Schwerin

 

 

 

 

 

 

Unter Kaiser Karl d. Großen (771-814) wuchs das Reich der Franken zum Weltreich heran.

Aus ihm ging Anfang des 10. Jahrhunderts das Deutsche Reich hervor.

Im Norden erstarkte das dänische Königtum. 789 wurden die Obotriten und die Wilzen (von den Deutschen u. Franken) Wenden genannt. Wenden, eine pommerische Bezeichnung. Sie wurden von Karl d. Gr. tributpflichtig gemacht u. waren seitdem von deutschen, fränkischen u. dänischen Herrschern abhängig. Die Versuche der Unabhängigkeit wurden allein durch ihre inneren Unruhen unmöglich (fast 100 Jahre tobten ständig Schlachten).

Die Wenden lebten in Dörfern (Städte waren unbekannt). Die Anwesen wurden rund um einen Platz gebaut u. in deren Mitte Linden gepflanzt waren, der Lieblingsbaum der Wenden. Betrieben wurde vorwiegend Ackerbau, vereinzelt Fischfang. Ihre Erntegöttin war Siwa. Für den Erhalt ihrer Sippe war die Gastfreundschaft dringendes Gebot, Feinden gegenüber war ihr Verhalten aber sehr grausam. Kriegsgefangene wurden dem Hauptgott Radegast geopfert.

 

 

Mecklenburg-Schwerin:

Fürstentum der Abodriten (Obotriten).

Seit 1170 Reichsfürstentum. Schwerin erhielt von Herzog Heinrich d. Löwen um 1160 das Stadtrecht. Domweihe am 9. Sept. 1171. Herzogtum seit 1348. Teilung 1621 in Mecklenburg-Schwerin u. Mecklenburg-Güstrow (Mecklenburg-Güstrow fiel 1701 an Mecklenburg-Strelitz), beide Teile seit 1815 Großherzogtum. Der Großherzog gehörte zum einzigen Fürstenhaus in Europa, das in direkter Linie von slawischen Fürsten abstammte. Das Haus Mecklenburg stellte für 751 Jahre ? die mecklenburgischen Regenten.

Freistaat (1918-1933), 1934 Vereinigung. 1945 Anschluß von Pommern u. der Insel Rügen.

1952 Aufteilung in 3 Bezirke (Rostock, Schwerin u. Neubrandenburg).

1990 Vereinigung zum Land Mecklenburg-Vorpommern.

 

Mecklenburg-Wendenreich

 

König

Somo

623 - ?

(Samo). Regierte noch um 658.

König der Wenden.

 

 

 

 

König

Nakon

967

König der Obotriten (König der Wenden).

967

 

 

 

 

 

König

Godeschalko

1047 - 1066

7. 6. 1066

Obodritenfürst Godeschalko (Gotschalk) zu Mecklenburg.

Von aufständischen Adligen erschlagen. Er wollte die Wenden zum Christentum bekehren.

Ehe mit Sibylla (Siritha), Tochter des Königs Sven II. v. Dänemark. Sohn:

Heinrich, König der Wenden (1105-1126), am 22. März 1126.

am 7. Juni 1066, in Lenzen ermordet

 

 

König

Knut

 

7. 1. 1131

Knut Laward der Fromme, ältester Sohn des Königs Erich I. v. Dänemark u. Bothilda, auf dem Ölberg in Jerusalem.

Herzog v. Schleswig (1119-1131). König der Wenden.

? Ehe mit Ingeburga, Tochter des Königs Harald v. Rußland. Kinder:

Waldemar I. d. Gr., in Dänemark (1157-1182).

Judith, Ehe mit Fürst Heinrich I. v. Anhalt.

am 7. Jan. 1131, in der Schlacht erschlagen

 

 

König

Heinrich

1090 - 1126

22. 3. 1126

Sohn des König Gottschalk (Godeschalko) der Wenden u. Sibylla, Tochter des Königs Sven II. v. Dänemark., bedeutendster Obotritenfürst.

1090 erlangt er die Macht in Wagrien zurück u. weitet seinen Machtbereich aus. Er setzte die öffentliche Sicherheit u. den inneren Frieden durch. König der Wenden (1105-1126).

Durchgehendes Königtum von König Nakon bis zum Tod König Heinrichs.

Seine Söhne starben im Streit um die Nachfolge des Vaters.

am 22. März 1126 (eines natürlichen Todes !)

 

 

König u. Fürst

Niklot II.

1127 - 1160

1160

(Niclotus/Nikolaus). Stammvater der Mecklenburgischen Herzöge.

Wendenfürst. Krönung 1129. Gegner des Christentums. War im Kampf gegen Herzog Heinrich den Löwen v. Bayern 1160 mit seinen Söhnen gefallen, nur Pribislaw überlebte. Letzter König der Obotriten (um 1125 erwähnt).

Seine Söhne:

Pribislaw II., sein Nachfolger in Mecklenburg.

Wartislaw, 1163 von Herzog Heinrich d. Löwen nach einem Aufstand gefangen u. 1194 bei Malchow grausam hingerichtet. Sohn:

Niklot III., Fürst v. Mecklenburg (1178-1181).

1160, gefallen bei Werle

 

 

Fürst

Pribislaw II.

1160 - 1178

30. 12. 1178

Pribislaus. 1. slawisch (belegbarer) Obodritenfürst. S. u. N. des Fürsten Niklot II., Christ.

Verlor zusammen mit seinem Bruder Wartislaw die Schlacht am 6.7.1164, um ihr Land von Herzog Heinrich d. Löwen zurückzugewinnen. Pribislaw nahm 1164 den christlichen Glauben an, ließ sich taufen u. nannte sich Heinrich. Er unterwirft sich Heinrich d. Löwen u. erhielt dafür 1167 den größten Teil des besetzten Landes, das Erbe seines Vaters als Lehen zurück. Pribislaw II. nennt sich seit dem 5. Jan. 1170 Fürst v. Mecklenburg, benannt nach seiner Burg bei Dorf Mecklenburg. Gründer der Zisterze Doberan.

Ernannte den askanischen Markgrafen Albrecht I. den Bären zum Erben.

Ehe mit Woislawa, Tochter des Herzogs Boleslai Crispi v. Polen, 1172 im Wochenbett. Einziger Sohn:

Heinrich Borwin I., Fürst v. Mecklenburg.

am 30. Dez. 1178 (auf einem Turnier in Lüneburg verunglückt).

 

 

Fürst

Niklot III.

1178 - 1181

Niklot v. Werle. Abodritenfürst.

Sohn des Fürsten Wartislaw v. Mecklenburg. Nachfolger des Fürsten Pribislaw II. v. Mecklenburg.

Fürst v. Mecklenburg. Seit 1181 von Kaiser Friedrich I. als Reichsfürst anerkannt.

 

 

König

Knut

1182 - 1202

* 1163

12. 11. 1202

* 1163. S. u. N. des Königs Waldemar I. v. Dänemark u. Sophia, Tochter des Königs Mstislav I. Vladimirovic v. Rußland.

König Knut VI. v. Dänemark seit 1182. König d. Wenden.

Brachte die Herzöge v. Pommern u. Mecklenburg unter dänische Hoheit u. übte die Herrschaft über Holstein aus.

Ehe 1167 mit Gertrud, 1196, Tochter des Herzogs Heinrich d. Löwen. Keine Kinder.

am 12. Nov. 1202

 

 

Fürst

Borwin I.

1181 - 1227

28. 1. 1227

Heinrich Borwin I., Sohn des Fürsten Pribislaw II. v. Mecklenburg u. Nachfolger dessen Brudersohnes Niklot III. v. Mecklenburg.

Das Wendengeschlecht regierte in Mecklenburg bis 1918.

Borwin I. bestätigte 1218 Rostock das Stadtrecht. 1226 erfolgte die Landesteilung unter seinen Söhnen Heinrich u. Niklot (die zusammen regierten).

1. Ehe nach 1167 mit Mechtied (Mathilde), Tochter des Herzogs Heinrich d. Löwen. Kinder:

Heinrich Borwin II. v. Rostock, sein rechtlicher Nachfolger, am 5. Juni 1226.

Ehe mit Sophia, Tochter des Königs Karl v. Schweden (vermutlich Karl VII.).

4 Söhne:

Johann, ältester Enkel des Fürsten Borwin I., Fürst v. Mecklenburg (1227-1264).

Heinrich Borwin III., Herr in Rostock, (1237-1278).

Ehe mit Margaretha, T. des König Erich V. v. Dän., Sohn:

Waldemar, 1282. Sohn:

Niklot, das Kind v. Rostock, am 25. Nov. 1314, ohne Nachkommen.

Pribislaus II., Herr in Parchim (1237-1261), mußte 1261 abdanken.

Niklot I. v. Werle bis 1277, 1277.

Niklot IV. v. Werle, vor seinem Vater (1228 ? erschlagen), keine Erben.

Elisabeth, Äbtissin bis 1265 in Wienhausen.

2. Ehe 1219 mit Adelheit, Tochter des Markgrafen Otto I. v. Brandenburg.

am 28. Jan. 1227, bestattet im Doberaner Münster

 

 

Fürst

Johann I.

1227 - 1264

1264

Johannes, ältester Sohn des Fürsten Heinrich Borwin II. u. Sophia, Tochter des Königs Karl v. Schweden (vermutlich Karl VII.). Nachfolger seines Großvaters Fürst Heinrich Borwin I. v. Mecklenburg. Fromm u. gelehrsam.

Fürst v. Mecklenburg (1227-1264), regierte zusammen mit seinem Bruder Heinrich Borwin III.

Ehe mit Luitgarde, Tochter des Grafen Popponis v. Henneberg. 6 Söhne:

Henri Hierosolymitan (Heinrich I.), sein Nachfolger in Mecklenburg, * 1246.

Nicolaus, Domherr in Lübeck, 1289.

Poppo, Kreuzritter, 1242.

Herrmann, Geistlicher

Johannes

Albert

1264

 

 

Fürst

Heinrich I.

1264 - 1302

* 1246

1302

Henri Hierosolymitan der Pilger. * 1246. S. u. N. des Fürsten Johann I. v. Mecklenburg u. Luitgarde, Tochter des Grafen Popponis v. Henneberg.

Fürst v. Mecklenburg (1264-1302). Fürst der Wenden. Teilnahme am 7. Kreuzzug. Kam 27jährig in Kairo in Gefangenschaft.

Regentschaften:

Seine Gemahlin Anastasia (1271-1278).

Seine Brüder (1278-1287).

Sohn Heinrich II. (1287-1298).

Ehe mit Anastasia, * 1245, Tochter des Herzogs Barnim I. v. Pommern. 4 Kinder:

Henri Leo, sein Nachfolger in Mecklenburg.

Johannes

Anna

Luitgard, 14. Dez. 1283, von Bediensteten ihres Gatten ermordet (auf Befehl des Gatten von den Mägden stranguliert). Ehe 1274 mit König Primislaus II. posthumus v. Polen, ein Sohn des Herzogs Primislaus v. Gnesen u. Posen u. Elisabeth, Tochter des Herzogs Heinrich Pii v. Breslau.

1302

 

 

Fürst

Heinrich II.

1302 - 1329

1329

Heinrich II. Leo, genannt der Löwe. S. u. N. des Fürsten Heinrich I. v. Mecklenburg u. Anastasia, * 1245, Tochter des Herzogs Barnim I. v. Pommern.

Fürst v. Mecklenburg. Regent seit 1287 während der Gefangenschaft seines Vaters.

Erhielt 1317 Stargard v. Brandenburg u. 1323 von König Christoph II. v. Dänemark die Herrschaft über Rostock, welche Niklot (das Kind von Rostock) abgetreten hatte.

1. Ehe mit Beatrice, 1292 ?, Tochter des Markgrafen Albert v. Brandenburg. Tochter: Mechthild, 1314.

2. Ehe mit Anna, Schwester des Kurfürsten Rudolf I. v. Sachsen.

Kinder: 2 Söhne u. 3 Töchter:

Albert II., sein Nachfolger in Mecklenburg-Schwerin, (ebenfalls zum Herzog erhoben).

Johannes, von Kaiser Karl IV. zum Reichsfürsten u. Herzog v. Mecklenburg erhoben, Fürst zu Stargard. (Herzog Johannes starb mit seinem Urenkel Herzog Ulrich II. 1471 aus).

Anna, Ehe mit Graf Henrico dem Eisernen v. Holstein.

Agnes, Ehe mit Fürst Niklot (III. ?) der Wenden.

Beatrix, 1399 Äbtissin in Ribnitz.

3. Ehe mit Agnete (Agnes), Tochter des Fürsten Wizlai v. Rügen.

1329

 

 

 

Schwerin

 

Graf

Günzel I.

1161 - 1185

1185

Günzel I. v. Hagen seit 1150.

Seit 1161 Graf v. Schwerin.

Seine Söhne:

Helmhold I., sein Nachfolger in Schwerin (1185-1195).

Günzel II., Nachfolger seines Bruders Graf Helmhold I. v. Schwerin (1195-1220).

Heinrich I., Nachfolger seines Bruders Graf Günzel II. in Schwerin.

Hermann, Gegenbischof in Schwerin (1191-1195).

Friedrich, Bischof v. Schwerin (1238-1239).

1185

 

 

Graf

Helmhold I.

1185 - 1195

S. u. N. des Grafen Günzel I. v. Hagen u. v. Schwerin.

Seit 1185 Graf v. Schwerin.

 

 

Graf

Günzel II.

1195 - 1220

Sohn des Grafen Günzel I. v. Hagen u. v. Schwerin. Nachfolger seines Bruders Graf Helmhold I. v. Schwerin.

Seit 1195 Graf v. Schwerin.

 

 

Graf

Heinrich I.

1220 - 1228

Sohn des Grafen Günzel I. v. Hagen u. v. Schwerin. Nachfolger seines Bruders Graf Günzel II. v. Schwerin.

Seit 1161 Graf v. Schwerin. Regierte vermutlich seit 1200 in Schwerin.

Sein Sohn:

Günzel II., sein Nachfolger in Schwerin (1228-1274).

 

 

Graf

Günzel II.

1228 - 1274

S. u. N. des Grafen Heinrich I. v. Schwerin.

Seit 1228 Graf v. Schwerin.

Seine Söhne:

Helmhold III., sein Nachfolger in Schwerin (1274-1295).

Nikolaus I. (Niklot), Graf zu Wittenburg (1282-1323).

Johann, Erzbischof v. Riga (1294-1300).

 

 

Graf

Helmhold III.

1274 - 1295

S. u. N. des Grafen Günzel II. v. Schwerin.

Seit 1274 Graf v. Schwerin.

Seine Söhne:

Günzel III., sein Nachfolger in Schwerin (1295-1307).

Heinrich II., Nachfolger seines Bruders Graf Günzel III. in Schwerin (1307-1344).

 

 

Graf

Günzel III.

1295 - 1307

S. u. N. des Grafen Helmhold III. v. Schwerin.

Seit 1295 Graf v. Schwerin.

 

 

Graf

Heinrich II.

1307 - 1344

Sohn des Grafen Helmhold III. v. Schwerin. Nachfolger seines Bruders Graf Günzel III. v. Schwerin.

Seit 1295 Graf v. Schwerin.