola“ entstanden war. Sie verbindet, die Tiberinsel mit dem rechten Ufer u. bildet mit der Fabricius-Brücke ein über 2000 Jahre altes Ensemble. 365 wurde sie erneuert u. 370 Kaiser Valentinian, Valens u. Gratian gewidmet. Nach Kaiser Gratian erhielt erhielt die Brücke den Namen „Pons Gratiani“. Nach der Rekonstruktion von 1892 bekam die Brücke ihren antiken Namen „Ponte Cestio“ wieder.

 

Pons Fabricius, führt zum Krankenhaus „Fatebenefrarelli“ auf der Tiberinsel.

 

Ponte Lucano, einstmals außerhalb Roms, in der Nähe von Tivoli gelegen; heut durch die Ausdehnung zum Stadtgebiet Roms gehörend. Eine Brücke über den Anio; mit dem Mausoleum der Plautier bildet sie ein Ensemble. Sie ist eine der besterhaltenen Brücken aus der Römerzeit.

 

Ponte Mammolo (Ruine). Erbauung vermutlich in der Zeit der Republik als Anio-Überquerung der „Via Tiburtina“. Die Benennung geht wahrscheinlich auf Julia Mamaea, die Mutter von Kaiser Alexander Severus (222-235) zurück.

 

Ponte Milvio (Milvische Brücke), neben der Engelsbrücke sicherlich die berühmteste Brücke der Ewigen Stadt. Sie gilt als die zweitälteste u. soll nach dem „Pons Sublicius“ errichtet worden sein. Bis zur Mitte des 19. Jh. noch vier km vor der „Porta del Popolo“ oder „Porta Flamina“ gelegen, finden wir die Brücke heute mitten im Stadtgebiet, da sich die Ewige Stadt bis zum Autobahnring ausgedehnt hat. Ihre ursprüngliche Funktion der Überquerung im Verlauf einer wichtigen Überlandstraße entwickelte sich zu einer stillen Fußgängerbrücke. Vermutlich gab es schon im 3. Jh. v. Chr. an dieser Stelle eine Brücke. In antiken Dokumenten tauchen Angaben zu einem „Pons Milvius“ auf.

 

           

Milvische Brücke

 

Mit dieser Brücke stehen viele geschichtliche Ereignisse in Verbindung:

- 207 v. Chr. erwarteten die Römer nach dem Sieg über den karthagischen Feldherrn Hasdrubal (Bruder des Hannibal) ihre Kämpfer an der Milvischen Brücke.

- 79 v. Chr. fand hier die Auseinandersetzung zwischen Pompeius u. Lepidus statt.

- 63 v. Chr. ließ Konsul Cicero eine Abordnung der Allobroger festnehmen u. konnte damit eine Verschwörung des Catilina verhindern.

- Die berühmte Schlacht an der Milvischen Brücke fand am 28. Okt. 312 n. Chr. statt. Damals standen sich Konstantin d. Gr. u. Maxentius um die Vorherrschaft im Westen des Reiches gegenüber. Konstantin motivierte seine Truppen mit dem Kreuz auf Fahnen u. Schilden. Unter der Last der fliehenden Krieger brach die Brücke, auch Maxentius ertrank. Der Sieg Konstantin d. großen an der Milvischen Brücke führte zur Bekehrung des Kaisers zum Christentum.

- Karl d. Große zog im Jahr 800 zu seiner Kaiserkrönung über die Milvische Brücke in Rom ein.

 

Ponte Sant’ Angelo (Engelsbrücke), die wohl bekannteste Brücke der Ewigen Stadt, im Mittelalter auch „Ponte San Pietro“ genannt, für die Pilger der bevorzugte Zugang zum Vatikan und zum Grab des ersten Bischofs von Rom. Gleich hinter der Brücke stand die „Porta Sancti Petri“, das Tor zum Vatikan und zur Petersbasilika. Anfangs hieß die Brücke nach ihrem Erbauer Kaiser Publius Aelius Hadrianus „Pons Aelius“ oder „Pons Hadriani“. Der Name „Engelsburg“ geht auf eine Erscheinung von Papst Gregor I. d. Großen zurück, dem in der Zeit der großen Epidemien in Rom während einer Prozession der Erzengel Michael über dem Grabmahl von Kaiser Hadrian erschienen war, der sein flammendes Schwert in zurück die Scheide steckte. Diese Erscheinung wurde als Zeichen verstanden, dass die Strafe Gottes ein Ende gefunden hat. Analog zur Engelsburg wurde die Brücke als Engelsbrücke bezeichnet.

 

   

Engelsbrücke

 

Erbaut unter Kaiser Hadrian zwischen 121 und 134 zusammen mit seinem Grabmahl, dem Hadrianeum (Engelsburg) und als Zugang zum Marsfeld. Nach dem Kolosseum zweitgrößtes Bauwerk der Antike. Über dem Grabmahl entstand im Mittelalter eine Festung, die die Beherrschung Roms garantierte. Sie gelangte aus dem Besitz mächtiger Adelsgeschlechter in die Hände der Päpste. Der Verbindungsgang zwischen Engelsburg und Vatikan (Passetto) besteht noch heute. Die riesigen, tief verlegten Fundamente des Hadrianeum sind statisch mit der Engelsbrücke verbunden und bilden ein zusammenhängendes Bauwerk. Die Engelfiguren des Bernini auf der Brücke symbolisieren die Passion Christi. Am Brückenkopf befinden sich die Figuren der hll. Petrus (von Lorenzotto) und Paulus (von Paolo Taccone) im Auftrag von Papst Clemens VII.

 

Pons Sisto, benannt nach Papst Sixtus IV. (Francesco della Rovere, 1471-1484), nach dem auch die Sixtinische Kapelle benannt ist. Im 6. Jh. wahrscheinlich von einer Überschwemmung zerstört, wurde sie seit 1473 restauriert. Sie stellt die Verbindung nach Trastevere sicher.

 

Pons Sublicius, einst vermutlich in unmittelbarer Nähe des heutigen Ponte Palatino, aber etwas weiter flussabwärts, gelegen, war die allererste Tiberbrücke der ewigen Stadt u. gänzlich aus Holz. 121 v. Chr. floh Gaius Sempronius Gracchus vor seinen Verfolgern in den Hain der Göttin Furrina zum selbst gewählten Tod. Für die Römer ein heiliger Ort, geweiht den Vestalischen Jungfrauen u. den Pontifices (Priestern). Erste Brücke über den Tiber aus dem 7. Jahrhundert v. Chr., sie war zu Beginn des Mittelalters verschwunden.

 

 

Römische Geschlechter:

- Colonna, Frangipani, Pierleoni, Orsini.

 

Römische Familien:

- Carafa, Doria, della Rovere, Aldobrandini, Pamphili, Crescenzi, Frangipani.