DIE FRANKEN
Deutsches Germanenvolk
Im 3. Jahrhundert nach Chr.
gründeten die Franken ihre Niederlassung im mittel- u. niederrheinischen Raum
u. entstand aus der Eroberung Galliens durch den Stammverband der salischen
Franken aus dem Geschlecht der Merowinger. Der Aufstieg der Franken vollzog
sich unter den Merowingern zur beherrschenden Großmacht. 531 errangen sie einen
Sieg über Thüringen. Die Mainlande wurde Kernraum der Franken mit den
Landesteilen:
- Austrasien mit der Hauptstadt Reims, später (nach Chlodwig I.) Metz.
- Neustrien mit der Hauptstadt Paris, später (nach Chlodwig I.) Soisson.
- Aquitanien mit der Hauptstadt Toulouse (seit 629 selbständig).
Grenzherzogtümer des Fränkischen Königreiches: Alemannien, Bayern, Thüringen.
Stammesherzogtümer: Bayern, Schwaben, Sachsen, Thüringen, Friesland, Lothringen.
Ausübung der Herrschaft durch Merowinger u. Karolinger.
Franken bis Hugo Capet (987) germanischer Abstammung.
Westfranken
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König Karl II. 840 - 877 * 13. 6. 823 † 13. 10. 877 |
Karl II. d. Kahle. * am 13. Juni 823. Sohn des Ks. Ludwig I. d. Frommen u. Judith, † am 19. April 84 3, Tochter des schwäbischen Grafen Welf u. der Sächsin Heilwich. Seit Aug. 829 Herzog v. Alemannien. Seit Sept. 838 König v. Neustrien. Krönung 848 in Orléans zum König v. Aquitanien. Nahm Pippin (vermutl. König Pippin II. v. Aquitanien, Sohn seines Bruder Pippin I.), gefangen, ließ ihn scheren u. verbrachte ihn ins Kloster zu Soissons. Führte Kriege gegen die einfallenden Bretonen u. beleiht Markgraf Robert v. Anjou wegen Tapferkeit mit Gebieten zwischen Loire u. Seine zur Abwehr der Bretonen. König Noemeticus (Nominoi od. Nomenoe) fällt am 7. Mai 851. Ihm folgt sein Sohn Herispeus (Erispoi, auch Herispoi od. Erispoe). Markgraf Robert fällt 866 im Kampf gegen die Bretonen. Im Frieden von Angers gestand König Karl II. d. Kahle den Bretonen die Führung des König-Titels u. Teilgebiete zu. Seit 840 König der Westfranken u. bischöflich gesalbt. 1. König des im Vertrag von Verdun 843 entstandenen Westfrankenreiches. Krönung 869 in Metz zum König v. Lothringen. 875 König v. Italien, 876 zu Pavia anerkannt. Erlangte am 17. Dez. 875 durch den Papst u. die Bürger in Rom das Kaisertum. Kaiserkrönung am 25. Dez. 875 in Rom durch Papst Johannes VII. Nahm erstmals die Formel „Dei Gratia“ als Zeichen des Gottesgnadentums (auf Münzen) an. Versuchte nach dem Tod seines Halbbruders Ludwig d. Älteren, d. Deutschen, * um 806, † am 28. Aug. 876, Lothringen zu besetzen, wurde aber in der Schlacht am 8. Okt. 876 bei Andernach am Rhein von dessen Sohn Ludwig III., * um 835, † am 20. Jan. 882, geschlagen. Sein Erzkanzler (840-867): Ludwig, * um 800, † am 9. Jan. 867, Sohn des Grafen Rorico u. Rotrud, Tochter von Kaiser Karl I. d. Gr., seit Okt 840 Abt v. Denis. 1. Ehe am 13. Dez. 842 mit Ermentrud, * am 27. Sept. um 830, † am 6. Okt. 869, Tochter des Grafen Odo v. Orléans. 2. Ehe am 22. Jan. 870 mit Richildis, † 910/914, Tochter des Grafen Buwin (seit 12. Okt. 869 als Konkubine). Kinder: Ludwig II. d. Stammler, König der Westfranken 877-879, sein Nachfolger in Westfranken (877-879). Karlmann. Karl. † am 13. Okt. 877, in einer italien. Alpenhütte durch seinen jüd. Leibarzt Zedekias vergiftet, bestattet am 6. Okt. 877 in Lyon. |
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König Ludwig II. 877 - 879 † 10. 4. 879 |
Ludwig II. d. Stammler. S. u. N. des Königs Karl II. d. Kahlen. König der Westfranken. Krönung am 7. Sept. 878 in Troyes durch Papst Johannes VIII. (? Eine Ehe mit Hiltigarda, Tochter des Welfen Eticho u. Schwester des Heinrich ?). 1. Ehe mit ?. Söhne: Ludwig, sein Nachfolger (879-882), † am 5. Aug. 882. Karlmann, * um 866, regierte (879-884), Adoptivsohn v. König Karl III. d. Dicken. 2. Ehe mit ?. Sohn: Karl III. d. Einfältige, * 879, der Nachgeborene (nach dem Tod seines Vaters), später König der Westfranken. (898-922), Adoptivsohn von König Karl III. d. Dicken. † am 10. April 879 |
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König Ludwig III. 879 - 882 † 5. 8. 882 |
S. u. N. des Königs Ludwig II. d. Stammler v. Westfranken. König v. Westfranken (879-882). Errang am 3. Aug. 881 bei Saucourt, links der Somme, einen glänzenden Sieg gegen die Normannen. † am 5. Aug. 882, bestattet im Kloster St. Denis bei Paris. |
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König Karlmann
882 - 884 † 12. 12. 884 |
* um 866. Sohn des Königs Ludwig II. d. Stammlers v. Westfranken. Nachfolger u. Mitregent seines Bruders König Ludwig III. König der Westfranken. Regierte seit 879 zusammen mit seinem Bruder Ludwig III. † am 12. Dez. 884 (18jährig), auf der Jagd von einem Eber verwundet. |
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König Karl III. d. Dicke 885 - 887 * 839 † 13. 1. 888 |
Karl III. d. Dicke. * 839. Jüngster S. u. N. des König Ludwig II. d. Deutschen. Karolinger. Erbe von Schwaben (Alemannen). Wurde der Erbe seiner Brüder Karlmann u. Ludwig III. d. Jüngeren. König v. Alemannien. Seit Nov. 879 König v. Italien. Am 12. Febr. 881 Kaiserkrönung durch Papst Johannes VIII. König der Ostfranken (882-887). 885 König v. Westfranken. Vereinigte 885 das fränkische Großreich. Kaiser (881-887). Im Nov. 887 wurde er von Herzog Arnulf v. Kärnten in Trebur in Hessen wegen Unfähigkeit abgesetzt. 1. Ehe 862 mit Richardis (Richgard), † am 18. Sept. 906 / 909 in Andlau, Tochter des Grafen Erchanger aus dem Elsaß, seit 887 Äbtissin in Andlau. 2. Verbindung mit einer Konkubine. Sohn: Bernhard, † 891 / 982. Adoption 879 eines oder beider Söhne des König Ludwig II. d. Stammlers (Karlmann u. Karl d. Einfältigen). Adoption 887 Ludwig d. Blinden, Sohn des Bosos v. d. Provence u. Engelberga, Tochter des Kaisers Ludwig II. † am 13. Jan. 888 in Neudingen an der Donau, bestattet in Reichenau, Mittelzell. |
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König Odo 888 - 898 † 1. 1. 898 |
Sohn des Robert d. Tapferen v. Anjou, † 867 gefallen. Nachfolger des König Karl III. d. Dicken. Graf v. Paris u. Herzog v. Francion (Isle de France). Ein mächtiger Fürst. König der Westfranken, schlug viele erfolgreiche Schlachten. Hatte sich als Verteidiger der Hauptstadt Paris gegen die Normannen bewährt. Mit der Wahl zum König erkannte er die Lehenhoheit Arnulf v. Kärnten an. 895 wurde ihm erst das westfränkischre Reich zugesprochen u. Guido v. Spoletto damit verdrängt. Sein Bruder: Herzog Robert v. Neustrien (als Robert I. Gegenkönig zu Karl III. d. Einfältigen vom 29. Juni 922, gefallen am 15. Juni 923). † am 1. Jan. 898, bestattet im Kloster des hl. Dionysius. |
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König Karl III. 898 - 922 * 879 † 929 |
Karl (III. ?) d. Einfältige. * 879 nach dem Tod seines Vaters, des König Ludwig II. des Stammlers. Adoptivsohn von König Karl III. d. Dicken. Auf Betreiben des Erzbischofs Fulco v. Reims wählten französische Adlige Karl am 23. Jan. 893 zum Gegenkönig des Herzogs Odo v. Paris. Später als Nachfolger des Königs Odo trat er den Normannen die Provinz (Normandie) ab u. gibt am 7. Nov. 921 seine Ansprüche auf das östliche Frankenreich völlig auf. Lothringen (Belgien) fällt König Heinrich I. der Ostfranken zu. Robert I., Gegenkönig u. Bruder des Königs Odo v. Paris, † am 15. Juni 923 gefallen. Nach der Flucht aus der Schlacht vor Robert I. erfolgt Absetzung u. 923 Gefangenschaft. Ehe mit Ethgiva. Sohn: Ludwig IV. d. Überseeische (d`outre mer 935-954), † 954. Ehe 940 mit Gerberga, Tochter des Kaisers Heinrich I., Kinder: Lothar (III.), † 986. Ehe 965 mit Emma, Tochter des Kaisers Otto I. u. Adelheid, (Otto I. ist der Bruder der Gerberga u. Sohn von Kaiser Heinrich I.). Sohn: Ludwig V. d. Faule, † 987. Ehe 980 mit Adelaide v. Anjou. Karl v. Niederlothringen. Tochter: Gisela, Ehe mit Herzog Rollo der Normannen. † 929, in Haft |
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König Robert I. 922 - 923 † 15. 6. 923 |
Sohn von Robert d. Tapferen v. Anjou in Neustrien, † 867 gefallen. Markgraf u. Herzog Robert I. v. Neustrien, Bruder des Königs Odo. Trat als Gegenkönig zu Karl III. d. Einfältigen seit 29. Juni 922 auf. Schlug König Karl III. d. Einfältigen in der Schlacht am 15. Juni 923 bei Soissons u. fiel selbst. Sein Sohn: Hugo d.
Große. Sohn: Hugo Capet (987-996). † am 15. Juni 923, gefallen |
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König Rudolf II. 923 - 936 † 15. 1. 936 |
Herzog v. Burgund. Schwiegersohn u. Nachfolger des König Robert I. v. Franzien. Behauptete sich als König der Westfranken durch den Verzicht Hugo des Großen, † 956, 923 durch den (dreifachen) Markgrafen Robert I. in Neustrien zum Herrscher erhoben. Graf Hugo d. Gr. v. Franzien, Sohn König Robert I., stärker als der neue König, verzichtet aber. Auf dem Reichstag 926 in Worms Verzicht auf Lothringen, damit gehören Städte wie Köln, Trier, Straßburg u. Metz zum Deutschen Reich unter König Heinrich I. † am 15. Jan. 936 |
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König Ludwig IV. 936 - 954 † 954 |
Ludwig IV. d. Überseeische. Sohn des Königs Karl d. Einfältigen u. Ethgiva. König der Westfranken seit 19. Juni 936, kam aus englischer Emigration. Erkannte 942 Lothringen als deutsche Reichslehen an. 946 machte Hugo v. Francien König Ludwig IV. die Herrschaft streitig. Ehe 940 mit Gerberga, Tochter des Kaisers Heinrich I. u. Schwester des Kaisers Otto I. u. Witwe des Herzogs Giselbert v. Lothringen. Kinder: Lothar (III.), † 986, sein Nachfolger in Westfranken. Ehe 965 mit Emma, Tochter des Kaisers Otto I. u. Adelheid (Otto I. ist der Bruder der Gerberga u. Sohn von Kaiser Heinrich I.). Sohn: Ludwig V. d. Faule, † 987. Ehe 980 mit Adelaide (Blanca) v. Anjou. Karl v. Niederlothringen. Mathilde, Ehe mit König Konrad I. v. Burgund. † 954 |
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König Lothar (III.) 954 - 986 † 2. 3. 986 |
S. u. N. des König Ludwig IV. d. Überseeischen u. Gerberga, Tochter Kaisers Heinrich I. u. Schwester des Kaisers Otto I., Witwe des Herzogs Giselbert v. Lothringen. König der Westfranken. Konnte kurzzeitig die Pfalz Aachen besetzen, aber Lothringen nicht zurückgewinnen u. leistete 980 vor Kaiser Otto II. seinen völligen Verzicht. Ehe mit Emma, Tochter des Kaisers Otto I. u. Adelheid v. Ivrea. Sohn: Ludwig V. d. Faule, † 987, Ehe 980 mit Adelaide (Blanca) v. Anjou. † am 2. März 986 |
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König Ludwig V. 986 - 987 † 21. 3. 987 |
Ludwig V. d. Faule od. Feige. S. u. N. des Königs Lothar (III.) u. Emma, Tochter des Kaisers Otto I. König der Westfranken. Als letzter Karolinger in Franken wird er abgelöst durch die Karpetinger. Er besiegelte den Frieden zwischen Frankreich u. Deutschland am 17. Mai 987. Lothringen u. Verdun fiel durch den Verzicht Frankreichs an Deutschland zurück. Ehe 980 mit Adelaide (Blanca) v. Anjou. † am 21. März 987 |